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Fenster vor oder nach Dämmung und Fassadenarbeiten tauschen?

Fenster vor oder nach Dämmung und Fassadenarbeiten tauschen?

Sanierungsplanung für Fenster und Fassade

Auf Sanierungsbaustellen täuscht der Terminplan oft eine einfache Reihenfolge vor: zuerst Fenster, dann Dämmung, danach Putz. In der Praxis entscheidet jedoch jede Öffnung mit, ob dieser Ablauf funktioniert. Ein Rahmen kann korrekt montiert sein und trotzdem ungünstig zur späteren Fassadenebene, Außenfensterbank oder Terrassenhöhe liegen. Ebenso kann eine bereits fertige Fassade einen späteren Fenstertausch unnötig erschweren. Ausgangspunkt sollte deshalb ein abgestimmtes Bild des fertigen Zustands sein: Wo liegt der Rahmen im Wandaufbau, wie werden Laibungen ausgebildet, welche Flächen schließen innen und außen an, und welches Gewerk übernimmt den jeweiligen Übergang? Dieser Ratgeber zeigt, wie Bauherrschaft, Fensterbetrieb und Fassadengewerk die Reihenfolge anhand konkreter Bezugsebenen, Musterdetails und Freigaben festlegen können.

Design eines runden Fixfensters

01 / Wandaufbau festlegen

Den Bauablauf vom fertigen Wandaufbau her denken

Der Fenstertausch beginnt sinnvollerweise nicht mit der Auswahl des Flügels, sondern mit einem Schnitt durch die Außenwand. Bestehende Wand, notwendige Ausbesserungen an der Öffnung, geplante Dämmung, Putz oder hinterlüftete Bekleidung, Fensterbank und Innenputz ergeben zusammen die spätere Wandstärke. Erst daraus lässt sich ableiten, in welcher Ebene der Rahmen liegen soll. Diese Lage beeinflusst, wie tief die Laibung wird, wie viel Rahmen von außen sichtbar bleibt und wie die äußere Oberfläche an das Fenster herangeführt wird. Sie bestimmt außerdem, ob Beschläge und Griffe von innen gut erreichbar bleiben. Ein bloßes Rohbaumaß genügt daher nicht, wenn die Fassade noch einen Aufbau erhält. Sinnvoll ist eine gemeinsame Bezugslinie, von der Fensterbetrieb und Fassadengewerk ihre Maße ableiten.

Besonders klar wird das beim Austausch einzelner Fenster vor einer später geplanten Gesamtsanierung. Ein heute nach dem alten Wandaufbau gesetzter Rahmen kann bei der künftigen Dämmung zusätzlichen Planungsaufwand an den Laibungen verursachen. Ein vorgezogener Austausch ist trotzdem möglich, braucht aber bereits ein festgelegtes Zielbild für die spätere Außenhaut. Für Fixfenster gilt das genauso wie für öffenbare Elemente: Die fehlende Öffnungsfunktion vereinfacht nicht automatisch den Anschluss. Bitten Sie Planung und ausführende Betriebe um einen Querschnitt für Kopf, Seite und Brüstung jeder typischen Öffnung. Daraus sollten fertige Außenebene, innere Bekleidung und die maßgebenden Bezugskanten eindeutig hervorgehen. Vergleichen Sie diesen Schnitt mit dem Angebot, bevor Maße und Rahmenposition endgültig freigegeben werden.

Warum Fenster vor Dämmung und Endfassade oft sinnvoll sind

Wenn eine Fassade durchgehend gedämmt und anschließend verputzt oder bekleidet wird, ist der Einbau neuer Fenster vor dem Schließen dieser Außenhaut meist der übersichtlichere Ablauf. Nach dem Ausbau der alten Elemente können die Öffnungen geprüft, notwendige Vorarbeiten erledigt und die neuen Rahmen in der vorgesehenen Lage montiert werden. Danach kann das Fassadengewerk Dämmung oder Bekleidung bis an den Rahmen führen. Laibungen, unterer Anschluss und Sturz bleiben dabei zugänglich. Das ersetzt keine Detailplanung, macht die Schnittstellen aber besser kontrollierbar, weil die beteiligten Schichten nacheinander sichtbar entstehen. Der Terminplan sollte auch festlegen, wie offene oder nur provisorisch geschlossene Öffnungen zwischen Ausbau und Montage gegen Witterung und unbefugten Zutritt gesichert werden.

