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Argon oder Krypton im Isolierglas: Was ist der Unterschied?

Argon oder Krypton im Isolierglas: Was ist der Unterschied?

Verglasung richtig vergleichen

Bei einer Fenstersanierung wird die Gasfüllung oft erst sichtbar, wenn Angebote bereits auf dem Tisch liegen. Dann wirkt „Krypton“ rasch wie die bessere Wahl und „Argon“ wie die einfache Standardlösung. Diese Abkürzung führt leicht zu einer unpassenden Entscheidung. Die Füllung arbeitet nämlich nie allein: Scheibenanzahl, Abstand zwischen den Scheiben, Beschichtungen, Randverbund, Rahmen, Elementgröße und die Anschlussplanung bestimmen gemeinsam, was das eingebaute Fenster leistet. Besonders bei einer Sanierung mit unterschiedlichen Öffnungen ist die richtige Frage daher nicht nur: Welches Gas ist besser? Sondern: Welcher Glasaufbau passt in dieses konkrete Element, zu seinem Einbauort und zum übrigen Projekt? Dieser Ratgeber ordnet Argon und Krypton praktisch ein und zeigt, welche Angaben Sie vor Bestellung, Aufmaß und Montage klären sollten.

Rundes Fixfenster-Design

01 / Bestand aufnehmen

Die Gasfüllung als Teil einer geschlossenen Glaseinheit

Isolierglas besteht aus mindestens zwei Glasscheiben, die am Rand dauerhaft miteinander verbunden sind. Dazwischen liegen Scheibenzwischenräume, die mit Luft oder einem Gas gefüllt sein können. Argon und Krypton verringern im Vergleich zu Luft den Wärmetransport im Zwischenraum. Für Bewohnerinnen und Bewohner bleiben sie unsichtbar, farblos und geruchlos; auch die Durchsicht wird nicht durch den Gasnamen bestimmt. Die Gasfüllung ist somit keine nachträgliche Zugabe und kein sichtbares Ausstattungsmerkmal, sondern ein Bestandteil des festgelegten Glaspakets. Sie kann nur sinnvoll beurteilt werden, wenn alle Ebenen dieses Pakets bekannt sind: Zahl und Art der Scheiben, Beschichtungen, Zwischenräume, Abstandhalter und Randverbund. Auch Glasdicke, Form und vorgesehene Verwendung gehören zur eindeutigen Beschreibung.

Der wichtigste Unterschied liegt in der Wärmeleitung und darin, wie diese Eigenschaft bei unterschiedlichen Zwischenraumbreiten genutzt werden kann. Krypton leitet Wärme geringer als Argon und kann deshalb in engeren Zwischenräumen gezielt vorteilhaft sein. Daraus folgt nicht, dass Krypton in jedem Dreifachglas automatisch die bessere Entscheidung wäre. Ein Glasaufbau wird als Ganzes berechnet und konstruktiv abgestimmt. Ein Angebot mit der bloßen Angabe „Kryptongas“ sagt beispielsweise weder, wie viele Scheiben vorgesehen sind, noch wie breit die Zwischenräume ausfallen oder welche Verglasungskennwerte gelten. Bitten Sie daher um eine klare Beschreibung der konkreten Isolierglaseinheit statt um eine Einordnung über ein einzelnes Schlagwort. Sinnvoll ist eine positionsbezogene Angabe im Angebot oder in der Elementliste, damit bei späteren Planungsänderungen erkennbar bleibt, welche Füllung zu welchem Glasaufbau gehört.

Warum der Scheibenzwischenraum die Wahl prägt

Zwischen zwei Scheiben entsteht nicht beliebig viel Dämmwirkung, nur weil der Abstand wächst. Bei sehr kleinen Räumen beeinflussen sich die Gasmoleküle und die Scheiben stark. Bei zunehmender Breite verändert sich der Wärmetransport; bei zu großen Räumen können Strömungen im Gas entstehen, die den erwarteten Zusatznutzen begrenzen. Deshalb besitzt jeder abgestimmte Glasaufbau Bereiche, in denen seine Komponenten gut zusammenwirken. Argon wird oft für Glasaufbauten mit üblichen Zwischenräumen gewählt. Krypton ist eine Alternative, wenn ein kompakterer Aufbau vorgesehen ist und die thermische Wirkung im engeren Zwischenraum besonders relevant wird. Die geeignete Breite lässt sich daher nicht als allgemeine Wunschzahl festlegen, sondern muss zur gesamten Glaseinheit passen.

