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Hydroponik im Gewächshaus Einsteiger-Guide

Hydroponik im Gewächshaus Einsteiger-Guide
Bloomcabin Praxisguide / Österreich

Hydroponik
im Gewächshaus
Einsteiger-Guide

Beginnen Sie an der Wasserlinie: oben eine einfache Kultur, darunter eine stabile Wurzelzone und rundherum eine Routine, die kleine Veränderungen sichtbar macht, bevor daraus kostspielige Probleme werden.

Kapitel 01 / die klare Definition

Hydroponik bedeutet Pflanzenbau ohne Erde – nicht Pflanzenbau ohne Pflege.

Die wichtige Klarstellung

Bei der Hydroponik erhalten Wurzeln Wasser und gelöste mineralische Nährstoffe über eine bewusst geführte Lösung. Sie brauchen dennoch Sauerstoff, passende Temperaturen, Halt, Licht, Luftbewegung, Sauberkeit und einen Menschen, der das System regelmäßig aufmerksam prüft.

Genau deshalb ist ein Gewächshaus ein überzeugender Standort. Es bietet Schutz, guten Zugang und einen geordneten Rahmen für Wasser- und Pflanzenpflege. Hitze, Luftfeuchtigkeit und technische Wartung verschwinden dadurch jedoch nicht. Beginnen Sie mit einer übersichtlichen Anordnung, statt sofort jeden verfügbaren Quadratmeter zu füllen. Entdecken Sie das Klassisches Aluminium-Gewächshaus und planen Sie dabei Luftführung, Arbeitswege und Wartungszugang von Anfang an mit.

Reservoir Der abgedeckte Behälter, in dem sich die Nährlösung befindet.
Netztopf Ein durchbrochener Pflanztopf, der Halt gibt und den Wurzeln zugleich Zugang zu Luft und Nährlösung lässt.
EC Elektrische Leitfähigkeit: ein praktischer Messwert für gelöste Salze und damit ein Hinweis auf die Nährstoffkonzentration.
Wurzelzone Das gesamte Arbeitsumfeld der Wurzeln: Nährlösung, Luft, Temperatur, Pflanzenhalt und hygienischer Zustand.
Kapitel 02 / zuerst Erfolg wählen

Bauen Sie eine Kultur an, die das System erklärt.

Beste erste Kultur: Pflücksalat wächst rasch, bleibt kompakt und reagiert sichtbar auf Veränderungen. Basilikum ist ebenso dankbar, sobald seine Wurzeln etabliert sind. Beide Kulturen vermitteln Kontrolle und Ernte, ohne lange Standzeit, aufwendige Rankhilfen und den hohen Bedarf von Fruchtgemüse.

Wählen Sie für das erste Gewächshaus-Reservoir nur eine Kultur und möglichst eine Sorte. Blattgemüse und Kräuter zeigen ihre Bedürfnisse gut sichtbar: blasser Neuaustrieb, langsames Wurzelwachstum, ein sinkender Wasserstand oder ein verändertes Pumpengeräusch fallen auf, bevor sich ein dichter Pflanzenbestand entwickelt.

Tomaten, Gurken und Paprika lassen sich hydroponisch kultivieren, gehören jedoch besser in das zweite Projekt. Sie verlangen größere Wurzelräume und Reservoirs, tragfähige Rankhilfen, präzisere Nährstoffführung, Schnittarbeiten und ein aktiver geregeltes Gewächshausklima. Die erste Kultur soll den Blick schulen, nicht die Ausdauer prüfen.

Verwenden Sie gesunde Jungpflanzen oder säen Sie in einem sauberen, für Hydroponik und Esskulturen geeigneten Anzuchtmedium. Beginnen Sie mit wenigen Blattpflanzen in einem ausreichend großen Reservoir. Das ist lehrreicher als eine dicht belegte Versuchswand, deren Wasserstand und Wurzeln kaum kontrollierbar sind.

Kapitel 03 / dem Wasser folgen

Vier Systemfamilien, eine Frage: Wo finden die Wurzeln Luft?