Das Fenster ist in dieser Phase noch nicht der fertige Abschluss. Es muss gegen Verschmutzung, Beschädigung und Feuchtigkeit aus nachfolgenden Arbeiten geschützt werden, ohne Schutzfolien, Klebebänder oder Abdeckungen ungeprüft auf Oberflächen zu belassen. Klären Sie vorab, wer den Schutz anbringt, regelmäßig kontrolliert und wieder entfernt. Bei großen Öffnungen, etwa für Patio Life Hebe-Schiebetüren für Terrasse und Balkon, gehört die spätere Höhe von Terrasse oder Balkon in dieselbe Ablaufplanung. Der Anschluss am Boden muss zu Belag, Entwässerung und Schwellenbereich passen. Werden diese Entscheidungen erst nach dem Einbau getroffen, sind Anpassungsmöglichkeiten eingeschränkt. Halten Sie deshalb die maßgebenden Innen- und Außenhöhen direkt im Montageplan fest und prüfen Sie sie vor Ort.

02 / Öffnungen aufnehmen

Laibungen sind mehr als die seitliche Fensterkante

Die Laibung ist die Fläche zwischen Fensterrahmen und Fassadenebene. Ihre Tiefe und Gestaltung prägen Erscheinungsbild, Lichteinfall und die Ausführung der äußeren Anschlüsse. Bei einer gedämmten Außenwand wird sie Teil des Dämm- und Fassadenkonzepts. Entscheidend ist nicht nur, ob dort Dämmung vorgesehen ist, sondern wie sie an Rahmen, Bestand und fertige Oberfläche anschließt. Ein schmaler sichtbarer Rahmenanteil benötigt ebenso eine klare Detailplanung wie ein weiter zurückgesetztes Fenster. Vorhandene Rollläden, Raffstores, Klappläden oder Fensterläden können die nutzbare Tiefe zusätzlich beeinflussen. Vergleichen Sie benachbarte Öffnungen: Unterschiedliche Bestandslaibungen können trotz gleicher Fensteransicht verschiedene Ausgleichsarbeiten verlangen und sollten nicht automatisch mit demselben Standarddetail behandelt werden.

Am besten wird ein repräsentatives Fenster als Musterdetail besprochen, bevor alle Öffnungen beauftragt werden. Dazu zählen bei gegliederten Fassaden auch Unterschiede zwischen Erdgeschoß, Obergeschoß, Eckfenster und Fenstern unter einem Dachvorsprung. Bei Kombinationsfenstern sollte die Planung nicht nur die gemeinsame Ansicht beachten, sondern auch die Lage jedes Feldes im Wandaufbau und die Bedienbarkeit des öffenbaren Teils. Fragen Sie konkret: Welche Ansichtsbreite bleibt nach Dämmung und Putz sichtbar? Wo endet die fertige Laibungsoberfläche? Wie werden die vorgesehenen Anschlussmaterialien an den Rahmen geführt? Wer kontrolliert die Maße, bevor das Fassadensystem montiert wird? Eine freigegebene Skizze mit benannten Ebenen verhindert, dass unterschiedliche Annahmen der Gewerke erst bei der Ausführung auffallen.

Die Anschlussfuge als koordinierte Schnittstelle

Zwischen Rahmen und Baukörper liegt keine nebensächliche Restfuge, sondern eine Schnittstelle, deren Ausführung zum Wand- und Fassadenaufbau passen muss. Die konkrete Lösung hängt unter anderem vom Untergrund, von der Rahmenposition, von möglichen Bewegungen der Bauteile und von der äußeren Oberfläche ab. Deshalb ist es wenig hilfreich, nur allgemein eine „abgedichtete Fuge“ zu verlangen. Die Beteiligten sollten festlegen, wie die Öffnung vorbereitet wird, worauf Befestigung und Anschluss aufbauen und wie die eingesetzten Materialien während nachfolgender Arbeiten geschützt werden. Kopf, Seiten und Unterseite sind getrennt darzustellen, weil dort andere Bauteile zusammentreffen. Auch die zulässigen Arbeitsfolgen müssen abgestimmt sein, damit ein späteres Gewerk einen bereits hergestellten Übergang nicht unbeabsichtigt wieder öffnet.

