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Standardmasse oder Massanfertigung: Fenster wählen

Standardmasse oder Massanfertigung: Fenster wählen

Fensterplanung in der Schweiz

Sie koordinieren einen Umbau, warten auf das definitive Aufmass oder planen einen Neubau: Gerade bei Fenstern kann die Frage nach Standardmassen zu früh gestellt werden. Ein Format kann im Katalog plausibel aussehen und trotzdem nicht zur Laibung, zur geplanten Dämmung, zur Brüstung oder zur Fassadenordnung passen. Umgekehrt ist eine Massanfertigung nicht automatisch die bessere Wahl, wenn sich Öffnungen noch sinnvoll auf wenige wiederkehrende Formate abstimmen lassen. Entscheidend ist, wer welche Masse verbindlich festlegt und ob Offertumfang, Anschlussdetails und Fensteraufteilung dieselbe Planung meinen. Dieser Ratgeber ordnet die Entscheidung aus Sicht der Projektkoordination. Er hilft Ihnen, vorhandene Öffnungen sauber zu erfassen, ein wiederholbares Raster von echten Sonderfällen zu trennen und eine Anfrage so zu formulieren, dass später nicht über unklare Bezugskanten oder fehlende Funktionen gestritten wird.

Fenstergestaltung mit einem Festfeld und einem unterteilten Öffnungsflügel

Mit der Bestandsaufnahme beginnt die Grössenentscheidung

Bei einem Ersatzprojekt ist die vorhandene Öffnung der Ausgangspunkt, nicht ein scheinbar ähnliches Nennmass. Messen Sie jede Position getrennt in mehreren Höhen und Breiten. Halten Sie zusätzlich Laibungstiefe, Brüstung, Sturz, Fensterbankbereich, sichtbare Unebenheiten und die Richtung der Wand fest. Fotos mit Massstab und eine einfache Skizze der Innen- und Aussenseite helfen, spätere Rückfragen eindeutig zu beantworten. Besonders bei älteren Gebäuden können zwei nebeneinanderliegende Fenster unterschiedlich sein, obwohl sie auf den ersten Blick gleich aussehen. Werte zu mitteln schafft keine einheitliche Öffnung, sondern verdeckt die Abweichung. Notieren Sie deshalb pro Fenster auch Raumname, Geschoss, Fassadenseite und den Zustand, in dem gemessen wurde: vor oder nach Ausbau des alten Rahmens beziehungsweise vor oder nach vorgesehenen Wandarbeiten.

Eine Wandöffnung ist nicht identisch mit dem Mass auf einer Bestellung. Dazwischen liegen Rahmenaussenmass, vorgesehene Fuge, Abdichtung sowie je nach Projekt Putz-, Dämm- oder Verkleidungsebenen. Bitten Sie den verantwortlichen Fachbetrieb, die Bezugskante jeder Massangabe zu benennen und die Masse in der Offerte lesbar zuzuordnen. Eine klare Aufmasskarte trennt vorhandenes Öffnungsmass, geplantes Bestellmass und spätere sichtbare Glasfläche. Das ist besonders wichtig, wenn ein bestehendes Festfenster ohne Öffnungsfunktion durch ein gleich wirkendes Element ersetzt werden soll: Das gewünschte Erscheinungsbild allein sagt noch nichts über den erforderlichen Anschluss aus. Erst wenn die vollständige Einbausituation nachvollziehbar ist, lässt sich beurteilen, ob ein Standardformat wirklich passt oder lediglich rechnerisch in die Öffnung fällt.

Wann ein wiederkehrendes Raster sinnvoll ist

Standardmasse sind vor allem eine Planungsstrategie. Sie können überzeugen, wenn im Neubau mehrere Öffnungen noch festgelegt werden können oder wenn ein Anbau ein ruhiges, wiederholbares Raster erhalten soll. Weniger unterschiedliche Fensterpositionen erleichtern die Kontrolle von Achsen, Brüstungshöhen, Fensterbänken, Vorhängen und aussenliegenden Elementen. Der Nutzen entsteht jedoch nur bei echten Wiederholungen. Zwei Fenster sollten nicht nur ähnlich breit sein, sondern möglichst auch vergleichbare Nutzung, Teilung, Anschlusshöhe und Öffnungsrichtung haben. Ein Schlafzimmerfenster mit notwendigem Öffnungsraum folgt beispielsweise einem anderen Raumablauf als ein festes Feld im Treppenbereich. Gleiche Masse nur um der Vereinfachung willen können daher zu einer weniger brauchbaren Raumseite führen.

