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Zitronen und Zitrusbäume im Gewächshaus kultivieren

Zitronen und Zitrusbäume im Gewächshaus kultivieren
Klassisches Aluminium-GewächshausSchweiz · Gewächshaus-Journal

Die Zitrusausgabe unter Glas

Zitronen und Zitrusbäume im Gewächshaus kultivieren

Ein Zitronenbaum unter Glas ist eine langlebige Kübelkultur: duftend, anspruchsvoll und besonders lohnend, wenn Licht, Wurzeln, Wasser und Winterklima als zusammenhängendes System geführt werden.

Der eigentliche Ansatz

Zitrus gedeiht unter Glas als bewusst geplante bewegliche Orangerie und nicht als Terrassenpflanze, die im Oktober einfach abgestellt wird.

Licht treibt die Kultur Ein Winterquartier unter Glas ist wertvoll, garantiert allein aber noch kein ausreichendes Licht. Stellen Sie die Bäume an den hellsten Platz und halten Sie die Verglasung sauber.
Wurzeln bestimmen den Takt Ein Kübelbaum verfügt nur über begrenzte Vorräte an Luft, Wasser und Nährstoffen. Topfgrösse, Substratstruktur, Abfluss und Giesspraxis lassen sich deshalb nicht getrennt betrachten.
Saisonale Bewegung zählt In der Schweiz ist das Gewächshaus Übergangsraum und Winterquartier zugleich: im Frühling und Herbst hell und geschützt, im Sommer gut belüftet und im Winter aktiv frostfrei gehalten.

01 / Auswahl mit Weitblick

Wählen Sie einen Zitrusbaum, der im Kübel leben kann

Eine überzeugende Zitrussammlung beginnt mit Zurückhaltung. Ein kompakter, sauber veredelter Baum aus einer vertrauenswürdigen Baumschule ist meist der bessere langfristige Begleiter als ein günstiger Sämling oder ein starkwüchsiger Baum für den Freilandanbau. Sämlinge sind nicht sortenecht und benötigen oft viele Jahre bis zur ersten Blüte. Veredelte Pflanzen verbinden eine fruchttragende Sorte – das Edelreis– mit einer Unterlage, die Wurzelkraft, Wuchs und Widerstandsfähigkeit beeinflusst. Fragen Sie deshalb nach Sorte und Unterlage.

Zitronen

Citrus × limon erfüllt den klassischen Orangerietraum mit duftender Blüte und vielseitigen Früchten. Für viele Sorten gelten etwa 5 °C als untere Winterorientierung; entscheidend bleiben Etikett, Zustand und Lichtangebot.

Limetten

Limetten duften intensiv und eignen sich für Kübel, verzeihen aber eine kühle Minimalführung kaum. Reservieren Sie ihnen den wärmsten, zuverlässig geschützten Bereich; häufig werden im Winter mehr als 10 °C empfohlen.

Mandarinen

Mandarinen können unter Glas wunderbar duften und tragen. Ihre tatsächliche Kältetoleranz hängt jedoch stark von Sorte, Unterlage, Pflanzengesundheit und Dauer der niedrigen Temperatur ab.

Kumquats und Calamondin

Beide sind kluge Optionen für kleinere Räume. Kumquats bleiben oft handlich; Calamondin trägt dekorative, sehr säuerliche Früchte, die sich besonders für Küche, Sirup und Konfitüre eignen.

Kaufen Sie mit Fragen, nicht nur nach Etikett: Erkundigen Sie sich nach Sortennamen, Unterlage, erwarteter Kübelgrösse und empfohlenem Winterschutz. Kontrollieren Sie neue Pflanzen zunächst getrennt auf Schildläuse, Wollläuse und Spinnmilben. Einen universellen Temperaturgrenzwert für alle Zitrusarten gibt es nicht.

02 / Den Stamm lesen

Die Veredelungsstelle zeigt, welche Triebe zum Baum gehören

Suchen Sie am unteren Stamm nach einer Verdickung, einem Rindenwechsel oder einer leicht schrägen Narbe. Diese Veredelungsstelle muss deutlich über der fertigen Substratoberfläche bleiben. Wird sie eingegraben, steigen Fäulnisrisiko und Kontrollaufwand; zudem können die gewünschten Eigenschaften der Unterlage verloren gehen.