Das universell beste Hydroponik-System gibt es nicht. Eine geeignete erste Anlage ist jene, deren Wasserweg, mögliche Ausfallstellen und Reinigungsbedarf Sie sicher überblicken. Die folgende Übersicht zeigt den Fluss kompakt; darunter werden die praktischen Unterschiede der vier Familien erläutert.

Stehende Lösung / belüftet

Tiefwasserkultur

Reservoir plus Luftstein
Dünner fließender Film

NFT

Pumpe plus geneigte Rinne
Dosierte Zufuhr

Tropfsystem

Tropfer plus Substrat
Fluten, danach ablassen

Ebbe und Flut

Wanne plus getakteter Rücklauf

Tiefwasserkultur oder DWC: Die Pflanzen sitzen über einem Reservoir, während ihre Wurzeln in die Nährlösung wachsen. Luftpumpe und Luftstein bringen Bewegung und Sauerstoff ein. Für Blattgemüse ist DWC oft der verständlichste Einstieg: Es gibt wenige Verbindungen, die Wurzeln bleiben sichtbar und der Behälter lässt sich ohne ein verzweigtes Rinnennetz warten.

Nährstoff-Film-Technik oder NFT: Eine Pumpe führt einen flachen Strom durch eine leicht geneigte Rinne. Die Wurzeln berühren diesen Film und liegen teilweise im Luftraum. NFT kann für leichte Blattkulturen elegant und platzsparend sein. Rinnen, Neigung und Rücklauf müssen jedoch stimmen; Blockaden oder ein Pumpenausfall beeinträchtigen Pflanzen besonders bei Hitze rasch.

Tropfsysteme: Tropfer geben Nährlösung an Pflanzen ab, die in einem mineralischen oder weitgehend inerten Substrat wachsen. Überschüssige Lösung fließt ab oder kehrt ins Reservoir zurück. Das Substrat bietet zwischen den Gaben einen gewissen Puffer und eignet sich auch für größere Kulturen. Jeder Tropfer, Ablauf und Schlauch braucht regelmäßige Kontrolle.

Ebbe-und-Flut-Systeme: Eine Wanne wird in festgelegten Abständen geflutet und anschließend in das Reservoir entleert. Beim Ablaufen zieht frische Luft in die Poren des Substrats. Das eignet sich für Anzuchtwürfel und einheitliche Topfgruppen, verlangt aber passende Taktung, eine ebene, dichte Wanne und gute Hygiene. Für den Einstieg bleibt kleines DWC meist leichter lesbar.

Die zentrale Gewohnheit ist bei allen Systemen gleich: zuerst beobachten, danach gezielt und messbar korrigieren. Wählen Sie eine Anlage, die genügend Zeit und freien Zugang für diese ruhige Arbeitsweise lässt.

Die erste DWC-Anlage

Vier sichtbare Grundlagen

01Lichtdichtes Reservoir
02Netztöpfe und Anzuchtwürfel
03Luftpumpe und Luftstein
04Nährstoffe und Messgeräte

Lichtausschluss ist ebenso wichtig wie das Volumen: Ein geschlossener, lichtdichter Behälter begrenzt Algenwachstum. Netztöpfe und saubere Anzuchtwürfel tragen die Pflanzen, ohne den Wurzelhals zu vergraben. Pumpe, Schlauch und Luftstein machen Sauerstoff zum festen Teil der Wurzelzone. Kalibrierte pH- und EC-Messgeräte schaffen statt Vermutungen ein nachvollziehbares Protokoll.

Kapitel 04 / mit Maß einkaufen

Zuerst das Wesentliche. Später Automatisierung.

Unverzichtbar Ein lichtdichtes Reservoir mit Deckel, Netztöpfe, saubere Anzuchtwürfel, Luftpumpe und Luftstein, hydroponischer Mehrnährstoffdünger, pH- und EC-Messgeräte samt Kalibrierlösungen sowie ein sauberer, ausschließlich für die Anlage verwendeter Messbecher.
Bald sinnvoll Ein Ersatzluftstein, zusätzliche Schläuche, ein Lösungsthermometer, ein markierter Nachfüllkanister, Pflanzenetiketten, ein Protokollbuch und eine flache Auffangwanne unter Verbindungen, an denen Tropfwasser entstehen könnte.
Für die erste Kultur unnötig Dosiercomputer, App-Steuerung, Fernalarme, große Umwälzanlagen, komplexe vertikale Türme und automatisches Nachfüllen. Kaufen Sie zusätzliche Technik erst, wenn die manuelle Routine deutlich gezeigt hat, wo tatsächlich Zeit verloren geht oder Präzision fehlt.

