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Süßkartoffeln im Gewächshaus anbauen

Süßkartoffeln im Gewächshaus anbauen

Bloomcabin Kulturdossier für Österreich

Süßkartoffeln im Gewächshaus anbauen

Eine Ernte aus gespeichertem Sommer: Slips vorziehen, die lange warme Saison schützen und die Wurzeln nach der Ernte sorgfältig curen.

Ernte aus Sommerwärme

Die Wärme arbeitet mit.

Bei Süßkartoffeln entscheidet weniger ein spektakulärer Pflanztag als die geduldige Summe warmer Tage und Nächte.

In vielen österreichischen Gärten ist nicht das Licht der begrenzende Faktor, sondern die Zahl wirklich warmer Tage. Ein Freilandbeet kann im Mai noch kühl sein, nach Sommergewittern lange feucht bleiben und im September rasch an Schwung verlieren. Die Ranken überstehen zwar manchen durchschnittlichen Sommer, doch bloßes Überleben ergibt noch keine großzügig ausgebildeten Speicherwurzeln. Die Kultur verlangt einen warmen Start, lockeren Boden und eine möglichst ununterbrochene Wachstumsphase.

Ein Gewächshaus verändert diese Ausgangslage. Darin lassen sich gesunde Slips geschützt vorbereiten, Beete oder große Gefäße gezielt erwärmen und kühle Nächte abpuffern. Zugleich kann die produktive Phase im Spätsommer verlängert werden. Das macht Süßkartoffeln jedoch nicht ohne Heizung zur Winterkultur. Vielmehr wird der österreichische Sommer verlässlicher genutzt — eine wichtige Unterscheidung für Pflanztermin, Lüftung, Bewässerung und Ernteplanung.

Der Gewächshausvorteil: Geschützter Raum verhindert kalte Wachstumspausen. Er muss an heißen Tagen jedoch rechtzeitig geöffnet werden: Gesucht ist ein warmes, gut belüftetes Sommeratelier, keine geschlossene tropische Dampfkammer.

01 / Pflanzenporträt

Tropische Ranke mit Speicherwurzeln.

Die Süßkartoffel,Ipomoea batatas gehört botanisch zu den Windengewächsen und nicht zu den Nachtschattengewächsen. Ihre essbaren, verdickten Speicherwurzeln entstehen unter einer weit kriechenden Ranke. Als Pflanzmaterial dient ein bewurzelter oder frisch geschnittener Spross, der Slip. Deshalb ist es das falsche Modell, eine Supermarktknolle zu zerschneiden und wie Saatkartoffeln zu legen. Gesunde, nachvollziehbar erzeugte Slips sind der verlässlichere Anfang.

Die Kultur reagiert empfindlich auf Kälte. Besonders beim Anwachsen braucht sie warmen Boden und gleichmäßige Bedingungen. Sie verträgt sommerliche Wärme besser als viele andere Gewächshauspflanzen, belohnt aber weder kalte, nasse Erde noch ständige Wechsel zwischen Wachstumsphasen und Stillstand.

02 / Gewächshauspotenzial

Horizontal statt vertikal planen.

Ein Süßkartoffelhaus ist kein Tomatenhaus mit einer ausgetauschten Pflanzliste. Die langen Ranken brauchen eine niedrige, seitliche Route entlang der Beetkante, über eine saubere Mulchfläche oder rund um ein großzügiges Gefäß. Unterirdisch benötigen die Speicherwurzeln tief gelockerten, steinarmen und zuverlässig drainierten Boden. Die Aufgabe des Gewächshauses besteht darin, beiden Pflanzenteilen eine warme, geordnete Fläche zu geben.

Beginnen Sie mit verlässlicher Luftführung. Dachfenster, offene Türen und bei Bedarf eine sanfte Luftumwälzung verhindern überhitztes Laub und stehende Feuchte. Ein hochwertiges Modell wie das Klassisches Aluminium-Gewächshaus schafft dafür einen sorgfältig gestalteten Rahmen. Bodenflächen, Lüftungsöffnungen und Wege lassen sich so organisieren, dass einer lang reifenden Kultur tatsächlich genügend Wurzel- und Rankenraum bleibt.

