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Koriander anbauen / Cilantro im Gewächshaus

Koriander anbauen / Cilantro im Gewächshaus
Bloomcabin Anbaunotizen · Schweiz

Koriander anbauen / Cilantro im Gewächshaus

Eine Pflanze, zwei sehr verschiedene Ernten: Halten Sie sie kühl und schneiden Sie jung für saftiges Cilantro-Grün. Lassen Sie sie blühen und trocken ausreifen, entsteht aromatischer Koriander für das Gewürzregal.

Die grüne Ernte

Cilantro ist die schnelle, frische Seite.

Cilantro ist Coriandrum sativum, geerntet für seine weichen, gelappten Blätter und zarten Stiele. Im Gewächshaus ist diese Nutzung angenehm unmittelbar: Säen Sie eine kleine Reihe direkt, warten Sie auf eine kompakte Rosette und schneiden Sie nur, was noch am selben Tag in Salsa, Curry, Suppe oder Salat kommt. Frisch bleibt das Aroma am klarsten.

  • Ziel: wiederholte Ernten von frischem Blattgrün.
  • Beste Methode: dicht säen und kurze Sätze überlappen lassen.
  • Klimatische Priorität: heisse Wurzelzonen und stehende Luft vermeiden.
  • Kulturrhythmus: eine Ernte über Wochen, keine dauerhafte Saisonpflanze.
Die Gewürzernte

Koriander ist die langsame, warme Seite.

Koriander ist dieselbe Pflanze, die sich strecken, helle Dolden bilden und runde Samen ausreifen darf. Das Laub wird feiner, und der Zweck in der Küche verändert sich. Statt gegen jeden Blütenstiel anzuschneiden, geben Sie wenigen Pflanzen genügend Raum, schützen die reifenden Dolden vor dem Ausfallen und lassen die Ernte trocken enden.

  • Ziel: aromatische, vollständig gereifte Samen.
  • Beste Methode: weiter Stand mit ungehinderter Luftbewegung.
  • Klimatische Priorität: Wärme ist willkommen, sobald Samen das Ziel sind.
  • Kulturrhythmus: ein vollständiger Lebenszyklus.
Blattweg
Jung schneiden.
Samenweg
Wachsen lassen.

Diese Trennung ist die entscheidende Gewächshausplanung. Einen Cilantro-Bestand können Sie dicht kultivieren und regelmässig schneiden; einen Samensatz nicht. Wer von jeder Pflanze beides erwartet, erhält häufig zunächst zu wenig Blattmasse und später eine schwache, ungleichmässige Samenreife. Teilen Sie Beet, Kiste oder Pflanzrinne deshalb bewusst auf. Schon zwei beschriftete Streifen genügen. Halten Sie den Blattbestand mit kleinen Folgesaaten in Bewegung. Der separate Samensatz erhält ungefähr 20 cm Abstand und bleibt spätestens ab Beginn der Blüte ungeschnitten.

Vor dem ersten Grün

Säen Sie für die gewünschte Ernte.

Direktsaat ist meist der sauberste Weg, denn Koriander bildet eine Pfahlwurzel und reagiert empfindlich auf unnötiges Pikieren. Verwenden Sie frisches Saatgut und ein feines, lockeres, gut drainierendes Substrat oder ein sorgfältig vorbereitetes Beet. Säen Sie möglichst direkt an den endgültigen Standort. Falls Anzuchtgefässe unvermeidbar sind, versetzen Sie die Sämlinge sehr jung und mit vollständig intaktem Wurzelballen.

01

Saatgut passend zum Ziel wählen

Für Blätter eignen sich Sorten, die als langsam schiessend oder ausdrücklich für die Blatternte beschrieben werden. Bezeichnungen wie «Slow Bolt» versprechen mehr Zeit für kräftiges Grün, jedoch keine Immunität gegen Sommerhitze, Trockenstress oder lange Tage. Für die Samenernte sind gewöhnliche Koriandersorten geeignet. Achten Sie auf eine verlässliche Saatgutquelle, das gewünschte Aroma und eine Pflanzengrösse, die am vorgesehenen sonnigen Platz genügend Raum findet.