Ein Gewächshaus schafft den langfristigen Raum für eine wohlüberlegte Erweiterung. Das Klassisches Aluminium-Gewächshaus bietet einen langlebigen, sorgfältig gestalteten Rahmen für ein kompaktes Reservoir neben dem Arbeitstisch und einen freien Gang. Es ist jedoch kein Grund, bereits aus der ersten Salatkultur ein technisches Laborprojekt zu machen.

Kapitel 05 / vor der ersten Pflanze

Trocken aufbauen. Langsam füllen. Ohne Pflanzen testen.

Die Inbetriebnahme wirkt unspektakulär, ist aber eine der besten Vorbereitungen für die erste Kultur. Montieren Sie das System auf einer ebenen, abwischbaren Fläche. Steckdosen, Stecker und Verteiler müssen erhöht, trocken und fachgerecht abgesichert bleiben. Jedes Reservoir benötigt im Gewächshaus eine gut erreichbare Serviceseite, ohne dass Sie über Pflanzen oder Leitungen steigen müssen.

01Platzieren
Das Reservoir vor direkter Sonne schützen und einen sicheren, spritzarmen Weg zum späteren Entleeren vorsehen.
02Befüllen
Zunächst klares Wasser durch die montierte Anlage führen und jede Verbindung, Abdeckung, Leitung und Wanne auf Dichtheit prüfen.
03Hinhören
Vor dem Einsetzen der Wurzeln kontrollieren, ob die Pumpe gleichmäßig arbeitet und Luftblasen das Reservoir zuverlässig bewegen.
04Markieren
Eine normale Fülllinie gut sichtbar anzeichnen. So lassen sich Verbrauch, korrektes Nachfüllen und ein mögliches Leck leichter erkennen.

Für die umfassendere Planung von Arbeitstisch, Zugang, Lüftung und einer ruhigen Trennung zwischen Anbau- und Arbeitsbereich sehen Sie unsere Übersicht der Aluminium-Gewächshäuser von Bloomcabin. Gute Hydroponik-Gestaltung hält Kontrolle, Reinigung und Entleerung jederzeit in bequemer Reichweite.

Kapitel 06 / unter der Wasserlinie

Wasser trägt die Nährstoffe. Das Rezept bleibt ein Protokoll.

Eine Nährlösung ist nicht bloß Dünger, der in Wasser eingerührt wird. Ihr Verhalten hängt von Ausgangswasser, Kultur, Entwicklungsstadium, Reservoirvolumen, Temperatur, Aufnahme und verwendetem Produkt ab. Prüfen Sie deshalb das Wasser, bevor Sie es als neutralen Ausgangspunkt betrachten. Österreichisches Leitungswasser kann je nach Region sehr unterschiedliche Härte, Alkalinität und Leitfähigkeit aufweisen.

Der EC-Wert zeigt die gesamte Menge gelöster Ionen. Er hilft zu erkennen, ob eine Kultur das Reservoir leert oder wiederholtes Nachfüllen die Lösung konzentriert, benennt aber nicht jeden einzelnen Nährstoff. Der pH beeinflusst die Verfügbarkeit von Nährstoffen. Folgen Sie den Angaben für Kultur und Dünger, statt eine Zahl auf alle Pflanzen zu übertragen.

leicht sauerHäufige Orientierung für Blattkulturen
kühl bis mäßig warmTemperatur der Lösung beobachten
EC ≠ RezeptNach Kultur und Stadium einordnen

Diese Angaben sind betriebliche Orientierungen, keine allgemeingültige Verschreibung. Beginnen Sie mit der kulturspezifischen Empfehlung des Düngerherstellers, ermitteln Sie einen Ausgangswert und protokollieren Sie Datum, Füllstand, EC, pH, Wassertemperatur, Wetter im Gewächshaus und jede vorgenommene Änderung.