Passend zum österreichischen Wärmefenster wählen

Drei sinnvolle Sortenrichtungen fürs Gewächshaus.

Die Sortenwahl ist besonders wichtig, wenn der Herbst früh einsetzt. Bevorzugen Sie benannte, gesunde Slips aus verlässlicher Herkunft. Eine bekannte Sorte macht Reifezeit und Wuchsstärke besser einschätzbar und reduziert das Risiko, Krankheiten in den geschützten Boden einzutragen.

Früh reifende Sorten

Suchen Sie nach Sorten oder Jungpflanzen, die ausdrücklich als früh reifend oder für kürzere Sommer beschrieben werden. Sie passen besser zu kühleren österreichischen Regionen und reduzieren den Druck, bis weit in den kalten Herbst hinein warten zu müssen.

Klassischer Küchentyp

Orangefleischige Sorten bieten nach dem Curing das vertraute Profil zum Backen, Braten und Pürieren. Sie sind sinnvoll, wenn das Gewächshaus über viele Wochen einen warmen, hellen Sommerraum bereitstellen kann.

Besondere Fleischfarben

Violette, cremefarbene oder weiße Süßkartoffeln bereichern die Küche, sollten aber nicht allein nach ihrer Farbe gewählt werden. Prüfen Sie Reifeverhalten, Wuchskraft und Eignung für kurze Sommer, bevor Sie wertvolle Beetfläche vergeben.

Vom Austrieb zum Slip

Mit Trieben beginnen, nicht mit Stücken.

Bestellen Sie Slips passend zum örtlichen Pflanzfenster oder ziehen Sie eine kleine Zahl etwa sechs bis acht Wochen vorher selbst an. Die eigene Vermehrung ist reizvoll; für ein Gewächshausbeet, das über Jahre genutzt werden soll, sind gesunde Slips spezialisierter Anbieter häufig die risikoärmere Wahl.

1

Mutterwurzel vorbereiten

Fest, gesund, warm und hell.

2

Kräftige Triebe

Auf kompakten Austrieb warten.

3

Sauber abnehmen

Slip vorsichtig drehen oder schneiden.

4

Slip bewurzeln

Blätter oben, Wurzeln unten.

5

Ins Beet setzen

Abhärten und ruhig einpflanzen.

Zur Anzucht wird eine feste, unverletzte Süßkartoffel flach in leicht feuchtes Substrat gebettet oder so in Wasser gestellt, dass der obere Teil trocken bleibt. Wärme und viel Licht sind wichtiger als ein möglichst schneller Austrieb. Sobald feste, grüne Sprosse mehrere Knoten und etwa vier bis sechs gut entwickelte Blätter tragen, werden sie sauber abgedreht oder abgeschnitten. Entfernen Sie die unteren Blätter und bewurzeln Sie die Triebe kurz in Wasser oder lockerem, frischem Anzuchtsubstrat. Blasse, lange oder kältegestresste Slips starten selten überzeugend.

Gewöhnen Sie bewurzelte Slips vor dem Pflanzen schrittweise an kräftigere Sonne, Luftbewegung und kühlere Morgenstunden. Beim Setzen kommen der untere Abschnitt und zwei bis drei Knoten in lockere Erde; gesundes Laub bleibt oberhalb der Oberfläche. Behandeln Sie die Pflanzen wie empfindliche, wärmeliebende Jungpflanzen — nicht wie zerteilte Speisekartoffeln.

Slips sind keine robusten Tomatenjungpflanzen. Ein üppiger, aber kältegestresster Slip bleibt im Beet stehen. Warten Sie, bis der Gewächshausboden zuverlässig warm ist, und pflanzen Sie erst dann in eine lockere, gut drainierte Wurzelzone.

Das Wärmespektrum

Die Temperatur ist der Kalender.

Pflanzen Sie nicht allein deshalb, weil der letzte Frost vorüber ist oder Ende Mai im Kalender steht. Messen Sie die Bodentemperatur einige Zentimeter tief, möglichst morgens. Erst ein über mehrere Tage warmes Beet bietet einen sicheren Start. Gleichzeitig müssen Dachfenster und Türen öffnen, bevor sonnige Mittagshitze das Laub belastet.