Für die Sanierung kann diese Unterscheidung wichtig werden, wenn die vorhandene Konstruktion gestalterische oder bauliche Grenzen setzt. Denkbar sind schlanke Ansichten, Teilungen, besondere Rahmenquerschnitte oder ein Projekt, bei dem die Gesamtstärke des Glases nicht beliebig wachsen soll. Das ist jedoch kein Grund, die Verglasung losgelöst zu bestellen. Der Fachbetrieb oder die Planungsfachkraft sollte prüfen, welche Glasstärke, Glaslast und Aufnahme im konkreten Flügel beziehungsweise Festfeld vorgesehen sind. Gerade bei einem großen Fixfenster und einem kleineren Öffnungsflügel können trotz ähnlicher Ansicht unterschiedliche Glasaufbauten oder bestätigte Kennwerte erforderlich sein. Fragen Sie nach der Lösung für jedes Element, nicht nur nach einer Musterverglasung. Bei bestehenden Leibungen sollte außerdem geklärt werden, ob Fensterbank, Beschattung oder Innenverkleidung die verfügbare Konstruktionstiefe einschränken.

02 / Elemente festlegen

Ug, Uw und der Fehler des isolierten Zahlenvergleichs

Beim Vergleich tauchen meist zwei Bezeichnungen auf. Der Ug-Wert beschreibt den Wärmedurchgang der Verglasung. Der Uw-Wert bezieht sich auf das gesamte Fenster und berücksichtigt grundsätzlich auch Rahmen und Randbereich. Ein niedrigerer Wert bedeutet dabei eine geringere Wärmedurchlässigkeit. Für die Kaufentscheidung ist der Uw-Wert des vollständigen Elements meist näher an der praktischen Fragestellung, während der Ug-Wert erklärt, welchen Anteil die Verglasung leistet. Beide Werte sind nützlich, aber sie sind nicht austauschbar. Ein hervorragender Ug-Wert ersetzt nicht die Prüfung des Rahmens, der Konstruktion und des Anschlusses an die Wand. Notieren Sie bei jedem Wert deshalb auch, worauf er sich bezieht und für welche Abmessung oder Referenzausführung er angegeben wurde.

Vergleichen Sie nie einen Ug-Wert eines Glases direkt mit dem Uw-Wert eines Fensters aus einem anderen Angebot. Fordern Sie für beide Varianten dieselbe Vergleichsbasis: gleiche Elementmaße, gleiche Öffnungsart, gleiche Teilung, vergleichbarer Rahmen und dieselbe Einbausituation. Bei einflügeligen, nach innen öffnenden Fenstern beeinflussen etwa Rahmenanteil, Flügelgröße und Beschläge die Gesamtbetrachtung anders als bei einem breiten Festfeld. Lassen Sie auch bestätigen, ob eine Zahl für Ihre angefragte Abmessung gilt oder nur einen Referenzfall beschreibt. Erst diese Zuordnung macht eine Entscheidung zwischen Argon und Krypton nachvollziehbar, statt lediglich Datenblattwerte gegeneinanderzustellen. Falls zwei Angebote unterschiedliche Teilungen oder Rahmen enthalten, kennzeichnen Sie diese Abweichung offen. Sonst wird ein scheinbarer Gasvergleich tatsächlich zu einem Vergleich verschiedener Fensterkonstruktionen.

Sanierung zuerst vermessen, dann die Glasfrage festlegen

Bei einem Fenstertausch beginnt die Verglasungsentscheidung sinnvollerweise nicht beim Gas, sondern bei einer Aufnahme des Bestands. Dokumentieren Sie für jede Öffnung die lichten Maße, den Wandaufbau soweit bekannt, die Leibungstiefe, den Anschlag, die Fensterbank, vorhandene Beschattung und die gewünschte Öffnungsrichtung. Prüfen Sie auch, ob das neue Element in derselben Lage sitzen soll oder ob sich die Einbauebene ändert. Ein Glasaufbau kann auf dem Papier passend aussehen und dennoch Folgefragen auslösen, wenn etwa ein stärkeres Paket die Flügelmasse, die Ansichtsbreite oder Details am Anschluss beeinflusst. Diese Punkte gehören vor die endgültige Bestellung. Fotografien mit eindeutiger Raum- und Positionsbezeichnung helfen, Abhängigkeiten zwischen Innenausbau, Fassade und Bedienung später wiederzuerkennen.