Vermeiden Sie eine Lücke zwischen Fensterangebot und Fassadenangebot. In einer Schnittstellenliste sollte zu jeder Öffnungsgruppe stehen, wer Bestandteile liefert, angrenzende Flächen vorbereitet, Anschlüsse ausführt und die fertige Arbeit prüft. Das betrifft auch Vorleistungen wie das Entfernen alter Dichtstoffe oder das Ausgleichen unebener Laibungen. Bei einflügeligen Fenstern, nach innen öffnend ist zusätzlich zu prüfen, ob innere Laibung, Heizkörperverkleidung oder Fensterbank Öffnungswinkel und Griffbedienung beeinträchtigen. Ein Fenster kann in die Öffnung passen und im Alltag trotzdem unpraktisch sein. Ergänzen Sie die Liste um einen Übergabezeitpunkt: Vor dem Verdecken der Fuge sollten Zustand, ausgeführte Schichten und offene Nacharbeiten fotografisch dokumentiert und vom zuständigen Gewerk bestätigt werden.

Fensterdesign mit Fixfeld und unterteiltem Öffnungsflügel

03 / Anschlüsse zeichnen

Außenfensterbank, Brüstung und unteren Anschluss früh festlegen

Der untere Bereich einer Fensteröffnung bringt mehrere Gewerke zusammen. Außenfensterbank oder Abdeckung, Dämmung beziehungsweise Bekleidung, fertige Fassadenoberfläche und Rahmen müssen räumlich zusammenpassen. Bei Bestandsmauerwerk ist außerdem zu prüfen, wie eben und tragfähig der Brüstungsbereich ist und ob vorhandene Bauteile entfernt, instand gesetzt oder ergänzt werden müssen. Die Fensterbank kann erst verlässlich geplant werden, wenn Rahmenlage und fertige Außenebene bekannt sind. Wer zunächst das Fenster austauscht und später über Dämmstärke oder Bekleidungsaufbau entscheidet, muss diesen Übergang nachträglich besonders sorgfältig lösen. Zeichnen Sie außerdem den vorgesehenen Weg für anfallendes Wasser im Detail ein, ohne sich allein auf die Frontansicht zu verlassen. So werden störende Kanten oder widersprüchliche Höhen früher erkennbar.

Auch die innere Fensterbank darf nicht getrennt von der Montage betrachtet werden. Ihr Anschluss an den Rahmen, die Höhe der späteren Innenoberfläche und die Lage von Heizkörpern oder Möbeln beeinflussen Nutzbarkeit und Erscheinungsbild. Bei einem runden Fixfenster ist eine klassische gerade Außenfensterbank nicht die zentrale Frage, doch die untere Anschlusssituation bleibt ebenso wichtig. Runde oder schräge Öffnungen verlangen zudem, dass Fassadenoberfläche und Kantenführung vorab anschaulich festgelegt werden. Lassen Sie sich nicht nur eine Frontansicht zeigen. Ein Schnitt durch den unteren Rand und eine Darstellung der seitlichen Übergänge machen sichtbar, welche Arbeiten nach dem Fenstereinbau noch möglich sein müssen. Prüfen Sie am Bestand, ob die gezeichnete Geometrie tatsächlich über den gesamten Umfang hergestellt werden kann.

Innenputz: vorher, nachher oder abschnittsweise?

Ob Innenputz vor oder nach dem Fenstereinbau erfolgt, hängt vom Zustand der Innenflächen, der Art der Sanierung und dem Schutzkonzept ab. Werden Laibungen komplett erneuert, kann der Fenstereinbau vor der endgültigen inneren Ausformung sinnvoll sein, damit der Anschluss am tatsächlichen Rahmen hergestellt wird. Sind die Räume bereits fertig, kann ein Austausch mit begrenzten Eingriffen Vorrang haben. Dann sollte vorab geklärt werden, welche Putz- und Malerarbeiten anfallen können und wie Böden, Möbel und bestehende Oberflächen geschützt werden. Auch Feuchtigkeit aus neuen Putzschichten und erforderliche Trocknungszeiten gehören in den Ablauf. Fensterflügel und Beschläge sollten während staub- oder feuchteintensiver Arbeiten nicht als Ablage dienen und gemäß Schutzkonzept zugänglich bleiben.