Unter 18 °C Boden
Auf verlässliche Wärme warten.
Ab etwa 18–20 °C
Das Pflanzen kann beginnen.
Warme Sommerluft
Kräftiges Rankenwachstum wird möglich.
Kühle Spätsaison
Kultur abschließen und ernten.

Unter etwa 18 °C Bodentemperatur wurzeln Slips langsam ein; kalte, nasse Erde erhöht zusätzlich das Ausfallrisiko. Rund 18 °C gelten als praktische Untergrenze, bei etwa 20 °C und mehr beginnt die Kultur deutlich gleichmäßiger. Für die Slip-Anzucht werden häufig 24 bis 29 °C empfohlen. Danach sammeln die Ranken bei beständiger Wärme, gleichmäßiger Feuchte und guter Lüftung rasch an Kraft.

Ein Thermometer auf Wurzelhöhe ist aussagekräftiger als die Außentemperatur oder ein einzelner sonniger Nachmittag. Je nach Region, Höhenlage und Bauweise liegt das Pflanzfenster in Österreich oft zwischen Ende Mai und Juni. Im Alpenvorland, in kühlen Beckenlagen oder höheren Lagen ist Geduld meist die bessere Investition. Das Gewächshaus erwärmt den Boden früher und erhält die Wachstumsphase länger, darf aber an heißen Tagen nicht zur Hitzefalle werden.

Beetchoreografie

Wurzeln brauchen Tiefe, Ranken eine Route.

Süßkartoffeln gedeihen in einem Beet, das tief gelockert wurde, Wasser zuverlässig ableitet und danach nicht wieder festgetreten wird. Schweres oder steiniges Substrat kann die Speicherwurzeln verformen; Staunässe erhöht das Risiko von Fäulnis. Reifer Kompost in moderater Menge verbessert die Struktur. Auch ein großer, tiefer Kübel ist möglich, sofern er großzügigen Wurzelraum, gute Drainage und Schutz vor Überhitzung bietet. Ein niedriger Balkonkasten reicht für eine Vorratsernte nicht aus.

Setzen Sie die Slips je nach Wuchskraft etwa 30 bis 45 cm auseinander; zwischen Reihen sind ungefähr 75 bis 100 cm sinnvoll. Lassen Sie einen klaren Weg frei. Sie benötigen Zugang zum Gießen, Lüften und Kontrollieren sowie später Platz, um die Wurzeln zu heben, ohne den Boden zu betreten. Lange Ranken werden sanft entlang einer vorgesehenen Beetkante geführt.

  • Lockeren, humosen und gut drainierten Boden verwenden; frischen Mist und übermäßig stickstoffreiche Dünger vermeiden.
  • Den Hauptstock erreichbar halten, statt ihn vollständig unter einem dichten Teppich aus Ranken zu verbergen.
  • Ranken seitlich entlang der Beetkante oder über eine niedrige Führung leiten, anstatt sie wie Gurken senkrecht aufzubinden.
Lockere Wurzelzone
Tief und steinarm
Freier Mittelweg
Gießen und ernten

Wasser, Nährstoffe, Luft

Die Wurzelzone gleichmäßig, den Raum bewegt halten.

Süßkartoffeln brauchen während des Anwachsens und der Wurzelbildung gleichmäßige Feuchte, vertragen aber keine Staunässe. Die Pflege ist ein fortlaufendes Gespräch zwischen Boden, Laub und Gewächshausklima — kein starrer Plan auf einer Düngerpackung.

Das Beet gießen, nicht den ganzen Raum

Gießen Sie nach dem Setzen gründlich an und halten Sie die Erde während des Einwurzelns gleichmäßig frisch. Tropfbewässerung oder vorsichtiges Gießen direkt am Boden bringt Wasser dorthin, wo es gebraucht wird, und hält das Laub trockener. Später darf die Oberfläche zwischen den Wassergaben leicht abtrocknen. Prüfen Sie jedoch stets die Feuchte einige Zentimeter tief, statt auf eine trocken wirkende Kruste zu reagieren. Große Gefäße brauchen besondere Aufmerksamkeit, weil sie sich schneller erwärmen und austrocknen können.

Praktische Reaktion

Mulchen Sie erst, nachdem der Boden warm geworden ist. Eine leichte organische Auflage oder saubere mineralische Oberfläche kann die Verdunstung bremsen. Eine zu frühe, dicke Mulchschicht hält dagegen jene Wärme fern, die Sie für den Kulturstart benötigen.