Planen Sie die Reihenfolge auf der Baustelle bewusst. Zuerst werden Bestand und Maße geklärt, dann Elementteilung und Bedienung, anschließend Rahmen- und Glasvariante; zuletzt werden Innen- und Außenanschlüsse mit den beteiligten Gewerken abgestimmt. Wer die Gasfüllung vor diesen Entscheidungen festlegt, riskiert spätere Änderungen am kompletten Paket. Bei Kombinationsfenstern mit Festteil und öffnendem Teil sollte das Aufmaß außerdem festhalten, welche Bereiche wirklich belüftet werden und welche ausschließlich Licht und Ausblick bringen. Das hilft, die Funktionen nicht mit einer vermeintlich universellen Verglasungsantwort zu überdecken. Legen Sie vor dem finalen Aufmaß auch fest, welche Fensterbänke, Sonnenschutzelemente oder Innenverkleidungen erhalten bleiben. Diese Information kann für Lage, Anschluss und zugängliche Montagebereiche wichtiger sein als ein früh gewählter Gasname.

Fensterdesign mit Festfeld und unterteiltem Öffnungsflügel

03 / Glasaufbau vergleichen

Argon: wann die verbreitete Lösung plausibel ist

Argon ist als Füllgas in Isolierglas weit verbreitet und kann in einem passend aufgebauten Zwei- oder Dreifachglas eine schlüssige Wahl sein. Seine Stärke liegt nicht darin, dass es grundsätzlich für jedes Projekt genügt, sondern darin, dass es mit dafür vorgesehenen Zwischenräumen und Beschichtungen als Teil eines abgestimmten Systems eingesetzt werden kann. Für viele Austauschprojekte ist es sinnvoll, zunächst eine sauber dokumentierte Argonvariante anzufordern. Das schafft eine verständliche Ausgangsbasis, aus der sich erkennen lässt, ob eine kompaktere oder anders optimierte Alternative überhaupt einen konkreten Zusatznutzen für die geplanten Elemente bringt. Diese Ausgangsvariante sollte bereits alle gewünschten Öffnungsarten und Größen enthalten; nur dann zeigt ein späterer Variantenvergleich, wo tatsächlich konstruktiver Entscheidungsbedarf besteht.

Eine Argonvariante verdient dieselbe sorgfältige Prüfung wie jede Kryptonvariante. Fragen Sie nach der Anzahl der Scheiben, den Zwischenraumbreiten, der Beschichtung und dem Ug-Wert des Glases. Ergänzend benötigen Sie den Uw-Wert des gesamten Elements. Bei einflügeligen, nach außen öffnenden Terrassentüren kommt außerdem die tatsächliche Konstruktion der Tür in den Blick: Die große Glasfläche ist nur ein Teil des Bauteils, das täglich bewegt und am Boden angeschlossen wird. Wählen Sie Argon also nicht wegen eines Etiketts als „einfach“, sondern weil die bestätigte Gesamtkonfiguration zu den Anforderungen an Tür, Raum und Sanierungsablauf passt. Prüfen Sie zugleich, ob die Öffnungsbewegung mit Terrasse, Beschattung und Durchgangsbereich vereinbar ist. Eine geeignete Gasfüllung korrigiert keine unpraktisch geplante Türfunktion.

Krypton: eine gezielte Option für kompakte Glasaufbauten

Krypton kann dort interessant werden, wo eine gute thermische Wirkung innerhalb engerer Scheibenzwischenräume gefragt ist. Das betrifft konzeptionell Glasaufbauten, bei denen die gewünschte Leistung nicht allein durch einen größeren Zwischenraum erreicht werden soll oder kann. Seine Eignung muss immer für die konkrete Kombination aus Scheiben, Beschichtungen und Abstand geprüft werden. Es wäre falsch, Krypton als allgemeines Premiummerkmal zu behandeln. Ein nicht dazu passender Aufbau gewinnt nicht automatisch an Qualität, nur weil die Gasfüllung eine geringere Wärmeleitung aufweist. Entscheidend bleibt die dokumentierte Leistung des vollständigen Systems. In der Sanierung kann die kompakte Bauweise etwa dann geprüft werden, wenn eine bestimmte Rahmenansicht erhalten oder eine begrenzte Glasaufnahme berücksichtigt werden soll. Ob das im Einzelfall gelingt, muss der angebotene Aufbau zeigen.