Kapitel 07 / gesunde Wurzeln sind hell, aktiv und belüftet

Wurzelraum und Gewächshausklima gemeinsam führen.

Wurzeln brauchen Wasser und zugleich Sauerstoff. DWC funktioniert, weil Belüftung die Lösung an der Wurzeloberfläche bewegt. Bei NFT passiert nur ein dünner Film die Wurzeln, während ein großer Teil der Rinne Luftraum bleibt. Substratbasierte Systeme sind auf freien Ablauf und jene luftgefüllten Poren angewiesen, die nach einer Wassergabe zurückbleiben.

Helle, belüftete Wurzeln

  • Lichtdichtes Reservoir
  • Kühle Nährlösung
  • Stetige Luft oder Strömung
  • Helle, verzweigte Wurzeln

Warme, stehende Wurzelzone

  • Lichteinfall
  • Aufheizung durch Sonne
  • Schwache Zirkulation
  • Dunkle oder riechende Wurzeln
Das Klima im Gewächshaus

Hydroponik macht das Wetter im Gewächshaus nicht bedeutungslos. Ein helles Haus kann sich rasch aufheizen; warme Luft erwärmt häufig auch das Reservoir, wenn dieses ungeschützt in der Sonne steht. Lüftung soll Wärme und anhaltende Feuchtigkeit von den Blättern abführen, ohne junge Pflanzen einem dauernden, trocknenden Luftzug auszusetzen.

  • Licht Stellen Sie die erste Kultur an einen hellen Platz mit gleichmäßiger Einstrahlung. Pflanzen dürfen den Behälter beschatten; die Nährlösung selbst muss jedoch konsequent vor Licht geschützt bleiben.
  • Hitze Öffnen Sie Türen und Lüftungsfenster an sonnigen Tagen frühzeitig. Beschattung und Luftbewegung sollen Temperaturspitzen brechen, bevor warme Nährlösung und hängende Blätter auf Stress hinweisen.
  • Luftfeuchte Halten Sie genügend Abstand, damit Blätter abtrocknen und Unterseiten, Pflanzenherzen sowie Zugänge zur Wurzelzone ohne Schwierigkeiten kontrolliert werden können.
  • Luftbewegung Ein kleiner Umluftventilator kann stehende Feuchtenester reduzieren. Bei heißem Wetter ersetzt er jedoch weder rechtzeitiges Öffnen noch eine sinnvoll geplante natürliche Lüftung.
Kapitel 08 / die Routine, die alles überschaubar hält

Lassen Sie sich vom Gewächshaus täglich etwas zeigen.

Mo Beobachten
Di Hinhören
Mi Messen
Do Kontrollieren
Fr Nachfüllen
Sa Ernten
So Auswerten
  1. Montag: Blätter, Wurzeln, Wasserlinie und Luftblasen ansehen.
  2. Dienstag: Prüfen, ob Pumpe und Leitungen ruhig laufen, frei bleiben und außen trocken sind.
  3. Mittwoch: pH, EC und Temperatur der Nährlösung messen und im Protokoll festhalten.
  4. Donnerstag: Nach Algen, Schädlingen, Pflanzenresten und frühen Stresszeichen an den Blättern suchen.
  5. Freitag: Nach Bedarf auffüllen, gut durchmischen lassen und die Werte anschließend erneut kontrollieren.
  6. Samstag: Äußere Blätter ernten, Pflanzenreste entfernen und Spritzer von Arbeitsflächen abwischen.
  7. Sonntag: Aufzeichnungen vergleichen und nur dann eine überlegte Änderung vornehmen, wenn die Beobachtungen sie tatsächlich begründen.

Der genaue Rhythmus hängt von Kulturgröße, Wetter und Reservoirvolumen ab. Im österreichischen Hochsommer kann der Wasserverbrauch innerhalb weniger heißer Tage deutlich steigen. In kühlen, lichtarmen Frühlingsphasen verlangsamen sich Wachstum und Aufnahme. Die Gewohnheit besteht nicht im täglichen Nachregeln, sondern im täglichen Wahrnehmen.

Kapitel 09 / das Umfeld diagnostizieren, nicht nur das Blatt

Die meisten Anfängerprobleme sind Signale, keine Rätsel.