02

Eine flache, feste Saatrille ziehen

Säen Sie ungefähr 1–1,5 cm tief, decken Sie die Körner gleichmässig ab und drücken Sie die Oberfläche leicht an. So entsteht guter Kontakt zwischen Saatgut und Substrat. Wässern Sie anschliessend mit feiner Brause, damit die Körner nicht in Haufen zusammengespült werden. Im Gewächshausbeet sind kurze Reihen über die schmale Seite besonders praktisch: Jede Reihe lässt sich separat giessen, schneiden, beschriften und später vollständig räumen.

03

Blätter und Samen verschieden weit setzen

Für dichtes Baby-Cilantro dürfen die Körner relativ eng liegen. Wünschen Sie kräftigere Einzelpflanzen und mehrere selektive Schnitte, dünnen Sie auf etwa 5 cm Abstand aus. Ein Samensatz benötigt deutlich mehr Raum: Rund 20 cm zwischen den Pflanzen geben Licht an die Basis und Platz für verzweigte Blütenstiele. Wo der Zugang es erlaubt, erleichtern grosszügige Reihenabstände die Kontrolle reifender Dolden und eine gute Belüftung.

04

Warten, ohne zu vernässen

Die Keimung kann zwei bis drei Wochen dauern und verläuft in kühlem Substrat oft langsamer. Halten Sie die obere Schicht gleichmässig feucht, aber nie gesättigt. Eine transparente Abdeckung kann in sehr trockener Luft bis zum Auflaufen helfen; entfernen Sie sie danach sofort, damit die Sämlinge nicht in feucht stehender Luft wachsen. Beschriften Sie jede Reihe mit Aussaatdatum und Ernteziel – Blatt oder Samen. Das macht die spätere Staffelung wesentlich übersichtlicher.

Das Gewächshaus-Paradox

Viel Licht geben, ohne die Hitze entscheiden zu lassen.

Der geschützte Raum puffert kalte Nächte und starken Regen, kann Cilantro aber zugleich schneller in die Blüte treiben. Das Kraut bevorzugt eine kühle, helle Wachstumsphase. Entscheidend sind deshalb zuverlässige Lüftung, gleichmässige Bodenfeuchte und ein Wurzelraum, der nicht wiederholt überhitzt. Stellen Sie ein Min-/Max-Thermometer auf Blatthöhe auf und notieren Sie an mehreren sonnigen Tagen, wann die Temperatur deutlich steigt. Diese Messung ist aussagekräftiger als der kurze Eindruck beim Öffnen der Tür.

Licht

Wählen Sie einen hellen Standort. In heissen Monaten ist leichter Schatten während der intensivsten Nachmittagsstunden sinnvoller als ein dauerhaft dunkler Platz. Zu wenig Licht erzeugt blasse, weiche und gestreckte Stiele.

Temperatur

Blattkoriander wächst am zuverlässigsten in einer mässig warmen Umgebung mit kühleren Nächten. Steigt die Temperatur im Haus oder im Wurzelraum wiederholt stark an, beschleunigen sich Streckung und Blütenbildung.

Luftbewegung

Öffnen Sie Dachfenster und Tür an warmen Tagen früh, bevor die Hitze im Haus steht. Luftbewegung lässt Blätter schneller trocknen und verhindert feuchte, stagnierende Zonen – ohne den Bestand ständig kaltem Durchzug auszusetzen.

Wasser

Giessen Sie vorzugsweise morgens direkt in die Wurzelzone. Die Blätter sollten vor dem Abend abtrocknen. Dauerhaft nasse Oberflächen und stehende Luft fördern weiches Wachstum und Krankheitsprobleme.