Die richtige Anfrage lautet deshalb nicht „Kann ich Krypton bekommen?“, sondern „Welche bestätigte Verglasungs- und Fensterkonfiguration wird für dieses Maß angeboten, und warum ist diese Gasfüllung darin vorgesehen?“ Bei Passivhausfenstern „Super Low Uw“, nach außen öffnend sollten Sie besonders auf die Angaben für das konkrete angefragte Element achten, statt aus der Produktbezeichnung oder einer allgemeinen Beschreibung auf den tatsächlichen Glasaufbau zu schließen. Wenn Krypton als Alternative angeboten wird, bitten Sie um eine Gegenüberstellung bei sonst gleicher Konstruktion. Nur dann lässt sich feststellen, welche Änderung tatsächlich vom Gas ausgeht und welche von abweichenden Scheiben, Rahmen oder Teilungen. Lassen Sie zudem kennzeichnen, ob die Alternative Auswirkungen auf Gesamtstärke, Glasmasse oder verfügbare Ausführungen hat. So bleibt der Vergleich praktisch und nicht bloß thermisch.

04 / Aufmaß bestätigen

Rahmen, Randverbund und Größe verändern das Gesamtbild

Die Verglasung nimmt bei vielen Fenstern viel Fläche ein, doch der Rahmen und der Randbereich bleiben für die Gesamtleistung wesentlich. Der Randverbund hält die Scheiben zusammen und trennt die Zwischenräume ab; der Rahmen bestimmt neben der Konstruktion auch den Flächenanteil, der nicht aus Glas besteht. Bei kleinen Fenstern fällt der Rahmenanteil im Verhältnis oft stärker ins Gewicht als bei großen Glasflächen. Bei gegliederten Elementen kommen zusätzliche Profile hinzu. Wer ausschließlich den Ug-Wert betrachtet, übersieht daher möglicherweise den Teil des Elements, der den Uw-Wert und die praktische Gestaltung stärker beeinflusst. Erstellen Sie für gemischte Fassaden keine einzige pauschale Wertespalte, sondern ordnen Sie jeder Größe und Teilung die bestätigte Angabe des jeweiligen Elements zu.

Ein Rundfenster macht diese Betrachtung anschaulich. Seine Sonderform kann je nach Abmessung und Profilgeometrie ein anderes Verhältnis von Rahmen zu Glas haben als ein rechteckiges Element. Bei runden Fixfenstern sollten Sie deshalb nicht von einem rechteckigen Musterfenster auf den Gesamtwert schließen. Fragen Sie nach der Ausführung für die gewünschte Form, nach der Verglasungsdicke und nach den bestätigten Angaben für das betreffende Element. Das gleiche Prinzip gilt für Sprossen: Aufgesetzte Sprossen, glasteilende Sprossen und eine Ausführung ohne Sprossen sind unterschiedliche Gestaltungs- und Konstruktionsentscheidungen. Ihre Auswirkung gehört in die Gesamtanfrage, nicht in eine nachträgliche Dekorfrage. Stimmen Sie Ansichtszeichnungen vor der Bestellung ab, damit Glasfläche, Profilbreiten und Teilungen dem erwarteten Erscheinungsbild entsprechen.

Tageslicht, Sonneneintrag und Komfort nicht verwechseln

Eine Gasfüllung dient vor allem dem Wärmetransport im Scheibenzwischenraum. Sie beantwortet nicht automatisch, wie viel Tageslicht in den Raum gelangt, wie stark direkte Sonne empfunden wird oder wie sich die Oberfläche nahe dem Fenster anfühlt. Diese Themen hängen unter anderem von der Scheibenkombination, Beschichtungen, Orientierung, Verschattung, Fenstergröße und Raumgeometrie ab. Wer ein nach Süden orientiertes Wohnzimmer plant, sollte daher Wärmeverlust, Sonneneintrag und sommerlichen Komfort getrennt besprechen. Ein Glasaufbau kann thermisch gut gewählt sein und trotzdem eine andere Lösung für den Sonnenschutz erfordern. Halten Sie im Anforderungsprofil deshalb getrennt fest, ob der Schwerpunkt auf Ausblick, Tageslicht, Schutz vor direkter Sonne oder einer ausgewogenen Kombination liegt.