Wenn die Anlage klar wirkt, Pflanzen aber schwächeln

Blasser Austrieb oder langsame Entwicklung können durch unpassende Nährstoffkonzentration, driftenden pH, Lichtmangel, niedrige Temperaturen oder eine für das Reservoir zu groß gewordene Kultur entstehen. Messen Sie die Lösung, vergleichen Sie das Klima mit dem Bedarf der Pflanze und betrachten Sie besonders den neuen Austrieb, bevor Sie korrigieren.

Plötzliches Welken verlangt eine sofortige Kontrolle des Wasserwegs. Suchen Sie bei NFT oder Tropfbewässerung nach Pumpenausfall, verstopfter Leitung, ungleichmäßigem Durchfluss oder leerem Reservoir. Bei DWC prüfen Sie die Belüftung und stellen sicher, dass die Wurzeln nicht in stark erwärmter, sauerstoffarmer Lösung stehen.

Geschädigte Blattränder sind kein automatischer Anlass für mehr Dünger. Kontrollieren Sie zuerst EC, Temperatur, Luftbewegung und Wasserverfügbarkeit. Eine zu hohe Konzentration gelöster Salze kann Wurzeln zusätzlich belasten und vorhandenen Stress verstärken.

Wenn die Wurzelzone warm oder verschmutzt wird

Algen benötigen Licht, Feuchtigkeit und Nährstoffe. Decken Sie das Reservoir ab, schließen Sie Lichtspalten um Netztöpfe und Durchführungen, entfernen Sie Pflanzenreste und reinigen Sie Flächen zwischen den Kulturen. Unterbrechen Sie zuerst den Lichtweg, statt unmittelbar zu einem Zusatzmittel zu greifen.

Braune, schleimige oder unangenehm riechende Wurzeln weisen auf Probleme in der Wurzelzone hin: hohe Lösungstemperatur, Sauerstoffmangel, stehendes Wasser, organische Rückstände oder unzureichende Hygiene. Klären Sie zuerst Ursache, Durchfluss und Temperatur. Stark betroffene Pflanzen sollten getrennt und die Anlage vor einem Neustart gründlich gereinigt werden.

Wiederkehrende Lecks deuten meist auf ein Problem der Anordnung hin. Verlegen Sie Schläuche so, dass sie sichtbar und erreichbar bleiben, stellen Sie Auffangwannen unter empfindliche Verbindungen und platzieren Sie das Reservoir nie dort, wo austretendes Wasser Stromanschlüsse oder den Gewächshauseingang erreicht.

Der häufige Fehler: pH, Nährstoffkonzentration, Wasserstand und Licht am selben Tag zu verändern. Korrigieren Sie nur eine begründete Variable und geben Sie den Pflanzen danach Zeit für eine erkennbare Reaktion.

Kapitel 10 / ernten, reinigen, dann erweitern

Erweitern Sie zuerst das Verständnis, danach die Leitungen.

Ernten Sie Blattkulturen schrittweise, indem Sie äußere Blätter entnehmen und das Pflanzenzentrum erhalten, oder schneiden Sie ganze Köpfe bei der gewünschten Größe. Füllen Sie das System nach Kulturende nicht sofort wieder. Entleeren und reinigen Sie es, betrachten Sie das Wurzelbild und lesen Sie Ihre Notizen. Das wertvollste Ergebnis des ersten Durchgangs ist eine verlässliche Ausgangsbasis für den zweiten.

Ein Reservoir behalten

Eine Variable ergänzen

Den Gang freihalten

Bauen Sie dieselbe Kultur ein zweites Mal mit einer ruhigeren, saubereren und sichereren Routine an, bevor ein weiteres System hinzukommt.

Testen Sie eine zweite Sorte, ein größeres Reservoir oder eine andere Jahreszeit – aber nicht alle drei Veränderungen gleichzeitig.

Eine Erweiterung gelingt nur, wenn jede Pflanze, Ablaufstelle, Leitung und Arbeitsfläche für Prüfung und Reinigung gut erreichbar bleibt.