Wichtig ist die Abstimmung der Endmaße. Ein Fenster, das vor dem Innenputz aufgemessen wird, benötigt Angaben dazu, welche Schichten und Laibungsformen später hinzukommen. Umgekehrt kann neuer Innenputz nach dem Fensterwechsel die sichtbare Kante am Rahmen verändern. Bei zweiflügeligen Fenstern, nach innen öffnend sollte die Innenplanung außerdem berücksichtigen, ob beide Flügel in den vorgesehenen Raum hinein öffnen können. Vorhänge, tiefe Fensterbänke, Möbel und Heizkörper sind keine Details für den letzten Termin. Notieren Sie für jede Fensterart Öffnungsrichtung und benötigten Bewegungsraum. Prüfen Sie diese Angaben an der tatsächlichen Wand, bevor Putzprofile, Fensterbänke oder Verkleidungen endgültig gesetzt werden. Ein provisorisch markierter Flügelschwenk macht mögliche Kollisionen anschaulich.

04 / Gewerke abstimmen

Fassadenbekleidung verlangt ein eigenes Raster und Detailbild

Bei einer Fassadenbekleidung ist die Abfolge nicht mit einer Putzfassade gleichzusetzen. Unterkonstruktion, Befestigungsebene, Fugenraster, Bekleidungskanten und Rücksprünge müssen um die Öffnung zusammenpassen. Das Fenster sollte deshalb in Bezug auf die spätere sichtbare Bekleidung positioniert werden, nicht nur in Bezug auf das alte Mauerwerk. Schon kleine Verschiebungen können beeinflussen, ob eine Fuge am Fenster endet, schmale Reststreifen entstehen oder zusätzliche Abdeckungen benötigt werden. Diese Fragen sind vor Montage der Unterkonstruktion gestalterisch und handwerklich zu klären. Legen Sie außerdem fest, welche Maßabweichungen der vorhandenen Öffnungen im Fensteranschluss und welche im Bekleidungsraster aufgenommen werden sollen. Sonst versuchen zwei Gewerke, dieselbe Unregelmäßigkeit unabhängig voneinander auszugleichen.

Lassen Sie für typische Fensterformate eine Fassadenansicht mit Achsen und je ein Detail an Sturz, Seite und unterem Rand erstellen. Bei dreieckigen oder schrägen Fixfenstern ist das besonders wertvoll, da schräge Kanten die Führung von Bekleidung und Anschlüssen deutlich prägen können. Das Produkt sollte erst nach Prüfung der Öffnungsgeometrie und des geplanten Fassadenrasters bestellt werden. Fragen Sie auch, wie spätere Wartung oder der Austausch einzelner Fassadenteile im Umfeld der Öffnung vorgesehen sind. Nicht jede Lösung muss gleich aussehen; maßgeblich ist, dass Fensterbetrieb und Fassadengewerk dieselben Bezugskanten, Ebenen und Fertigmaße verwenden. Eine bemaßte Detailansicht sollte deshalb Bestandteil der Freigabe sein und nicht nur als unverbindliche Entwurfsskizze dienen.

Türen, Schwellen und Außenbeläge nicht nachrangig behandeln

Bei Außentüren und Terrassentüren entscheidet sich der Ablauf häufig am Boden. Die Oberkante des späteren Außenbelags, mögliche Stufen, Gefälle im Umfeld und die innere Fußbodenkonstruktion bestimmen, wo die Schwelle liegt. Werden diese Höhen erst nach Bestellung oder Montage festgelegt, kann die Tür zwar eingebaut sein, der Übergang zum Außenraum aber ungelöst bleiben. Messen Sie daher nicht nur die lichte Öffnung, sondern dokumentieren Sie alle bekannten Aufbauhöhen. Unsicherheiten sollten im Plan und im Angebot sichtbar bleiben, statt durch ungeprüfte Annahmen ersetzt zu werden. Eine dauerhaft markierte Bezugshöhe am Baukörper hilft, wenn Estrich, Belag und Fassadenarbeiten zu unterschiedlichen Terminen ausgeführt werden. Alle Beteiligten müssen jedoch dieselbe Marke und denselben beschriebenen Fertigzustand verwenden.