Anatomie des Schossens

Das Blattfenster in fünf Signalen

01Rosette
Jetzt schneiden
02Mitte hebt sich
Ernten
03Feines Laub
Entscheiden
04Dolden
Festlegen
05Samenansatz
Trocknen

Phasen lesen, dann ruhig handeln. Eine niedrige Rosette mit breiteren, gelappten Blättern markiert die beste Schnittphase. Hebt sich die Mitte, ernten Sie nochmals grosszügig, ohne den Vegetationspunkt zu zerstören. Deutlich feinere, fiedrige Blätter zeigen, dass die Pflanze Energie in die Höhe verlagert. Sobald sich verzweigte Blütenstiele und weisse bis zart rosige Dolden bilden, ist eine klare Entscheidung fällig: Entfernen Sie einen sehr frühen Ansatz, um bei jungen Pflanzen etwas Blattzeit zu gewinnen, oder widmen Sie den Bestand zur Samenernte um. Später füllen sich grüne Kugeln, werden strohfarben und schliesslich hellbraun. Dann ist die Blatternte beendet. Schossen ist nicht die Folge eines einzigen Pflegefehlers. Lange Tage, Wärme, trockene Wurzeln, enge Gefässe und die natürliche Reife wirken zusammen. Lüften Sie früher, beschatten Sie harte Nachmittagssonne leicht, giessen Sie vor sichtbarem Welken und säen Sie Ersatz, bevor der alte Satz erschöpft ist.

Ein junger Satz ist die beste Reserve

Planen Sie eine Ernteflechte statt eines Einzeltermins.

Eine grosse Aussaat erzeugt eine kurze Schwemme und danach eine Lücke. Kleine Wiederholungen im Abstand von zwei bis drei Wochen schaffen den nützlichen Rhythmus: Babyblätter, kräftiges Schnittgrün, eine nachrückende Reihe und ein eigener, bewusst stehen gelassener Samensatz.

BeispielsaisonMärAprMaiJunJulAug
Satz A · BlattSaat + Babyblatt
Satz B · Blattvolle Blatternte
Satz C · BlattSaat + Babyblatt
Satz D · Blattvolle Blatternte
Reservierter Satz · Samenblühen, reifen, trocknen
Babyblatt- und Nachrückfenster Fenster für volle Blatternte bewusst erhaltener Samensatz

Dieser Kalender ist ein Planungsbild, kein starres Versprechen. Im ungeheizten Gewächshaus des Schweizer Mittellands beginnt die erste geschützte Aussaat je nach Lage oft Ende Februar oder im März. In höheren oder schattigen Lagen verschiebt sie sich nach hinten; im Tessin und an sehr warmen Standorten kann eine Sommerpause klüger sein. Säen Sie ungefähr bis August nach, passen Sie den Rhythmus aber an Temperatur, Licht und tatsächliches Wachstum an. Eine Augustsaat kann noch feines Herbstgrün liefern, wächst bei nachlassendem Licht jedoch langsamer.

Blatternte

Schneiden Sie zurückhaltend genug für weiteren Austrieb.

ÄUSSERE STIELELEICHTER REIHENSCHNITTNICHT INS HERZ
Türkis markiert produktive Schnitte. Die rote Linie zeigt den Vegetationspunkt, den die Pflanze für den weiteren Austrieb benötigt.