Jeder kräftige Trieb unterhalb dieser Stelle stammt von der Unterlage. Entfernen Sie ihn sauber und möglichst früh, solange er noch klein und weich ist. Triebe oberhalb der Naht bilden die gewünschte Krone. Lenken Sie diese mit leichtem, selektivem Schnitt: Entfernen Sie abgestorbene, beschädigte, sich kreuzende oder ungünstig steile Triebe, statt den Baum jährlich rundum zu scheren. Seine immergrünen Blätter sind wichtige Energieflächen.

Gesunde Strukturwurzeln brauchen ein feuchtes Substrat mit luftgefüllten Poren, keinen dauerhaft nassen Topfboden. Für die Kultur im Gewächshaus ist eine offene, ausgewogene Krone günstig: Unter dem Stamm bleibt Platz zum Giessen, zwischen den Blättern kann Luft zirkulieren. Fällt das Licht stark von einer Seite ein, drehen Sie den Kübel während des aktiven Wachstums alle ein bis zwei Wochen etwas weiter.

Veredelung im Überblick
Edelreis Oberhalb der Naht
Veredelungsstelle Sichtbar halten
Unterlagentrieb Unten entfernen
Wurzeln Brauchen Luft

03 / Werkstatt der Wurzeln

Bauen Sie einen Kübel, der drainiert, atmet und beweglich bleibt

Ein Zitruskübel soll genügend Volumen bieten, um sommerliche Hitze und rasches Austrocknen abzufedern. Trotzdem darf er nur wenig grösser als der vorhandene Wurzelballen sein. Wird ein kleiner Baum direkt in ein riesiges Gefäss gesetzt, bleibt viel unbewurzeltes Substrat lange nass. Sauerstoffmangel, schwaches Wachstum und Wurzelschäden sind dann wahrscheinlicher. Ein vollständig durchwurzelter, zu kleiner Topf trocknet dagegen bei Hitze abrupt aus.

Topfen Sie vorzugsweise im Frühling um, wenn das aktive Wachstum beginnt. Gehen Sie normalerweise nur eine Topfgrösse weiter und beurteilen Sie vorher Wurzeln, Geruch und Feuchte des Ballens. Als praktikabler Schritt gelten etwa 2–5 cm mehr Durchmesser als beim bisherigen Wurzelballen. Der neue Topf braucht grosse Abzugslöcher, einen stabilen Stand und idealerweise einen belastbaren Pflanzenroller. Berücksichtigen Sie beim Roller das vollständige Gewicht von Baum, nassem Substrat und Gefäss.

Verwenden Sie keine schwere Gartenerde, sondern eine hochwertige, strukturstabile und möglichst torffreie Zitruserde. Ein mineralischer Anteil aus Bims, Lava oder grobem Gesteinsgranulat schafft Poren für Luft und verbessert den Abfluss. Das Ziel ist keine dekorative Kiesschicht am Topfboden, sondern ein Wurzelraum, der Wasser aufnimmt und danach von oben bis unten wieder belüftet wird.

Hydrologie im Kübel

Topf und Ballen

Langsam wässern
Feuchte Wurzeln
Offene Luftporen
Freie Abflüsse

Ein passender Kübel lässt überschüssiges Wasser zügig ablaufen und trocknet danach allmählich ab. Ein übergrosses Gefäss bleibt zu lange nass, ein durchwurzeltes kann plötzlich austrocknen. Giessen Sie gleichmässig, bis etwas Wasser austritt. Lassen Sie den Topf anschliessend vollständig abtropfen und niemals dauerhaft in einem gefüllten Untersetzer stehen.

04 / Bewässern durch Beobachten

Wässern Sie den Wurzelraum – und lesen Sie seine Antwort

Ein starrer Giesskalender ist für Zitrus im Gewächshaus selten präzise genug. Eine sonnige Juniwoche, trübe Dezembertage, ein frisch umgetopfter Baum und ein dicht durchwurzelter Kübel haben völlig verschiedene Bedürfnisse. Prüfen Sie die oberen Zentimeter des Substrats, vergleichen Sie das Topfgewicht und berücksichtigen Sie Wetter, Temperatur sowie aktuelles Wachstum. Das Laub bestätigt die Beobachtung, sollte aber nie das einzige Signal sein.