Für eine Konstruktion mit langlebigen Materialien, durchdachten Lüftungsmöglichkeiten und einer ruhigen Präsenz im Garten entdecken Sie das Klassisches Aluminium-Gewächshaus. Der beste hydroponische Gewächshausgarten wirkt einladend und geordnet. Er bietet genug gestalterische Klarheit für Freude am Aufenthalt und genügend freien Zugang, damit die regelmäßige Wartung unkompliziert bleibt.

Österreich / praktische Fragen

FAQ zur Hydroponik im Gewächshaus

Kann ich österreichisches Leitungswasser für Hydroponik verwenden?

Häufig ja, doch prüfen Sie seine Ausgangswerte. Wasser ist kein leerer Träger: EC, pH, Alkalinität und gelöste Mineralstoffe beeinflussen das Verhalten des Düngers. Österreichisches Trinkwasser kann regional deutlich unterschiedliche Härte und Leitfähigkeit aufweisen. Driften die Werte wiederholt oder ist der Ausgangs-EC auffällig hoch, liefert eine Wasseranalyse mehr Erkenntnis als zusätzliches Düngen oder ständiges Korrigieren des pH-Werts.

Welches Hydroponik-System ist im Gewächshaus für Anfänger am einfachsten?

Für Salate und kompakte Kräuter ist eine kleine, lichtdichte und belüftete Tiefwasserkultur meist der klarste Einstieg. Die wenigen Komponenten bleiben sichtbar, Wurzeln lassen sich direkt kontrollieren und es gibt weniger Leitungen, die verstopfen können. Schützen Sie das Reservoir vor Sonne und Hitze und halten Sie elektrische Anschlüsse trocken, erhöht und fern von möglichen Überläufen.

Brauche ich für ganzjährige Hydroponik eine Gewächshausheizung?

Nicht zwingend, aber eine ganzjährige Kultur hängt in Österreich von Standort, Pflanze, Verglasung, Dämmung, Tageslicht und verfügbarer Klimaführung ab. Ein Gewächshaus verlängert die Saison; es garantiert im Winter jedoch keine sommerlichen Bedingungen und verhindert im Hochsommer keine Überhitzung. Beginnen Sie in jenen Jahreszeiten, die das Haus ohne großen technischen Aufwand gut bewältigt, und beurteilen Sie spätere Ergänzungen anhand Ihrer Erfahrungen.

Wie oft muss ich die Nährlösung austauschen?

Es gibt kein allgemeingültiges Intervall für jedes Reservoir. Kultur, Wasseraufnahme, Behältergröße, Ausgangswasser, Temperatur und Stabilität der Messwerte spielen zusammen. Wechseln Sie die Lösung zumindest zwischen abgeschlossenen Kulturen und früher, wenn Werte schwer stabilisierbar werden, Geruch oder Beläge auftreten oder Pflanzen trotz geprüfter Umgebungsbedingungen anhaltend schwächeln. Ein Protokoll macht die Entscheidung zunehmend passend zu Ihrer eigenen Anlage.

Ist hydroponische Ernte automatisch bio oder pestizidfrei?

Nein. Hydroponik beschreibt, wie Pflanzen Wasser und Nährstoffe erhalten; daraus folgt weder automatisch ein Bio-Status noch der Verzicht auf Pflanzenschutz. Ein sauberes, regelmäßig kontrolliertes Gewächshaus kann manche bodenbezogenen Probleme vermeiden. Hygiene, Schädlingskontrolle, geeignete Betriebsmittel und sorgfältiges Ernten bleiben dennoch wesentliche Aufgaben.

Ihre erste Hydroponik-Saison im Gewächshaus

Füllen Sie das erste Reservoir, nicht das ganze Gewächshaus.

Wählen Sie eine Kultur, ein einfaches System und einen sicheren Servicegang. Diese drei Entscheidungen schaffen einen hydroponischen Garten, den Sie verstehen, gern pflegen und später mit Bedacht erweitern können.

Eine Kultur
Blätter, Wurzeln und Wachstumstempo wirklich kennenlernen.
Ein System
Den gesamten Wasserweg sichtbar, verständlich und wartbar halten.
Ein Gang
Freien Zugang für Messung, Reinigung, Nachfüllen und Ernte bewahren.
Klassisches Aluminium-Gewächshaus
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