Drei gute Arten zu ernten

  1. Selektiver Schnitt: Nehmen Sie zuerst kräftige äussere Stiele knapp über dem Substrat. Die jungen Blätter in der Mitte bleiben stehen. Diese Methode eignet sich für einzelne Küchenportionen und Pflanzen mit ungefähr 5 cm Abstand.
  2. Leichter Reihenschnitt: Schneiden Sie bei dicht gesätem Baby-Cilantro nur eine kleine Zone etwa 3–5 cm über der Erde. Das geht schnell und sauber; der zweite Austrieb ist jedoch häufig schwächer als bei einer selektiven Ernte kräftiger Einzelpflanzen.
  3. Nie das Herz kappen: Ein harter Schnitt am Vegetationspunkt nimmt der Pflanze ihre Reserve. Er eignet sich zum vollständigen Räumen eines verbrauchten Satzes, nicht für einen verlässlichen weiteren Blattzyklus.
Aroma bewahren: Ernten Sie am kühlen Morgen, sobald die Blätter trocken und prall sind. Waschen Sie möglichst erst unmittelbar vor dem Gebrauch. Stellen Sie die Stiele wie einen kleinen Strauss in wenig Wasser, decken Sie sie locker ab und lagern Sie sie kühl. Überschüsse lassen sich gehackt einfrieren; Trocknen bewahrt das frische Cilantro-Aroma deutlich schlechter.

Eine durchdachte Anordnung macht die laufende Ernte leichter. Platzieren Sie Cilantro an der kühleren Türkante, vorne auf einem Tisch oder neben einer höheren Kultur, damit Sie bequem schneiden und den Zustand täglich sehen. Für klar organisierte Reihen, Arbeitsflächen und geschützte Kulturzonen eignet sich ein Klassisches Aluminium-Gewächshaus.

Das warme, trockene Ende

Einen Satz blühen lassen. Dann geduldig werden.

Sobald Sie sich für die Samenernte entscheiden, beenden Sie die regelmässigen Blattschnitte. Die Pflanzen bilden luftige Dolden mit weissen bis zart rosigen Blüten und danach runde, zunächst grüne Früchte. Halten Sie Tür und Dachfenster so offen, dass Insekten Zugang finden und feuchte Luft entweichen kann. In einem sehr geschlossenen Haus kann sanfte Bewegung der Blütenstiele die Verteilung des Pollens unterstützen. Wässern Sie weiterhin die Wurzelzone und halten Sie die Dolden möglichst trocken. So reifen sie sauberer und lassen sich in mehreren Etappen schneiden.

01Grün
02Wandel
03Teilreif
04Im Sack
05Reinigen + lagern
  1. Grün: Die prallen, frischen Körner füllen sich noch. Sie sind essbar und mild, besitzen aber noch nicht das trockene, zitrus-warme Gewürzaroma und sind nicht lagerstabil.
  2. Wandel: Beobachten Sie, wie die Dolden von Grün zu Stroh, Beige und Hellbraun wechseln. Die Reife ist ungleichmässig, besonders im warmen Gewächshaus. Kontrollieren Sie den Satz deshalb regelmässig.
  3. Teilreif: Sobald die Mehrheit der Dolden strohig bis hellbraun wirkt, schneiden Sie ganze Stiele am kühlen Morgen – bevor die ersten vollständig reifen Samen frei ausfallen.
  4. Im Sack: Hängen Sie die Stiele kopfüber in einen sauberen Papiersack und lassen Sie sie an einem trockenen, luftigen und schattigen Ort fertig reifen. Der Sack fängt ausfallende Samen auf und lässt Restfeuchte entweichen.
  5. Reinigen + lagern: Reiben Sie völlig trockene Dolden vorsichtig zwischen den Händen, entfernen Sie die Spreu und bewahren Sie die hart raschelnden Samen dunkel, kühl und luftdicht in einem sauberen Glas auf.

Warten Sie nicht, bis jede Dolde an der Pflanze dunkelbraun geworden ist. Im warmen Haus können die frühesten Samen bereits ausfallen, während spätere noch grün sind. Schneiden Sie in Etappen, sobald jeweils die Mehrheit ihre Farbe verändert hat, und beenden Sie die Trocknung geschützt im Papiersack. Noch feuchte Dolden gehören nie in ein geschlossenes Kunststoffgefäss.

Ruhig korrigieren

Häufige Probleme als Ursache und passende Antwort.