Wählen Sie bei einer Rasterplanung zuerst eine Referenzposition und prüfen Sie sie aus allen Ansichten. Wie sitzt der Rahmen in der Wand? Wo liegt der Griff? Stört der Flügel Möbel, Vorhänge oder einen Durchgang? Bleiben Brüstung und Sturz in einer stimmigen Linie zur Nachbaröffnung? Ein einflügeliges Fenster nach innen öffnend kann in mehreren gleichartigen Räumen eine konsistente Lösung sein, sofern der Schwenkbereich in jedem Raum frei bleibt. Übertragen Sie einen geprüften Typ nur auf Positionen mit denselben Voraussetzungen. Halten Sie Ausnahmen ausdrücklich fest, statt sie stillschweigend an den Standard anzupassen. So bewahrt das Raster seinen Vorteil, ohne einzelne Räume oder die Fassade unnötig zu kompromittieren.

Das ganze Projekt im Blick

Massanfertigung löst konkrete Konflikte, nicht jede Unsicherheit

Eine Massanfertigung ist zweckmässig, wenn das Gebäude eine bestimmte Geometrie vorgibt, die ein Raster sichtbar oder funktional stören würde. Typische Auslöser sind unterschiedlich breite Bestandsöffnungen, asymmetrische Fassadenachsen, ungewöhnliche Brüstungen, ein prägendes Fensterband oder eine Teilung, die an vorhandene Architektur anschliessen soll. Auch wenn eine Öffnung nach den vorgesehenen Anschlussaufbauten nur mit unharmonischen Restflächen zu einem Standardformat passt, lohnt sich der Vergleich. Massanfertigung bedeutet dabei nicht nur eine andere Breite oder Höhe. Sie kann die Lage von Pfosten, Flügeln und festen Feldern sowie das Verhältnis von Glas zu Rahmen gezielt auf die Position abstimmen. Beschreiben Sie daher zuerst das Problem, das gelöst werden soll, statt lediglich «Sondermass» anzufragen.

Auf der Innenseite zeigen sich die Folgen oft genauso deutlich wie auf der Fassade. Ein Fenster, das exakt auf eine Aussenachse reagiert, kann innen eine unpraktische Griffhöhe, eine zu schmale Fensterbank oder einen ungünstigen Öffnungsbereich erzeugen. Prüfen Sie Massvarianten deshalb in Grundriss, Innenansicht und Aussenansicht. Bei einer breiteren Öffnung kann ein zweiflügeliges Fenster nach innen öffnend eine mögliche Aufteilung sein; ob diese passt, hängt aber von Möblierung, Bedienung und den gewünschten Flügelbreiten ab. Eine andere Teilung oder ein festes Zusatzfeld kann eine Alternative sein. Entscheiden Sie nicht aus einer einzelnen Frontansicht, sondern anhand der Variante, die die meisten Anforderungen ohne verdeckte Nachteile zusammenbringt.

Das Bestellmass braucht eine eindeutige Sprache

Missverständnisse entstehen häufig, weil alle Beteiligten von «dem Fenstermass» sprechen, aber etwas anderes meinen. Für die Planung sollten mindestens die gemessene Öffnung, das vorgesehene Rahmenaussenmass und der Raum für den Anschluss getrennt geführt werden. Ergänzen Sie die Skizze um die Rahmenlage in der Wand und um die vorgesehenen Schichten auf innen und aussen. Fragen Sie konkret: Welche Masse werden in der Offerte genannt? Auf welche Kante beziehen sie sich? Wer überprüft sie vor der Freigabe? Welche Angaben fehlen noch, bevor bestellt werden kann? Diese Fragen sind wertvoller als ein frühes Ja zu einer nominellen Standardgrösse. Sie schaffen einen prüfbaren Umfang für Bauherrschaft, Planung und Ausführung.