Bei einflügeligen Terrassentüren, nach außen öffnend gehört zur Auswahl auch der freie Bewegungsraum auf Terrasse oder Balkon. Ein nach außen öffnender Flügel darf nicht mit Geländer, Stufen, Möbeln oder der geplanten Belagskante kollidieren. Bei Haustüren kommen Vordach, Entwässerung und der Anschluss an die Fassadenfläche hinzu. Das sind keine Merkmale, die sich allein aus einem Produkttitel ableiten lassen, sondern projektspezifische Prüfungen. Vereinbaren Sie vor der Freigabe einen Termin am Objekt, bei dem Fensterbetrieb, Belagsplanung und Fassadengewerk die Bezugshöhen gemeinsam vergleichen. Ein Foto mit eingezeichneten Höhenmarken ergänzt die Aufmaßnotiz. Vermerken Sie dabei auch, ob ein Maß den Rohzustand oder die fertige Oberfläche bezeichnet.

Kombinationsfenster-Design im traditionellen Stil

05 / Bestellung freigeben

Teilmodernisierung in klaren Übergabestufen planen

Manchmal ist eine vollständige Sanierung in einem Zug nicht möglich. Bewohnte Räume, Finanzierung, Witterung oder unterschiedliche Zustände einzelner Gebäudeteile können eine Staffelung nahelegen. Ein Fenstertausch vor einer späteren Dämmung kann funktionieren, wenn die künftige Fassadenplanung trotzdem konkret genug ist. Dazu gehören Wandaufbau, vorgesehene Fassadenebene, Laibungsprinzip, Sonnenschutz und unterer Anschluss. Ohne diese Grundlagen wird ein heute fertiggestellter Übergang möglicherweise im nächsten Bauabschnitt wieder geöffnet. Planen Sie bei einer Etappensanierung daher sowohl den dauerhaften Endzustand als auch den vorübergehenden Zustand zwischen den Etappen. Provisorische Abdeckungen, sichtbare Anschlusskanten und die Wiederaufnahme der Arbeiten sollten beschrieben sein, damit die Zwischenlösung nicht versehentlich als endgültige Ausführung bestehen bleibt.

Die umgekehrte Reihenfolge, also zuerst eine fertige Fassade und später neue Fenster, ist häufig mit Rückbau an Laibung, Putz oder Bekleidung verbunden. Das kann im Einzelfall unvermeidbar sein, etwa wenn bestehende Fenster vorerst erhalten bleiben oder einzelne Öffnungen erst später geändert werden. Der Rückbau sollte dann als eigenes Arbeitspaket kalkuliert und gestalterisch geplant werden. Bei Drehfenstern „Kombi“ in historischem Stil, nach außen öffnend kann neben dem Anschluss auch die Wiederherstellung der Fassadenansicht eine Rolle spielen. Stimmen Sie bei gegliederten oder erhaltenswert wirkenden Fassaden Profile, Sprossenbild und sichtbare Rahmenanteile mit der geplanten Außenoberfläche ab, statt das Fenster isoliert auszuwählen. Dokumentieren Sie außerdem, welche Teile beim späteren Austausch demontierbar bleiben sollen.

Vom Aufmaß bis zur Abnahme klar dokumentieren

Ein gutes Aufmaß erfasst mehr als Breite und Höhe. Notiert werden sollten Wandaufbau, Zustand der Laibungen, innere und äußere Bezugshöhen, Öffnungsrichtung, vorhandene Beschattung und besondere Anforderungen an die Zugänglichkeit. Dazu kommen Fotos jeder Öffnung von innen und außen. Halten Sie offene Punkte sichtbar fest, etwa wenn Dämmstärke, Belag oder Innenputzdicke noch nicht abschließend bestimmt sind. Erst nach deren Klärung sollte die Bestellung freigegeben werden. Bloomcabin nennt für Fenster und Türen eine Garantie von fünf Jahren; die Lieferzeit beträgt 4–6 Wochen, vorbehaltlich der Auftragsbestätigung. Planen Sie davor genügend Zeit für technische Klärung und Freigabe ein, anstatt die Lieferfrist mit der gesamten Vorbereitungsphase gleichzusetzen.