Pflanzen schiessen bereits bei geringer Höhe

Wahrscheinliche Ursache: ein überhitzter Wurzelraum, plötzliche Temperaturspitzen, Trockenstress oder ein alter Satz, der zu lange ohne Ernte stehen blieb.

Antwort: Öffnen Sie Dachfenster und Tür früher, beschatten Sie die härteste Nachmittagssonne leicht und wässern Sie, bevor die Pflanzen welken. Säen Sie sofort einen neuen Satz. Das Auskneifen eines sehr frühen Blütenansatzes kann etwas Zeit gewinnen; eine Folgesaat ist jedoch verlässlicher als der Versuch, eine deutlich gestreckte Pflanze zurück in einen langen Blattzyklus zu zwingen.

Blasse, schwache und gestreckte Blätter

Wahrscheinliche Ursache: zu wenig Licht, ein überfüllter Bestand oder dauerhaft nasses Substrat, das die Wurzelfunktion einschränkt.

Antwort: Stellen Sie Gefässe heller, dünnen Sie zu dichte Reihen aus und lassen Sie die Oberfläche zwischen gründlichen Wassergaben leicht abtrocknen. Korrigieren Sie zuerst Licht, Abstand und Feuchte. Düngen Sie danach höchstens sparsam: Zu viel Stickstoff erzeugt schnell weiches, sattgrünes Wachstum, aber nicht zwingend ein intensiveres Aroma.

Gelbe Unterblätter und eine müde Mitte

Wahrscheinliche Ursache: vernässtes Substrat, Sauerstoffmangel an den Wurzeln oder ein älterer Bestand, der sich natürlicherweise auf Blüte und Samen umstellt.

Antwort: Prüfen Sie Abzugslöcher und Bodenstruktur, reduzieren Sie die Häufigkeit der Wassergaben und räumen Sie erschöpfte Pflanzen, statt einen weiteren Schnitt zu erzwingen. Für das nächste Erntefenster ist eine frische Aussaat sinnvoller. Einzelne gesunde Pflanzen können Sie stattdessen als Samensatz markieren.

Blattläuse sitzen an zarten Spitzen

Wahrscheinliche Ursache: weiches, üppiges Wachstum und ein geschützter Gewächshausraum, in dem kleine Kolonien lange unbemerkt bleiben.

Antwort: Kontrollieren Sie Blattunterseiten und Triebspitzen zweimal wöchentlich. Isolieren Sie stark befallene Gefässe, spülen Sie kleine Kolonien mit Wasser ab und verbessern Sie die Luftbewegung. Gelbtafeln können zufliegende Tiere anzeigen, ersetzen aber die Pflanzenkontrolle nicht. Vermeiden Sie übermässige Stickstoffgaben. Falls ein Pflanzenschutzmittel erwogen wird, darf nur ein für essbare Kräuter zugelassenes Produkt nach den Angaben auf seiner Etikette verwendet werden.

Sämlinge kippen am Bodenansatz um

Wahrscheinliche Ursache: Auflaufkrankheiten, begünstigt durch Überwässerung, altes Substrat, ungenügend gereinigte Gefässe oder feucht stehende Luft.

Antwort: Entfernen Sie betroffene Sämlinge, reinigen Sie Schalen und Geräte und beginnen Sie mit frischem Substrat neu. Säen Sie weniger dicht und wässern Sie gezielt die Erde statt laufend das Laub. Lüften Sie rechtzeitig und schliessen Sie das Gewächshaus am Abend nicht mit nassen Blättern und hoher Luftfeuchte.

Zeitplanung für die Schweiz

Das Gewächshaus mildert das Klima – es ersetzt es nicht.

Innerhalb der Schweiz unterscheiden sich Nachttemperaturen, Höhenlage, Sonnenintensität und Frühlingsbeginn auf kurzen Distanzen deutlich. Der geschützte Raum erweitert Ihre Möglichkeiten, ändert aber nichts an der Vorliebe von Cilantro für helles, eher kühles Wetter. Lassen Sie die gemessenen Bedingungen im eigenen Haus den Rhythmus bestimmen.