Bei mehreren Fenstern bewährt sich eine Fensterliste mit Positionsnummer, Raum, Rohbau- oder Bestandsmass, gewünschter Funktion, Anschlag, Öffnungsrichtung, Teilung und Bemerkungen zu Anschlüssen. Ergänzen Sie eine kleine Ansichtszeichnung, wenn Oberlichter, feste Seitenteile oder unterschiedliche Sprossen vorgesehen sind. Ein Kombi-Fenster ist beispielsweise eine Produktbezeichnung für eine kombinierte Fensterlösung; welche Felder sich öffnen sollen und wie die Teilung sitzen muss, gehört dennoch klar in Ihre Positionsbeschreibung. Vermeiden Sie Formulierungen wie «wie bestehend», wenn das Bestehende ungleich, beschädigt oder nur ungefähr gemessen ist. Eine freigegebene Zeichnung mit eindeutiger Positionsnummer ist eine verlässlichere gemeinsame Grundlage als Erinnerung oder Baustellenfoto.

Kombinationsfenster im traditionellen Stil

Öffnungsart kann das richtige Format verändern

Die Wahl des Masses darf nicht von der Bedienung getrennt werden. Ein nach innen öffnender Flügel beansprucht beim Lüften Platz im Raum; ein nach aussen öffnender Flügel verändert den Bereich vor der Fassade. Bei einem Fenster am Esstisch, vor einem Einbaumöbel oder neben einem Laufweg kann eine kleine Massänderung darüber entscheiden, ob der Flügel praktisch bleibt. Klären Sie vor der Formatwahl, wer das Fenster wie oft nutzt, ob es nur zum Lüften dient und welche Möbel später dort stehen. Zeichnen Sie den Flügelweg im Grundriss ein, nicht nur die geschlossene Ansicht. Berücksichtigen Sie auch Vorhänge, Pflanzen, Armaturen oder Heizkörperverkleidungen, die erst nach dem Fenstereinbau relevant werden.

Bei hohen oder schwer zugänglichen Positionen ist die Bedienbarkeit ebenso wichtig wie die Proportion. Fragen Sie, ob der Griff erreichbar bleibt, wie Reinigung und Lüftung gedacht sind und ob ein festes Feld die sinnvollere Verteilung schaffen könnte. Eine breite Öffnung muss nicht zwingend einen einzigen grossen beweglichen Flügel erhalten. Mehrere Felder können Licht, Sicht und Bedienung anders aufteilen. Für eine bewusst geometrische Öffnung sind dreieckige und schräge Festfenster eine mögliche Sonderform; sie verlangen eine genaue Zeichnung statt einer Annäherung an ein Rechteckformat. Definieren Sie bei jeder Position zuerst die gewünschte Nutzung und anschliessend die Masse. So verhindert die Funktion, dass ein formal passendes Fenster im Alltag zur umständlichen Lösung wird.

Fassadenordnung und Glasanteil zusammen prüfen

Ein Standardformat kann sich an einer einzelnen Öffnung korrekt anfühlen und trotzdem die Gesamtansicht aus dem Gleichgewicht bringen. Prüfen Sie deshalb die Fassade mit sämtlichen Fensterpositionen, Türen und Geschossen zugleich. Achten Sie auf gemeinsame Sturzlinien, Brüstungslinien, Abstände zu Ecken und das Verhältnis von schmalen zu breiten Feldern. Es geht nicht darum, jede Achse zwanghaft gleich zu machen. Gerade bestehende Häuser haben oft nachvollziehbare Abweichungen. Die Frage lautet vielmehr, ob die Unterschiede bewusst wirken oder aus zufällig gewählten Ersatzmassen entstehen. Legen Sie zuerst die dominierenden Achsen fest. Entscheiden Sie anschliessend, wo ein wiederholtes Standardformat Ruhe bringt und wo eine abweichende Grösse die vorhandene Logik besser respektiert.