Vergleichen Sie die Räume nach ihrer Nutzung. Im Schlafzimmer kann die Lage des Fensters und die Bedienbarkeit für das tägliche Lüften zentral sein. Im Wohnbereich können große Glasflächen den Ausblick prägen, während der Umgang mit Sonne in die Gesamtplanung gehört. Für Patio Life Hebe-Schiebetüren für Terrasse und Balkon ist die Glasfrage deshalb mit Schwelle, Öffnungsbewegung, Beschattung und Möblierung zu koordinieren. Die Gasfüllung ist ein Baustein dieser Tür, aber nicht der Ersatz für eine Funktionsplanung. Bitten Sie um Angaben zu den Eigenschaften der vorgeschlagenen Verglasung und legen Sie offen, welche Räume besonders sonnenexponiert sind. Prüfen Sie den Grundriss außerdem mit geöffnetem und geschlossenem Element: Vorhänge, Möbel und Verkehrswege können beeinflussen, welche Bedienung und Beschattung im Alltag praktikabel sind.

Kombinationsfenster im traditionellen Stil

05 / Bestellung freigeben

Sicherheit, Schallschutz und Sonderanforderungen separat klären

Eine gut gedämmte Verglasung ist nicht automatisch die passende Verglasung für jede Lage. Anforderungen an Schallschutz, Sicherheit, Sichtschutz oder Widerstand gegen bestimmte Beanspruchungen können einen anderen Scheibenaufbau erforderlich machen. Diese Eigenschaften entstehen durch die gesamte Glasspezifikation und gegebenenfalls durch weitere Bauteilmerkmale, nicht durch Argon oder Krypton allein. Beispielsweise kann eine Öffnung nahe einer Terrasse, an einer Treppe oder in einer exponierten Lage andere Fragen aufwerfen als ein hoch liegendes Fenster. Lassen Sie den Einsatzort und die gewünschte Nutzung von einer dafür qualifizierten Fachperson beurteilen, bevor Sie eine Verglasung festschreiben. Beschreiben Sie die Nutzung konkret, statt nur „Sicherheitsglas“ oder „Schallschutz“ anzukreuzen: Entscheidend ist, welches Problem an welcher Position gelöst werden soll.

Bei Dachflächen kommen zusätzlich Einbauort, Bedienung, Reinigung und Anschluss an die Dachkonstruktion ins Spiel. Ein Dachschwingfenster sollte daher nicht mit derselben kurzen Gasfrage bestellt werden wie ein kleines Fenster in einer geschützten Fassade. Beschreiben Sie dem Anbieter die Dachneigung, den Raum darunter, die gewünschte Belichtung und ob die Öffnung für regelmäßiges Lüften gedacht ist. Wenn Schall oder Sicherheit bedeutsam sind, verlangen Sie einen separaten Nachweis beziehungsweise eine konkrete Beschreibung der dafür vorgeschlagenen Ausführung. So vermeiden Sie, dass ein einzelner guter Wärmewert andere Projektanforderungen verdeckt. Klären Sie vorab auch, wie das Fenster innen erreichbar ist und welche Dachanschlüsse bei der Montage geöffnet oder erneuert werden. Dafür sollten Fenster-, Dach- und Innenausbauplanung rechtzeitig zusammengeführt werden.

Angebote fair vergleichen und vor Freigabe prüfen

Ein brauchbarer Angebotsvergleich beginnt mit einer Elementliste. Führen Sie je Position Maße, Öffnungsart, Teilung, Rahmenausführung, Verglasungsaufbau, Gasfüllung sowie die zugehörigen Werte an. Halten Sie auch fest, ob ein Element Festverglasung, Fenster oder Tür ist. Bei zweiflügeligen, nach außen öffnenden Drehfenstern beeinflussen Mittelpfosten, Flügelaufteilung und Beschlagkonzept die Konstruktion; ein Vergleich mit einem einflügeligen Referenzfenster wäre nicht aussagekräftig. Markieren Sie fehlende Angaben als offene Punkte, statt sie aus einer Produktbezeichnung abzuleiten. Nur identische Positionen sollten direkt gegeneinander bewertet werden. Eine zusätzliche Spalte für Abweichungen macht sichtbar, ob eine Variante tatsächlich nur das Gas ändert oder zugleich Glasdicke, Beschichtung, Rahmen oder Teilung. Damit vermeiden Sie einen Preisvergleich zwischen ungleichen Leistungen.