Mittelland & Städte

Eine erste geschützte Direktsaat ist im ungeheizten Haus häufig ab Ende Februar oder im März möglich, sobald das Substrat nicht mehr dauerhaft kalt und nass bleibt. Ab Mai werden die Zone nahe der Tür und leichter Schatten für Blattkoriander zunehmend wertvoll. Einen Samensatz säen Sie vorzugsweise von März bis Mai, damit genügend Zeit für Blüte und Reife bleibt.

Voralpen & Höhenlagen

Beginnen Sie später, wenn die Nächte lange kalt bleiben und das Substrat nur langsam abtrocknet. Dafür kann die Blattphase in einem kühleren Sommer länger anhalten. Schützen Sie junge Sämlinge in besonders kalten Nächten und rechnen Sie im Spätherbst mit deutlich langsamerem Wachstum. Für Samen braucht es einen frühen Start sowie den sonnigsten, luftigsten Platz im Haus.

Tessin & warme Lagen

Nutzen Sie vor allem Frühling und Spätsommer für frisches Cilantro-Grün. Während heisser Wochen hilft lichter Halbtagsschatten oft mehr als zusätzliches Wasser; bei anhaltender Hitze ist eine kurze Aussaatpause sinnvoll. Starten Sie erneut, sobald die Tagestemperaturen sinken. Für die Samenreife ist Wärme willkommen, doch die Dolden müssen engmaschig kontrolliert und vor dem Ausfallen geschnitten werden.

Bei jeder Saisonplanung gehören sparsamer Ressourceneinsatz und langlebige Materialien dazu. Mehr über diesen Ansatz erfahren Sie unter Umwelt bei Bloomcabin Schweiz. Für übersichtliche Kulturzonen und eine gleichmässige, gut kontrollierbare Wasserroutine bietet ein Klassisches Aluminium-Gewächshaus.

Fragen von der Kräuterbank

FAQ zu Koriander und Cilantro

Wächst Cilantro ganzjährig im Gewächshaus?

Ohne Heizung und Zusatzlicht ist eine verlässliche Ganzjahreskultur in der Schweiz nur eingeschränkt sinnvoll. Im kalten, ungeheizten Haus verlangsamen schwaches Winterlicht und tiefe Nachttemperaturen das Wachstum deutlich. Im überhitzten Sommerhaus schiesst die Pflanze dagegen schnell. Nutzen Sie Koriander deshalb als gestaffelte Kultur für Frühling, Sommer und Herbst, nicht als dauerhafte Einzelpflanze. Kleine Microgreen-Saaten sind im Winter möglich, ersetzen aber keine kontinuierliche Blatternte über viele Wochen.

Wie lange dauert es bis zur Keimung?

Rechnen Sie unter passenden Bedingungen mit ungefähr zwei bis drei Wochen. Kühles Substrat kann das Auflaufen verlangsamen. Halten Sie die Erde gleichmässig feucht, aber nie vernässt, und graben Sie nicht wiederholt nach den Körnern. Unterschiedliche Saattiefe oder schwankende Oberflächenfeuchte führen häufig zu einer ungleichmässigen Keimung.

Soll man Koriandersamen vor der Saat teilen?

Die runde Frucht kann vorsichtig angedrückt werden, sodass sie sich in ihre natürlichen Teilfrüchte trennt; zwingend erforderlich ist das nicht. Grössere Vorteile bringen frisches Saatgut, eine gleichmässige Saattiefe, sorgfältige Feuchte und ein lockeres Substrat. Zermahlen Sie die Körner nicht und beschädigen Sie die enthaltenen Samen nicht unnötig.

Wie gross sollte das Pflanzgefäss sein?