Die Fensterteilung beeinflusst den Eindruck mindestens so stark wie das Aussenmass. Ein Pfosten, glasteilende Sprossen oder ein festes Feld verändern die sichtbaren Glasflächen und können eine breite Öffnung feiner gliedern. Umgekehrt kann eine Teilung bei kleinerem Format unruhig werden. Stellen Sie Varianten im selben Massstab nebeneinander, idealerweise mit Wandflächen und Nachbarfenstern. Bei traditionellen Gestaltungsabsichten kann ein Drehfenster «Kombi» im historischen Stil, nach aussen öffnend zur gewünschten Sprache passen, wenn Teilung und Öffnungsart an der konkreten Fassade geprüft werden. Der historische Stil im Namen ersetzt keine Analyse der Proportionen. Fragen Sie in der Anfrage nach einer Ansicht der vorgesehenen Aufteilung, damit nicht nur das Rahmenmass, sondern auch das sichtbare Ergebnis beurteilt wird.

Das ganze Projekt im Blick

Sonderformen brauchen einen besonders klaren Plan

Runde, halbkreisförmige, schräge oder sehr hohe Öffnungen sind selten gute Kandidaten für eine grobe Standardisierung. Hier bestimmt die Form nicht nur das Aussenmass, sondern auch die Linienführung der Verglasung, die Anschlüsse und den Anteil fester oder beweglicher Bereiche. Dokumentieren Sie die Geometrie mit verlässlichen Bezugspunkten: Wo beginnt die Schräge, wo liegt der Mittelpunkt eines Bogens, welche geraden Kanten begrenzen die Öffnung? Eine reine Breiten- und Höhenangabe reicht bei solchen Positionen nicht aus. Stimmen Sie die Zeichnung mit dem Projektverantwortlichen ab, bevor Sie eine Produktanfrage finalisieren. Falls die Wandöffnung erst erstellt wird, kann die Fensterplanung die benötigte Geometrie definieren; im Bestand muss sie dagegen auf die tatsächlich vorhandene Form reagieren.

Auch Dachräume verlangen eine andere Betrachtung als eine senkrechte Fassadenöffnung. Dachneigung, Innenverkleidung, Möblierung und die Lage zum Dachaufbau bestimmen, welches Format in den Raum passt. Ein Dachfenster mit Schwingflügel beschreibt eine mögliche Öffnungsart im Dach, nicht die passende Grösse für jede Schräge. Zeichnen Sie den Flügelweg und die spätere Innenlaibung, bevor Sie sich auf ein Mass festlegen. Überlegen Sie zudem, welche Aussicht, welches Tageslicht und welche Lüftung die Position leisten soll. Mehrere kleinere Öffnungen, ein grösseres Feld oder eine andere Lage sind konzeptionelle Alternativen. Welche davon baulich umsetzbar ist, sollte eine dafür qualifizierte Fachperson am konkreten Projekt beurteilen.

Terrassen- und Balkontüren als eigene Positionsgruppe behandeln

Bei einer Türöffnung genügt es nicht, Fensterbreite und Fensterhöhe hochzuskalieren. Der Durchgang, die Schwelle, der Weg nach draussen, die Möblierung und die Flügelbewegung erhalten mehr Gewicht. Prüfen Sie, ob der Durchgang regelmässig genutzt wird, ob grosse Gegenstände hindurchmüssen und wie sich geöffnete Flügel mit Sitzplatz, Geländer oder Bepflanzung vertragen. Auch der Übergang zwischen Innenboden und Aussenbereich gehört in die Koordination, ohne dass aus einem Katalogmass bereits eine fertige Anschlusslösung folgt. Notieren Sie die gewünschte lichte Durchgangsituation als Planungsziel und lassen Sie klären, welche Rahmen- und Anschlussmasse dafür vorgesehen sind. Das schützt vor der Annahme, dass ein breites Aussenmass automatisch einen gleich grossen nutzbaren Durchgang ergibt.

Bei grossflächigen Öffnungen steht oft die Entscheidung zwischen mehreren Flügeln, festem Glas und einer Schiebelösung im Raum. Patio Life Hebe-Schiebetüren sind eine mögliche Produktart für eine seitlich öffnende Terrassenverbindung. Sie sollten aber nicht allein deshalb gewählt werden, weil die Öffnung breit ist. Vergleichen Sie die gewünschte Passage, die Möblierung beidseits, den Platzbedarf der geöffneten Elemente und die Fassadenansicht. Eine zweiflügelige Balkontür oder eine Kombination aus Tür und festem Seitenteil kann je nach Nutzung eine Alternative sein. Fragen Sie für jede Variante nach den genauen Bestell- und Anschlussmassen sowie danach, welche Felder beweglich bleiben. Damit vergleichen Sie Lösungen nach ihrem tatsächlichen Projektbeitrag statt nach einer isolierten Gesamtbreite.