1. Prüfen
2. Wässern
3. Abtropfen
4. Anpassen

Prüfen: Fühlen Sie unter die Oberfläche. Giessen Sie, wenn die obere Schicht angetrocknet ist, der Kernballen aber noch nicht staubtrocken wurde.

Wässern: Giessen Sie langsam und durchdringend rund um den Ballen, bis wenig Wasser austritt – statt täglich nur die Oberfläche anzufeuchten.

Abtropfen: Leeren Sie Untersetzer und kontrollieren Sie freie Abzugslöcher. Zitruswurzeln vertragen keine dauerhafte Sättigung.

Anpassen: Erhöhen Sie die Häufigkeit bei Hitze und Wachstum; reduzieren Sie sie bei wenig Licht, tiefen Temperaturen und Winterruhe.

Wasserqualität und Düngung

Sehr hartes oder alkalisches Wasser kann den pH-Wert im Kübel allmählich anheben. Dadurch werden Spurenelemente, insbesondere Eisen, für die Wurzeln schlechter verfügbar. Antworten Sie nicht auf jedes helle Blatt mit zusätzlichem Dünger. Prüfen Sie zuerst Ballenfeuchte, Wurzelzustand, Licht, Temperaturstress und Schädlinge. Beachten Sie ausserdem, ob das ganze Blatt vergilbt oder das Gewebe zwischen grünen Adern aufhellt.

Düngen Sie von Frühling bis Spätsommer während des aktiven Wachstums mit einem Zitrusdünger, der Spurenelemente enthält. Halten Sie sich an das Etikett und bevorzugen Sie zurückhaltende, regelmässige Gaben gegenüber einzelnen Düngerstössen. Im kühlen, lichtarmen Winter wird nicht routinemässig nachgedüngt. Sauberes Regenwasser ist bei kalkreichem Leitungswasser oft günstig und kann bei Bedarf gemischt verwendet werden. Zeigen sich Salzränder oder ein auffällig hoher Leitwert im Drainagewasser, spülen Sie den gut drainierenden Ballen mit geeignetem Wasser durch, lassen ihn abtropfen und reduzieren künftig die Dosierung.

Blätter lesen, bevor Sie düngen

Gleichmässige Vergilbung
Grüne Blattadern
Braune Ränder
Bronzefarbene Stellen
Sprenkelung

Gleichmässige Vergilbung kann durch Blattalterung, wenig Licht, dauerhaft nasse Wurzeln oder allgemeinen Nährstoffmangel entstehen.Grüne Adern in hellem Gewebe deuten oft auf eingeschränkte Spurenelementverfügbarkeit hin, beispielsweise bei hohem pH-Wert.Braune Blattspitzen können Salzlast, trockene Wurzeln oder Überdüngung anzeigen.Wässrige oder bronzefarbene Flecken passen zu Kälte-, Hitze- oder Sonnenschäden.Sprenkel, Gespinste oder klebrige Beläge verlangen eine gründliche Kontrolle auf Schädlinge.

05 / Blüte und Balance

Blüten sind ein Energieauftrag, keine Aufforderung zur Überpflege

Bestäubung

Viele verbreitete Zitrussorten sind selbstfruchtbar und können ohne zweiten Baum Früchte ansetzen. Luftbewegung und gelegentliche Insektenbesuche unterstützen den Pollentransport. Bleibt der Fruchtansatz in einem geschlossenen Wintergewächshaus gering, schütteln Sie blühende Zweige sanft oder übertragen Pollen mit einem weichen Pinsel zwischen offenen Blüten. Gehen Sie sparsam vor: Es genügt, den Pollen leicht zu bewegen; jede einzelne Blüte muss nicht wiederholt bearbeitet werden.

Früchte halten

Ein gewisser Fruchtfall nach der Blüte ist normal. Ein frisch umgestellter, wurzelgestresster, zu dunkel, zu trocken oder zu nass gehaltener Baum reduziert seine Last häufig selbst.

Geduld

Halten Sie Wasser und Nährstoffversorgung während der Blüte gleichmässig. Vermeiden Sie jetzt radikalen Schnitt. Trägt ein junger oder geschwächter Baum unverhältnismässig viele Früchte, kann behutsames Ausdünnen die weitere Entwicklung von Wurzeln und Krone unterstützen.