Verwenden Sie ein Gefäss mit Abzugslöchern und genügend Tiefe für die Pfahlwurzel. Etwa 20–25 cm Tiefe sind für eine kleine Kultur komfortabel. Eine breite, tiefe Kiste oder Pflanzrinne ist meist nützlicher als viele kleine Kräutertöpfe: Darin lassen sich kurze Reihen, verschiedene Aussaatdaten und eine gleichmässigere Wasserversorgung übersichtlich organisieren.

Kann Cilantro neben Tomaten wachsen?

Ja, wenn Sie seinen eigenen Klimabedarf berücksichtigen. Der Tomatenbereich ist im Sommer häufig der sonnigste und heisseste Teil des Gewächshauses; dort kann Blattkoriander besonders schnell schiessen. Platzieren Sie ihn besser am kühleren Rand, nahe der Luftbewegung, aber nicht in austrocknendem Durchzug. Der lichte Schatten höherer Tomaten kann während warmer Perioden nützlich sein.

Wann sind Koriandersamen erntereif?

Ernten Sie, wenn sich die Mehrheit der Dolden von Grün zu Stroh, Beige oder Hellbraun verfärbt hat und die Samen trocken statt weich wirken. Schneiden Sie die Stiele, bevor die frühesten Körner auf den Boden fallen. Lassen Sie die Ernte anschliessend kopfüber in einem Papiersack oder einem anderen luftdurchlässigen Behältnis vollständig trocknen.

Quellen & weiterführende Lektüre

Praxisquellen für diesen Anbauleitfaden

Mehr bei Bloomcabin: Gewächshaus nach der Montage einrichten und pflegen · wassersparend gärtnern im Gewächshaus · Bloomcabin-FAQ zu Aluminium-Gewächshäusern

  1. Royal Horticultural Society – How to grow coriander: Aussaat, Sortenwahl, Pflege und Ernte der Pflanze für frische Blätter oder reife Koriandersamen.
  2. University of Maryland Extension – Cilantro/Coriander: Doppelnutzung als Blatt- und Samenkultur, gestaffelte Aussaaten sowie Hinweise zum Schossen bei warmem Wetter.
  3. Oregon State University Extension – Cilantro oder Koriandersamen anbauen: Zusammenhang zwischen Wärme, Tageslänge, Blüte, laufender Blatternte und einer bewusst geplanten Saatfolge.
  4. Utah State University Extension – Cilantro/Coriander in the Garden: Saattiefe, Pflanzabstände, Wasserversorgung und der geeignete Zeitpunkt für Ernte und Trocknung der Samen.
  5. University of Wisconsin–Madison Extension – Cilantro: Eigenschaften langsam schiessender Sorten und praktische Kulturhinweise für eine längere Nutzung des Blattfensters.
  6. Penn State Extension – Cilantro, a Unique Culinary Herb: Sortenwahl für die Blatternte, Kulturführung und kulinarische Verwendung von frischem Cilantro und Koriander.

Passen Sie alle Empfehlungen an Sorte, Höhenlage und die gemessenen Bedingungen in Ihrem Gewächshaus an. Informationen zum verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und zur Materialwahl finden Sie unter Umwelt bei Bloomcabin Schweiz.

Blattweg

Frische wählen.

Reservieren Sie eine kurze Reihe in der kühleren Zone, säen Sie nach, bevor der aktuelle Satz seinen Höhepunkt erreicht, und machen Sie den ersten Schnitt zum Teil des Abendessens – nicht zu einer Arbeit, die bis zum Schossen warten muss.

Samenweg

Gewürz wählen.

Geben Sie wenigen Pflanzen Platz zum Wachsen, lassen Sie die Dolden ruhig und vollständig trocknen und bewahren Sie die ganzen Samen dunkel im eigenen Gewürzglas auf. Mahlen oder rösten Sie jeweils nur kleine Mengen kurz vor der Verwendung.

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