Die Wurzeln nähren, nicht Schauwuchs erzeugen

Arbeiten Sie vor dem Pflanzen reifen Kompost in moderater Menge ein. Ein Bodentest hilft bei wiederkehrenden Problemen besser als eine Düngung auf Verdacht. Zu viel verfügbarer Stickstoff fördert lange, weiche Ranken und dunkelgrünes Laub, während die Speicherwurzeln zurückbleiben können. Ist der Bestand kräftig und sattgrün, widerstehen Sie daher dem Impuls, nochmals zu düngen.

Praktische Reaktion

Falls eine Nachdüngung nötig ist, wählen Sie eine zurückhaltende, ausgewogene Gabe. Bringen Sie sie auf feuchten Boden aus und wässern Sie anschließend ein. Wiederholte stickstoffreiche Gaben sind nicht sinnvoll, nur weil die Kultur lange im Beet steht.

Lüftung schützt auch die Wurzelqualität

Gewächshauswärme ist wertvoll, bis sie Pflanze und Wurzelraum überfordert. Öffnen Sie an sonnigen Tagen Dachfenster frühzeitig und nutzen Sie Türen für einen kontrollierten Luftaustausch. Bei extremer Einstrahlung kann eine maßvolle Beschattung sinnvoll sein. Sanfte Luftbewegung reduziert stehende, feuchte Nischen im dichten Laub und erleichtert die Kontrolle auf Blattläuse oder Spinnmilben. Ziel ist beständige Wärme mit Bewegung, nicht maximale Hitze in einem geschlossenen Haus.

Praktische Reaktion

Planen Sie Lüftung, Wege und Wasserzugang vor dem Sommer. Das Klassisches Aluminium-Gewächshaus bietet einen klar strukturierten Ausgangspunkt für Pflanzzonen, Dachlüftung und einen verlässlichen Arbeitsablauf.

Ranken früh lesen

Drei Probleme, die vor der Ernte zählen.

Viel Laub, kleine Wurzeln

Mögliche Ursache: Zu viel Stickstoff, sehr dichter Wuchs, zu wenig Reifezeit oder wiederkehrender Wasserstress. Schneiden Sie die Ranken nicht radikal zurück, um Wurzeln zu erzwingen. Stoppen Sie unnötige Düngergaben, verbessern Sie Licht und Luftbewegung und geben Sie der Pflanze Zeit.

Flecken, Kräuselung, Gespinste

Mögliche Ursache: Blattläuse oder Spinnmilben können sich in warmen, trockenen und schlecht durchlüfteten Ecken vermehren. Kontrollieren Sie wöchentlich die Blattunterseiten, halten Sie neue Pflanzen zunächst getrennt und reagieren Sie früh. Befallene Partien können entfernt, Schädlinge mit Wasser abgespült und Nützlinge konsequent geschont werden.

Risse oder ungewöhnlich geformte Wurzeln

Mögliche Ursache: Unregelmäßige Wasserversorgung, verdichteter Boden, Steine oder abrupte Wachstumsschübe. Halten Sie die Feuchte gleichmäßig, entfernen Sie grobe Hindernisse vor dem Pflanzen und stören Sie die Wurzelzone nicht, sobald sich die Ranken ausbreiten.

Sauberkeit beginnt bei den Slips: Verwenden Sie gesunde Jungpflanzen, gereinigte Töpfe und Werkzeuge sowie frisches Substrat. Kontrollieren Sie Neuzugänge vor dem Einräumen. Bei wiederholter Nutzung des Gewächshauses sollten Beetflächen oder Pflanzenfamilien nach Möglichkeit wechseln. Vorbeugen ist wesentlich einfacher, als Probleme an bereits gebildeten Speicherwurzeln zu lösen.

Die Erntefolge

Ernten, als wäre die Schale aus Papier.

Frisch gehobene Süßkartoffeln besitzen eine äußerst zarte Schale. Jeder Kratzer und Schnitt schafft eine Verletzung, die beim Curing verheilen muss. Ziel ist deshalb ein langsames, kontrolliertes Freilegen und kein dramatisches Ziehen an den Ranken.