Nach innen öffnendes Fenster mit zwei Flügeln

Offerten nur mit gleichem Umfang vergleichen

Zwei Offerten mit ähnlichen Massen sind nicht automatisch vergleichbar. Kontrollieren Sie pro Position, ob beide dieselbe Öffnungsart, dieselbe Flügelzahl, dieselbe Anschlagrichtung, dieselbe Teilung und denselben Planungsstand enthalten. Prüfen Sie auch, ob Masse als vorläufig, geprüft oder freigegeben bezeichnet sind. Wenn eine Position mit Standardmass angeboten wird, fragen Sie, ob sie auf einem bestätigten Aufmass beruht oder nur einer ersten Annahme folgt. Bei Massanfertigung sollte die Zeichnung eindeutig zeigen, welches Sondermerkmal enthalten ist. Lassen Sie offene Punkte nicht in allgemeinen Bemerkungen verschwinden: Führen Sie sie als separate Klärungspunkte, damit sie vor der Bestellung entschieden werden können. Erstellen Sie zusätzlich eine Abweichungsliste zwischen den Offerten. Darin stehen fehlende Zeichnungen, unterschiedliche Massbezüge, abweichende Flügelaufteilungen und noch nicht bestätigte Anschlüsse. So wird sichtbar, ob ein Preisunterschied aus einer echten Variante stammt oder lediglich daraus, dass ein Anbieter einzelne Leistungen oder Entscheidungen noch offenlässt und anders kalkuliert hat.

Der Lieferzeitraum für Fenster und Türen beträgt 4–6 Wochen, vorbehaltlich Auftragsbestätigung. Das ist kein Grund, Masse vorzeitig freizugeben. Sinnvoller ist eine Reihenfolge, in der Aufmass, Anschlüsse, Funktionsentscheidung und Zeichnungsprüfung vor der verbindlichen Bestellung abgeschlossen werden. Fragen Sie ausserdem, wer die letzte Masskontrolle verantwortet und welche Änderungen am Bau noch erwartet werden. Vergleichen Sie bei allen Angeboten dieselbe Positionsliste statt nur eine Gesamtsumme. So erkennen Sie, ob eine vermeintlich einfache Standardlösung wesentliche Planungspunkte offenlässt oder ob eine Masslösung tatsächlich den beschriebenen Umfang abdeckt. Ein sauber definierter Auftrag ist für die Koordination wertvoller als ein schneller Vergleich ungleicher Annahmen.

Ein Entscheidungsweg für Neubau, Umbau und Ersatz

Im Neubau lässt sich die Frage umdrehen: Statt eine vorhandene Öffnung an ein Fenster anzupassen, können Öffnungen und Fenster gemeinsam geplant werden. Beginnen Sie mit Raumfunktion, Lichtwunsch, Möblierung und Fassadenraster. Daraus entsteht eine überschaubare Typologie. Standardmasse sind dann sinnvoll, wenn sie diese Typologie ohne künstliche Verschiebungen tragen. Planen Sie jedoch nicht nur die Hauptfassade. Seitenansichten, Ecken und Räume mit anderer Nutzung können abweichende Formate rechtfertigen. Im Umbau ist die Reihenfolge meist umgekehrt: Bestehende Masse und Anschlüsse begrenzen den Spielraum. Hier lohnt sich eine positionsweise Entscheidung stärker als die Vorgabe, alle Fenster zwingend zu vereinheitlichen. Die passende Lösung darf aus Standard- und Masspositionen bestehen.