Vor der Bestellfreigabe empfiehlt sich ein gemeinsamer Abgleich von Aufmaß, Zeichnungen und Elementliste. Fragen Sie ausdrücklich: Ist die gewählte Gasfüllung für diesen beschriebenen Glasaufbau vorgesehen? Gelten die genannten Werte für dieses Maß und diese Teilung? Welche Details am Anschluss sind vor Montage noch mit anderen Gewerken festzulegen? Klären Sie außerdem, wer das finale Aufmaß verantwortet und wann Änderungen nach der Freigabe möglich sind. Halten Sie offene Punkte schriftlich fest und geben Sie erst frei, wenn Positionsnummern, Öffnungsrichtungen und Glasvarianten übereinstimmen. Bloomcabin bietet für Fenster und Türen eine Garantie von fünf Jahren. Die Lieferung erfolgt üblicherweise in vier bis sechs Wochen, vorbehaltlich der Auftragsbestätigung. Diese Angaben ersetzen keine projektbezogene Termin- und Ausführungsabstimmung, insbesondere wenn Demontage, Anschlussarbeiten oder weitere Gewerke davon abhängen.

Häufige Fragen

Ist Krypton grundsätzlich besser als Argon?

Nein. Krypton kann bei engeren Scheibenzwischenräumen eine gezielte Alternative sein, weil es Wärme anders leitet als Argon. Ob daraus ein Vorteil entsteht, hängt vom gesamten Glasaufbau ab. Vergleichen Sie Scheibenzahl, Zwischenräume, Beschichtungen, Ug-Wert und den Uw-Wert des konkreten Fensters statt nur die Gasbezeichnung.

Kann ich die Gasfüllung nach dem Einbau wechseln?

Nein, die Gasfüllung ist Teil der geschlossenen Isolierglaseinheit. Sie wird mit dem Glasaufbau festgelegt und ist nicht wie Zubehör am eingebauten Fenster austauschbar. Deshalb sollten Glasvariante, bestätigte Kennwerte und die Anforderungen des Einsatzorts vor der Bestellung und endgültigen Freigabe geklärt werden.

Welcher Wert ist für den Angebotsvergleich wichtiger: Ug oder Uw?

Beide beantworten unterschiedliche Fragen. Ug beschreibt grundsätzlich die Verglasung, Uw das vollständige Fenster einschließlich Rahmen. Für den Vergleich von Fensterelementen ist Uw meist näher an der Gesamtentscheidung. Der Ug-Wert bleibt wichtig, um den Glasaufbau zu verstehen. Vergleichen Sie Werte nur bei gleicher Elementgröße und Ausführung.

Braucht jede Fensteröffnung dieselbe Gasfüllung?

Nicht zwingend. Einheitlichkeit kann die Planung vereinfachen, doch unterschiedliche Elementgrößen, Rahmenanteile, Sonderformen und Nutzungen können eine individuelle Prüfung rechtfertigen. Sinnvoll ist eine einheitliche Elementliste mit klarer Begründung für Abweichungen. Entscheidend ist, dass jedes Glas für die vorgesehene Konstruktion dokumentiert und bestätigt wird.

Beeinflusst Argon oder Krypton den sommerlichen Wärmeschutz?

Die Gasfüllung betrifft primär den Wärmetransport im Scheibenzwischenraum. Für direkten Sonneneintrag und sommerlichen Komfort sind zusätzlich Verglasungsaufbau, Beschichtungen, Fensterorientierung, Größe und Verschattung relevant. Besprechen Sie diese Themen getrennt, besonders bei großen Glasflächen. Eine Fachperson kann die konkrete Raumsituation und die geplante Beschattung einordnen.

Nächster Schritt

Argon oder Krypton ist keine Wahl zwischen gut und schlecht, sondern eine Entscheidung innerhalb eines abgestimmten Isolierglasaufbaus. Argon ist bei üblichen Zwischenräumen oft eine plausible Lösung; Krypton kann bei kompakteren Aufbauten gezielt sinnvoll sein. Für eine belastbare Entscheidung benötigen Sie jedoch mehr als den Gasnamen: die genaue Glasbeschreibung, Ug- und Uw-Angaben auf vergleichbarer Basis, Maße und Teilung des Elements sowie eine geklärte Einbausituation. Erfassen Sie diese Punkte während der Sanierungsplanung, bevor das Aufmaß freigegeben wird. Ein positionsweiser Angebotsvergleich zeigt, ob eine Variante wirklich nur die Gasfüllung ändert oder eine andere Gesamtkonstruktion darstellt. So wählen Sie eine Verglasung, die zum Fenster, zur Tür und zum konkreten Projekt passt.

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