Vor Arbeitsbeginn hilft ein Baustellentermin mit den direkt betroffenen Gewerken. Gehen Sie pro Fenstergruppe dieselben Fragen durch: Wo liegt der Rahmen? Welche Fläche bildet die äußere Sichtkante? Wie wird die Laibung fertiggestellt? Wer übernimmt den unteren Anschluss? Wie bleiben Elemente während Putz-, Dämm- oder Bekleidungsarbeiten geschützt? Zur Abnahme sollten Bedienung, sichtbare Oberflächen, zugängliche Anschlussbereiche und vereinbarte Ausbesserungen gemeinsam geprüft werden. Bei zweiflügeligen Terrassentüren, nach innen öffnend testen Sie beide Flügel möglichst unter Berücksichtigung der vorgesehenen Boden- und Wandanschlüsse. Abweichungen gehören mit Zuständigkeit und Erledigungstermin in ein Protokoll. So wird aus der Reihenfolge der Gewerke ein nachvollziehbarer Bauablauf statt einer Folge mündlicher Annahmen.

Häufige Fragen

Soll ich die Fenster immer vor der Außendämmung tauschen?

Bei einer zusammenhängenden Fassadensanierung ist das oft der klarere Ablauf, weil Dämmung und Laibungen danach an die neuen Rahmen herangeführt werden können. Es ist jedoch keine starre Regel. Bei Etappensanierungen kann eine andere Reihenfolge funktionieren, wenn künftiger Wandaufbau, Rahmenlage und Anschlussdetails bereits ausreichend konkret geplant und den beteiligten Gewerken bekannt sind.

Kann der Außenputz vor dem Fenstertausch fertiggestellt werden?

Das ist möglich, kann beim späteren Austausch aber Eingriffe in fertige Laibungen und eine sichtbare Wiederherstellung der Oberfläche erfordern. Bewerten Sie daher nicht nur die Fenstermontage, sondern auch Rückbau, Schutz angrenzender Flächen und Ausbesserung. Ein vorab besprochenes Musterdetail macht deutlich, welche Kanten geöffnet werden und welches Ergebnis danach erwartet wird.

Was muss vor dem Fensteraufmaß feststehen?

Benötigt werden Öffnungsmaße, geplanter Wandaufbau, fertige Fassadenebene und die Entwicklung der inneren Oberflächen. Ebenso wichtig sind die Höhen von Fensterbank, Schwelle und Außenbelag sowie Öffnungsrichtung und Beschattung. Noch ungeklärte Maße müssen dokumentiert und vor der verbindlichen Bestellung entschieden werden, nicht erst während der Montage auf der Baustelle.

Wer ist für die Anschlussfugen verantwortlich?

Das ist projektspezifisch schriftlich festzulegen. Fensterbetrieb, Fassadengewerk, Innenausbau und gegebenenfalls Belagsarbeiten bearbeiten unterschiedliche Teile der Öffnung. Eine Schnittstellenliste sollte benennen, wer Untergründe vorbereitet, Materialien liefert, Anschlüsse ausführt, Zwischenstände dokumentiert und das Ergebnis kontrolliert. Verlassen Sie sich nicht auf Leistungen, die keinem Gewerk ausdrücklich zugeordnet wurden.

Muss ich Fenster und Fassadenbekleidung gemeinsam bestellen?

Nicht zwingend, ihre Planung muss jedoch zusammengeführt werden. Raster, Unterkonstruktion, Kanten und Fugen der Bekleidung bestimmen die Details rund um die Öffnung. Das Fenster kann separat bestellt werden, sobald endgültige Rahmenlage, Bezugskanten, Fertigmaße und Anschlussbereiche mit dem Fassadenentwurf abgestimmt und von den zuständigen Beteiligten freigegeben sind.

Nächster Schritt

Ob Fenster vor oder nach Dämmung, Verputz und Fassadenbekleidung getauscht werden, entscheidet sich nicht allein im Kalender. Bei einer umfassenden Sanierung ist der Einbau vor der neuen Außenhaut meist übersichtlicher, weil Rahmen, Laibung, Fensterbank und Fassadenfläche noch gemeinsam entwickelt werden können. Gestaffelte Arbeiten benötigen zusätzlich einen brauchbaren Zwischenzustand und ein bereits definiertes Enddetail. Grundlage sind vollständige Wandquerschnitte, gemeinsame Bezugshöhen, ein Muster für jede typische Öffnung und eindeutig verteilte Zuständigkeiten. Erst wenn Aufmaß, Anschlusszeichnungen und Bauablauf dasselbe Ergebnis beschreiben, sollte die Bestellung freigegeben werden.

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