01

Termin wählen

Vor Frost und kaltem Boden ernten.

02

Ranken lösen

Jeden Hauptstock sichtbar machen.

03

Weiträumig lockern

Außerhalb der Wurzelzone beginnen.

04

Sanft ablegen

Jede Wurzel behutsam behandeln.

Gesundes Laub und ein warmer Boden können unter Glas noch wertvolle Reifezeit bringen. Warten Sie dennoch nicht auf die erste kalte Nacht. Entfernen oder lösen Sie zunächst die Ranken und markieren Sie den Hauptstock. Setzen Sie Grabegabel oder Handspaten deutlich außerhalb des Pflanzenzentrums an und heben Sie den Boden schrittweise. Speicherwurzeln reichen häufig weiter nach außen, als der sichtbare Stock vermuten lässt, und werden leicht durchstochen.

Streifen Sie lose Erde nur sanft ab und waschen Sie Wurzeln für die Lagerung nicht. Halten Sie die Ernte aus direkter Sonne und werfen Sie die empfindlichen Stücke nicht in einen Eimer. Legen Sie feste, unbeschädigte Wurzeln vorsichtig einlagig oder mit Luftzwischenraum in flache Kisten. Angeschnittene, kleine oder stark verformte Exemplare kommen zuerst in die Küche; makellose Wurzeln gehen ins kontrollierte Curing.

Die warme Zwischenphase

Beim Curing gewinnt die Ernte an Süße.

Curing ist kein beiläufiges Trocknen, sondern eine kontrollierte, warme und feuchte Nacherntephase. Dabei können kleine Verletzungen verheilen, die Schale wird stabiler und das spätere Aroma entwickelt sich. Ein ungeheiztes Gewächshaus ist im österreichischen Herbst nicht automatisch geeignet: Tagsüber kann es zu heiß und nachts zu kalt werden. Ein sauberer warmer Raum, eine überwachte Anzuchtbox oder eine kleine, kontrollierbare Kammer ist häufig zuverlässiger.

Erntetag

Wurzeln beschatten

Keine direkte Sonne zulassen.

Erster Tag

Sanft antrocknen

Lose Erde trocken abbürsten.

Fünf bis sieben Tage

Warm und feucht

Etwa 27–29 °C; 85–90 % Luftfeuchte.

Nach dem Curing

Mäßig kühl lagern

Etwa 13–16 °C; dunkel und luftig.

Schützen Sie die Wurzeln unmittelbar nach dem Heben vor direkter Sonne und verzichten Sie auf das Waschen. Lassen Sie oberflächliche Feuchte so weit abtrocknen, dass lose Erde vorsichtig abgebürstet werden kann. Danach werden gesunde Wurzeln für etwa fünf bis sieben Tage bei ungefähr 27 bis 29 °C und 85 bis 90 Prozent relativer Luftfeuchte gecurt. Legen Sie sie einlagig oder mit Luftzwischenraum in belüftete Kisten. Sanfte Luftbewegung ist hilfreich; ein direkter Ventilatorstrahl oder Kondenswasser auf der Schale ist dagegen ungünstig.

Nach der warmen Phase dürfen die Wurzeln einige Tage ruhig nachreifen. Für die längere Lagerung eignen sich etwa 13 bis 16 °C, Dunkelheit und gute Luftzirkulation. Der Kühlschrank ist zu kalt, und auch ein frostfreier Keller kann unter dem geeigneten Temperaturbereich liegen. Soll das Gewächshaus fürs Curing dienen, müssen Kisten beschattet und Temperatur sowie Luftfeuchte konsequent überwacht werden. Starke Schwankungen machen es als Curing-Raum ungeeignet.

Der stille Wintervorrat

Nur die besten Wurzeln einlagern.

Wählen Sie nach dem Curing feste, makellose und unbeschädigte Wurzeln für die längere Lagerung. Legen Sie sie locker in belüftete Kisten, Körbe oder Papiersäcke, nicht luftdicht in Kunststoff. Hohe Stapel und kalte Zugluft sind zu vermeiden. Kontrollieren Sie den Vorrat wöchentlich und entfernen Sie weiche, fleckige oder auffällig riechende Stücke sofort, bevor benachbarte Wurzeln beeinträchtigt werden.