Zitrus kann gleichzeitig Knospen, offene Blüten, junge und reife Früchte tragen. Dieses Schauspiel macht die Kultur unter Glas besonders reizvoll, erklärt aber auch, weshalb Stabilität wichtiger ist als Aktionismus. Plötzliche Hitze, kalte Zugluft, lange Trockenphasen, Staunässe und abrupte Lichtwechsel können Blatt- oder Fruchtfall auslösen. Führen Sie den Baum dann ruhig: gleichmässig giessen, lüften und weder stark schneiden noch mit Dünger antreiben.

06 / Die geschützte Jahreszeit

Sommerlüftung und Winterwärme gehören zu demselben Klimaplan

Ein verglastes Gewächshaus verstärkt Wettereinflüsse. Im Sommer benötigen Zitrusbäume Dachlüftung, offene Türen, Luftbewegung und bei Bedarf Schattierung, lange bevor sich der Garten heiss anfühlt. Im Winter braucht derselbe Raum ein bewusst definiertes Klima: ausreichend Licht, verlässlichen Frostschutz und eine Bewässerung, die zur geringeren Wurzelaktivität passt. Ein Gewächshaus ohne Heizung bleibt in vielen Schweizer Regionen nicht automatisch frostfrei.

Sommer: Hitzestau vermeiden

  • Lüften Sie früh. Dachfenster, Türen und gegebenenfalls ein Umluftsystem verhindern, dass sich heisse Luft um die Blätter staut.
  • Nutzen Sie bei intensiver Mittagssonne eine zeitweilige Schattierung, besonders nachdem ein Baum von einem dunkleren Standort unter Glas gewechselt ist.
  • Gewöhnen Sie Zitrus schrittweise an den Freilandplatz oder das stärkere Gewächshauslicht. Abrupte Wechsel können Sonnenbrand und Blattfall verursachen.
  • Stellen Sie Kübel möglichst nicht auf stark aufgeheizte Flächen und kontrollieren Sie ihre Feuchte während Hitzewellen deutlich häufiger.

Bei der Planung einer Zitrusorangerie sollten Lüftung, Schattierung, Bewegungsflächen und ein zugänglicher Wasserplatz gemeinsam berücksichtigt werden. Entdecken Sie das Klassisches Aluminium-Gewächshaus als Rahmen für einen durchdachten Innenraum.

Winter: kühl, hell, geschützt

Zitronen werden für die helle, kühle Überwinterung häufig um 5 °C eingeordnet, Kumquats oft eher um 7 °C. Limetten und Grapefruits verlangen meist deutlich mehr Wärme. Diese Werte sind nur Orientierungen: Art, Sorte, Unterlage, Gesundheit, Licht und Dauer der Kälte verändern die Toleranz. Ob im Mittelland, in einem Alpental oder in höheren Lagen – verlassen Sie sich nie darauf, dass Glas allein nächtlichen Frost verhindert.

Das Winterklima

TemperaturKonsequent frostfrei
LichtHellster Standort
WasserSeltener, durchdringend
LuftBehutsam lüften

Richten Sie Thermostat und Frostsicherung am empfindlichsten Baum Ihrer Sammlung aus, nicht an einem vermeintlich universellen Zitruswert. Halten Sie die Verglasung sauber und vermeiden Sie unnötige Schattierung. Wenig Winterlicht begrenzt, wie viel Wasser und Dünger die Pflanze verwerten kann. Giessen Sie daher seltener, bei Bedarf aber gründlich. Lüften Sie an milden Tagen kurz, ohne anhaltend kalte Zugluft zu erzeugen. Ein Sensor auf Ballenhöhe und ein zweiter in der Krone machen Unterschiede zwischen kaltem Wurzelraum und sonnenwarmen Blättern sichtbar.

Für eine Orangerie, die Schweizer Winter zuverlässig bewältigt, sind Raumvolumen, Höhe, Lüftung und technische Vorbereitung entscheidend. Das Klassisches Aluminium-Gewächshaus bietet einen klar konfigurierbaren Rahmen für Licht, Dachlüftung, Verglasung und eine standortspezifische Temperierung. Platzieren Sie empfindliche Bäume dort, wo Sensoren, Kübel und Blätter leicht kontrolliert werden können – nicht allein dort, wo die Anordnung am symmetrischsten wirkt. Ein kurzfristig eingesetztes Vlies ergänzt den Schutz, ersetzt aber keine ausreichend temperierte Grundsituation.