Zum Abschluss erstellen Sie eine Freigabeliste: Sind alle Öffnungen gemessen und dokumentiert? Ist bei jeder Position klar, ob sie fest oder zu öffnen ist? Sind Anschlag und Öffnungsrichtung eingezeichnet? Stimmen Innenraum, Aussenansicht und Anschlussplanung überein? Sind besondere Formate, Sprossen und Teilungen dargestellt? Und ist festgehalten, welche Masse vor Bestellung nochmals überprüft werden? Diese Liste macht aus einer allgemeinen Grössenfrage eine kontrollierbare Projektentscheidung. Nutzen Sie Standardformate dort, wo Wiederholung und Planungssicherheit zusammenkommen. Nutzen Sie Massanfertigung dort, wo sie einen konkreten Konflikt in Bestand, Nutzung oder Gestaltung löst. Für Projektkonformität und konkrete Anschlüsse ziehen Sie die passende qualifizierte Fachperson bei, bevor Masse verbindlich werden.

Häufige Fragen

Gibt es bei Fenstern ein allgemein passendes Standardmass?

Nein. Ein Standardformat ist nur dann passend, wenn es mit der tatsächlichen Öffnung, dem vorgesehenen Anschlussaufbau, der Funktion und der Fassadenaufteilung zusammenpasst. Besonders im Bestand sollten Sie nicht von einem vorhandenen Fenster auf das Bestellmass schliessen. Ein positionsweises Aufmass und eine klare Zeichnung sind die bessere Grundlage.

Kann ich bei unterschiedlich grossen Bestandsöffnungen trotzdem Standardmasse wählen?

Das kann möglich sein, wenn die Abweichungen nach Prüfung der Anschlüsse und Ansichten sinnvoll aufgefangen werden können. Gleich grosse Ersatzfenster sollten jedoch nicht durch willkürlich breite Fugen oder unharmonische Laibungsflächen erzwungen werden. Vergleichen Sie jede Öffnung einzeln und entscheiden Sie, wo Vereinheitlichung tatsächlich einen Vorteil bringt.

Welche Angaben gehören in eine Anfrage für Massfenster?

Nennen Sie Positionsnummer, Raum, gemessene Öffnungsmasse mit Bezugskanten, Fotos, Skizzen, gewünschte Öffnungsart, Öffnungsrichtung, Teilung und Besonderheiten an Brüstung oder Laibung. Ergänzen Sie den Planungsstand der Wandoberflächen. Fragen Sie ausdrücklich, welches Rahmenaussenmass angeboten wird und welche Angaben vor der Bestellung noch bestätigt werden müssen.

Ist eine grössere Verglasung immer die bessere Wahl für mehr Licht?

Nicht zwingend. Mehr Glas kann den Lichteinfall verändern, aber auch Möblierung, Sichtschutz, Teilung, Fensterbedienung und Fassadenproportionen beeinflussen. Prüfen Sie die Öffnung im Kontext des Raums und der ganzen Ansicht. Ein gut platziertes, passend geteiltes Fenster kann überzeugender sein als ein möglichst grosses Feld an ungünstiger Stelle.

Wann soll ich die Masse verbindlich freigeben?

Erst wenn Aufmass, geplanter Wandaufbau, Fensterfunktion, Zeichnung und Verantwortlichkeiten abgestimmt sind. Klären Sie auch, ob noch Arbeiten an Laibung, Boden, Dämmung oder Verkleidung folgen. Die Lieferzeit von 4–6 Wochen gilt vorbehaltlich Auftragsbestätigung; sie ersetzt keine sorgfältige Prüfung vor einer verbindlichen Bestellung.

Nächster Schritt

Standardmasse und Massanfertigung sind keine Gegensätze zwischen günstig und hochwertig, sondern Antworten auf unterschiedliche Planungsbedingungen. Ein wiederholbares Raster kann Klarheit schaffen, wenn Öffnungen, Nutzung und Fassadenachsen darauf abgestimmt sind. Bestehende Unregelmässigkeiten, besondere Formen oder wichtige Raumabläufe sprechen dagegen oft für eine gezielte Masslösung. Entscheiden Sie positionenweise und dokumentieren Sie nicht nur Breite und Höhe, sondern auch Bezugskanten, Anschlüsse, Öffnungsart und Teilung. Wenn jede Offerte dieselbe freigegebene Fensterliste abbildet, wird transparent, welche Lösung zu Ihrem Projekt passt. Für die konkrete Einbausituation sollte die zuständige qualifizierte Fachperson die Planung prüfen, bevor Sie verbindlich bestellen.

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