Ein temperierter Innenraum, ein geeigneter Vorratsschrank oder ein kontrollierter Kellerbereich ist in Österreich oft besser als eine ungeheizte Garage. Gesucht sind beständige, mäßig kühle Bedingungen — nicht Kühlschranktemperaturen. Das Gewächshaus hat seine Aufgabe erfüllt, indem es Sommerwärme in kräftige Speicherwurzeln verwandelt hat. Die Winterlagerung soll diese Investition bewahren, nicht durch Kälte oder eingeschlossene Feuchtigkeit gefährden.

FAQ zur Gewächshaus-Süßkartoffel

Antworten für die warme Seite des Gartens.

Passen Sie jeden Termin an das örtliche Wetter, die morgendliche Bodentemperatur und das Reifeverhalten Ihrer Sorte an. Ein Gewächshaus erweitert das Kulturfenster, ersetzt aber nicht den langen, beständig warmen Sommer, den Süßkartoffeln für kräftige Speicherwurzeln benötigen.

Kann ich Süßkartoffeln ganzjährig im unbeheizten Gewächshaus anbauen?

In Österreich in der Regel nicht. Ein unbeheiztes Gewächshaus kann den Boden früher erwärmen, Slips schützen und die Saison bis in den Herbst verlängern. Süßkartoffeln bleiben jedoch kälteempfindlich. Während des Winters sind Boden- und Nachttemperaturen für eine produktive Wurzelbildung üblicherweise zu niedrig. Ohne zusätzliche Wärme und ausreichendes Licht entsteht daher keine verlässliche Ganzjahreskultur.

Wie viele Süßkartoffelpflanzen passen in ein kleines Gewächshaus?

Weniger, als die kleinen Slips zunächst vermuten lassen. Für den Einstieg sind zwei bis vier Pflanzen in einem gut geplanten Beet meist sinnvoller als eine enge Reihe. Halten Sie 30 bis 45 cm Pflanzabstand ein und reservieren Sie zusätzlich eine seitliche Rankenroute. Ein dichter Blätterteppich erschwert Bewässerung, Schädlingskontrolle und Ernte.

Soll ich die Ranken zurückschneiden, damit sie ordentlich bleiben?

Nur sparsam, etwa wenn ein Trieb dauerhaft einen Weg blockiert oder eine feuchte, schlecht belüftete Nische bildet. Wiederholter starker Rückschnitt nimmt der Pflanze photosynthetisch aktive Blattfläche und damit Energie für die Speicherwurzeln. Besser ist es, die Ranken entlang der Beetkante, über eine freie Mulchfläche oder mithilfe einer niedrigen, abnehmbaren Führung zu leiten.

Kann ich aus einer gekauften Süßkartoffel selbst Slips ziehen?

Grundsätzlich ja, doch das Ergebnis ist weniger vorhersehbar als bei Slips eines spezialisierten Anbieters. Supermarktknollen können eine unbekannte Sorte, eine lange Lagergeschichte oder einen unklaren Gesundheitsstatus haben. Für ein wiederholt genutztes Gewächshausbeet sind gesunde, benannte Slips mit nachvollziehbarer Herkunft die verlässlichere Investition.

Warum schmecken meine Süßkartoffeln direkt nach der Ernte kaum süß?

Wahrscheinlich fehlt ihnen die warme Nacherntephase. Frische Wurzeln schmecken häufig noch stärkehaltig. Curen Sie unbeschädigte Exemplare etwa fünf bis sieben Tage warm und feucht und lagern Sie sie danach bei mäßiger Temperatur statt im Kühlschrank. Mit dieser Ruhephase werden Geschmack, Schale und Lagerfähigkeit meist deutlich harmonischer.

Den Sommer bewahren

Ein Gewächshaus verwandelt Sommerwärme in eine lagerfähige Ernte.

Süßkartoffeln belohnen geduldige Gärtnerinnen und Gärtner zweimal: während der warmen, rankenreichen Monate und nach dem Curing, wenn die Wurzeln süßer und aromatischer in die Winterküche einziehen. Geben Sie der Kultur ein Gewächshaus mit warmem Boden, kontrollierter Luftbewegung und großzügig geplanter Grundfläche.

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