07 / Erst diagnostizieren, dann handeln

Fünf Zitrusprobleme, die einen ruhigen zweiten Blick verdienen

Wurzelwarnung

Blätter vergilben, das Substrat bleibt nass

Pausieren Sie die Düngung. Prüfen Sie Abfluss, Topfgewicht, Geruch und Zustand der Wurzeln. Verbessern Sie Giessabstand und Drainage, bevor Sie das Muster als reinen Nährstoffmangel behandeln.

Lichtwarnung

Lange, weiche Triebe und wenige Blüten

Denken Sie zuerst an Lichtmangel. Stellen Sie den Baum heller, reinigen Sie die Verglasung und vermeiden Sie stickstoffbetonte Düngerstösse, die weiteres weiches Wachstum fördern.

Schädlingswarnung

Klebrige Blätter oder dunkler Belag

Untersuchen Sie Triebe, Blattachseln und Blattunterseiten auf Schildläuse, Wollläuse oder andere Sauger. Isolieren Sie die Pflanze, entfernen Sie den Befall früh und verwenden Sie nur zugelassene Mittel nach Etikett.

Salzwarnung

Trockene Blattränder trotz regelmässiger Düngung

Düngesalze können sich im Kübel anreichern. Spülen Sie den Ballen nur dann mit geeignetem Wasser durch, wenn das Substrat frei drainiert. Lassen Sie ihn gut abtropfen und nehmen Sie die Düngung bei aktivem Wachstum später mit geringerer Dosierung wieder auf.

Temperaturwarnung

Blattfall nach kalter Nacht oder einem heissen Sonnentag

Kontrollieren Sie die gemessenen Höchst- und Tiefstwerte auf Kronen- und Ballenhöhe. Ein Stressereignis zeigt sich häufig klarer im Temperaturverlauf als an einem einzelnen Blatt. Korrigieren Sie zuerst Lüftung, Schattierung oder Heizung, bevor Sie die Düngung grundlegend verändern oder stark zurückschneiden.

08 / Ein Jahr unter Glas

Der Jahresrhythmus für Zitrusbäume im Schweizer Gewächshaus

Nutzen Sie diesen Ablauf als ruhigen Pflegefaden, nicht als Ersatz für die Wetterbeobachtung. Je nach Höhenlage und Region verschieben sich sichere Frostnächte deutlich. Viele Zitrusbäume profitieren im Sommer von einem geschützten Freilandplatz mit viel Licht und Luftbewegung; das Gewächshaus bleibt Übergangsraum, Hitzeschutz und frostfreies Winterquartier.

Januar–Februar Frostschutz sichern, Licht maximieren, zurückhaltend giessen und auf Läuse oder Milben prüfen. Kein schwaches Winterwachstum durch starke Düngung erzwingen.
März–April Wintersonne und Ballentemperatur vergleichen. Mit sichtbarem Austrieb dosiert düngen, bei Bedarf umtopfen und an sonnigen Tagen frühzeitig lüften.
Mai–Juni Mit zunehmendem Wachstum häufiger kontrollieren und durchdringend giessen. Beim Ausräumen langsam an Sonne und Wind gewöhnen; Blüte und Fruchtansatz beobachten.
Juli–August Lüftung, Luftbewegung, zeitweilige Schattierung und gleichmässige Feuchte priorisieren. Bei aktivem Wachstum zurückhaltend düngen und während Hitzewellen täglich kontrollieren.
September–Oktober Die Rückkehr unter Glas vor der ersten Kaltfront planen. Düngung auslaufen lassen, Schädlinge kontrollieren und den Lichtwechsel schrittweise gestalten.
November–Dezember Thermostat, Sensoren und Frostwächter testen. Verglasung reinigen, weniger giessen und die tatsächlichen nächtlichen Tiefstwerte auf Ballen- und Kronenhöhe überwachen.
Jederzeit Unterlagentriebe entfernen, Kübel für gleichmässigen Wuchs drehen, staubige Blätter reinigen und Früchte erst ernten, wenn Duft, Gewicht und Geschmack überzeugen.
Bei jeder Veränderung Reagieren die Blätter, verfolgen Sie zuerst jüngste Änderungen bei Licht, Temperatur, Bewässerung, Dünger oder Standort, bevor Sie einen weiteren Eingriff vornehmen.

Für eine Gewächshausarchitektur, die diesen saisonalen Rhythmus unterstützt, entdecken Sie die Klassisches Aluminium-Gewächshaus und die Möglichkeiten einer Klassisches Aluminium-Gewächshaus. Ein Zitrushaus braucht freie Wege für schwere Kübel, einen gut erreichbaren Wasseranschluss, wirksame Fensterlüftung und genügend Höhe für die Krone eines über Jahre gewachsenen Baumes.

Fragen aus der Zitrusorangerie

FAQ zu Zitrus unter Glas

Kann ein Zitronenbaum im ungeheizten Gewächshaus überwintern?

Nur wenn die Temperaturen für die betreffende Art und Sorte zuverlässig oberhalb des schädigenden Bereichs bleiben. In grossen Teilen der Schweiz ist ein ungeheiztes Gewächshaus kein sicherer Frostschutz. Messen Sie auf Ballen- und Kronenhöhe und planen Sie Frostwächter, Thermostat, Heizung oder rechtzeitige Verlagerung, bevor die erste Kaltfront eintrifft.

Brauchen Gewächshauszitronen einen zweiten Baum zur Bestäubung?

Viele gängige Kübelzitrus sind selbstfruchtbar. Ein zweiter Baum ist meist nicht erforderlich. In einem sehr geschlossenen Raum können sanfte Luftbewegung, leichtes Schütteln oder ein weicher Pinsel den Pollentransport unterstützen.

Wie oft muss Zitrus im Gewächshaus gegossen werden?

Ein allgemeingültiges Intervall gibt es nicht. Entscheidend sind Substratfeuchte, Topfgewicht, Durchwurzelung, Jahreszeit, Licht und Temperatur. Das Ziel ist ein gleichmässig feuchter, gut belüfteter Ballen – keine dauerhaft nasse Oberfläche.

Warum verliert der Baum nach einem Standortwechsel seine Blätter?

Zitrus reagiert auf abrupte Änderungen von Licht, Temperatur, Wind und Luftfeuchte. Gewöhnen Sie den Baum über mehrere Tage an den neuen Platz, halten Sie die Bewässerung stabil und kombinieren Sie Umzug, Umtopfen, starken Rückschnitt und Düngung nicht gleichzeitig.

Sollte ein Zitrusbaum jedes Jahr geschnitten werden?

Schneiden Sie nur leicht und mit klarer Absicht. Entfernen Sie totes Holz, Unterlagentriebe, sich kreuzende Äste und sehr lange, ungünstig platzierte Triebe. Ein radikaler jährlicher Formschnitt schwächt die Blattfläche und fördert oft unruhigen Neuaustrieb.

Wann ist es Zitrusbäumen im Gewächshaus zu heiss?

Warnzeichen sind hängende Blätter trotz ausreichend feuchtem Ballen, Sonnenbrand und über längere Zeit stark erhöhte Innentemperaturen. Öffnen Sie Dachfenster und Türen früh, verbessern Sie die Luftbewegung und setzen Sie bei intensiver Mittagssonne rechtzeitig eine temporäre Schattierung ein.

Quellen und weiterführende Lektüre

Eine fundierte Zitrusbibliothek

Diese schweizerischen und internationalen Fachquellen stützen die Kulturhinweise dieses Artikels. Sie helfen dabei, Sortenwahl, Kübelpflege, Pflanzengesundheit und Winterführung an die eigene Pflanze, Wasserqualität und regionale Situation anzupassen.

Mehr bei Bloomcabin: wassersparend im Gewächshaus gärtnern · klar gegliedertes Gewächshaus-Setup · FAQ zu Bloomcabin Aluminium-Gewächshäusern

Schaffen Sie Raum für eine Orangerie

Geben Sie Zitrus die Winterhöhe, die er verdient

Planen Sie genügend Kopfraum, helle Verglasung, wirksame Lüftung und einen freien Weg für bewegliche Kübel durch die Jahreszeiten. So entsteht mehr als ein geschützter Zitronenbaum: ein kultivierter Gartenraum, der Duft, Blüte und Frucht durch das Jahr trägt und tägliche Pflege selbstverständlich macht.

Klassisches Aluminium-Gewächshaus

Weitere Inspiration bietet das Klassisches Aluminium-Gewächshaus als konfigurierbarer Rahmen für eine Orangerie, die zu Ihrem Standort und Ihrer Kulturweise passt.

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