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Koriander anbauen / Cilantro im Gewächshaus

Koriander anbauen / Cilantro im Gewächshaus
Bloomcabin Anbaunotizen · Deutschland

Koriander anbauen / Cilantro im Gewächshaus

Ein rasches einjähriges Kraut, zwei grundverschiedene Ernten: Kühl geführt und jung geschnitten liefert es frisches Koriandergrün. Darf es aufschießen, blühen und trocknen, entstehen aromatische Koriandersamen für die Gewürzküche.

Die grüne Ernte

Cilantro ist die schnelle, frische Seite.

Blattkoriander ist Coriandrum sativum und wird wegen seiner weichen, geteilten Blätter und zarten Stiele geerntet. Im Gewächshaus ist die Kultur angenehm unmittelbar: Säen Sie eine kleine Partie direkt aus, warten Sie auf kräftige Rosetten und schneiden Sie nur so viel, wie zeitnah in die Küche kommt. Vor dem Kochen und langer Lagerung schmeckt das Laub am frischesten.

  • Ziel: wiederholte Ernten von frischem Blattgrün.
  • Beste Methode: dicht säen und kurze Sätze überlappen lassen.
  • Klimatische Priorität: heiße Wurzelräume und stehende Luft vermeiden.
  • Kulturrhythmus: eher wenige Wochen als eine gesamte Gartensaison.
Die Gewürzernte

Koriander ist die langsame, würzige Seite.

Koriander ist dieselbe Pflanze, die nun in die Höhe wachsen, helle Dolden bilden und runde Früchte ausreifen darf. Das Laub wird feiner, und seine Rolle in der Küche verändert sich. Statt Blütenstiele zu bekämpfen, geben Sie ausgewählten Pflanzen Platz, schützen die reifenden Dolden vor dem Ausfallen und lassen die Ernte trocken abschließen.

  • Ziel: aromatische, vollständig ausgereifte Gewürzsaat.
  • Beste Methode: weiter Stand mit ungehinderter Luftbewegung.
  • Klimatische Priorität: normale Wärme ist nach Beginn der Samenbildung willkommen.
  • Kulturrhythmus: ein vollständiger Lebenszyklus bis zur Reife.
Weg zum Blatt
Jung schneiden.
Weg zum Samen
Aufwachsen lassen.

Diese Trennung ist die wichtigste Entscheidung bei der Gewächshauskultur. Ein Bestand für Koriandergrün darf relativ dicht stehen und wiederholt beerntet werden; eine Partie für Gewürzsaat braucht dagegen Licht, Verzweigungsraum und Ruhe. Wer von jeder einzelnen Pflanze beides erwartet, erhält häufig früh zu wenig zartes Laub und später nur wenige Samen. Teilen Sie Beet, Pflanztisch oder Trog deshalb bewusst auf. Schon zwei beschriftete Streifen genügen: Der Blattbereich bleibt mit kleinen Folgesaaten in Bewegung, während einige kräftige Pflanzen im Samenbereich nach Beginn des Höhenwachstums nicht mehr geschnitten werden.

Vor dem ersten Grün

Säen Sie für die gewünschte Ernte.

Direktsaat ist meist der sicherste Weg, denn Koriander bildet eine Pfahlwurzel und reagiert auf unnötige Störungen empfindlich. Verwenden Sie keimfähiges Saatgut sowie lockere, strukturstabile Kräuter- oder Gemüseerde mit gutem Wasserabzug. Im vorbereiteten Gewächshausbeet funktioniert eine kurze Saatreihe ebenso gut. Falls Sie dennoch in Modulen vorziehen, setzen Sie die Sämlinge sehr jung und mit vollständig erhaltenem Wurzelballen um.

01

Saatgut passend zum Ernteziel wählen

Für die Blatternte sind Sorten mit Hinweisen wie „schossfest“, „slow bolt“ oder ausdrücklich für Blattkoriander geeignet sinnvoll. Sie verlängern das nutzbare Blattfenster, heben die natürliche Reaktion auf Hitze, lange Tage und Trockenstress aber nicht auf. Für die Samenernte ist die Sorte weniger entscheidend als eine zuverlässige Saatgutquelle und ausreichend Platz für standfeste, verzweigte Pflanzen. Wählen Sie in beiden Fällen frisches, geprüftes Saatgut mit nachvollziehbarer Sortenangabe.

02

Eine flache, feste Saatrille anlegen

Säen Sie die runden Früchte etwa 1 bis 2 cm tief. Bedecken Sie sie gleichmäßig, drücken Sie die Oberfläche leicht an und wässern Sie anschließend mit feiner Brause, damit das Saatgut nicht zusammengespült wird. Im Gewächshausbeet sind kurze Reihen über die schmale Beetseite besonders praktisch: Jede Reihe lässt sich separat gießen, schneiden, beschriften und nach der Ernte räumen. Frischen Mist oder stark überdüngtes Substrat braucht Koriander nicht; eine mäßig fruchtbare, gut drainierte Grundlage genügt.

03

Blatt- und Samenpartien anders ausdünnen

Für Blattkoriander darf die Saat relativ dicht sein; dünnen Sie den Bestand später auf ungefähr 5 cm Abstand aus, falls die Sämlinge einander stark bedrängen. Für die Samenernte sind etwa 20 bis 25 cm zwischen den Pflanzen zweckmäßiger. So gelangt Licht bis an die Basis, und die verzweigten Blütenstiele können sich entwickeln, ohne sich gegenseitig zu beschatten. Wo der Zugang es erlaubt, erleichtern rund 35 bis 40 cm Reihenabstand Pflege, Kontrolle und Ernte.

04

Geduldig warten, nicht vernässen

Die Keimung kann zwei bis drei Wochen beanspruchen und bei kühlem Substrat noch langsamer verlaufen. Halten Sie die obere Erdschicht bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht, jedoch niemals wassergesättigt. Eine transparente Abdeckung kann in sehr trockener Gewächshausluft kurzfristig helfen; nach dem Auflaufen muss sie entfernt werden, damit die Sämlinge nicht in stehender, feuchter Luft wachsen. Beschriften Sie jede Saat mit Datum und Ernteziel – Blatt oder Samen. Das macht spätere Folgesaaten deutlich übersichtlicher.

Das Gewächshaus-Paradox

Viel Licht geben, ohne Hitze entscheiden zu lassen.

Der Schutz des Gewächshauses puffert kalte Nächte, Wind und kräftigen Regen ab. Dieselbe Konstruktion kann Koriander an sonnigen Tagen jedoch sehr schnell zur Blüte treiben. Blattkoriander ist eine Kultur für helle, eher milde Bedingungen. Entscheidend sind deshalb ein ausgeglichenes Tagesklima, verlässliche Lüftung und ein Wurzelraum, der nicht wiederholt überhitzt. Ein Thermometer auf Pflanzenhöhe liefert ein realistischeres Bild als ein kurzer Blick durch die Tür. Öffnen Sie Dachfenster und Tür bereits, wenn sich das Haus am Vormittag aufheizt, statt erst auf sichtbar welkende Pflanzen zu reagieren.

Licht

Geben Sie Koriander einen hellen Standort. In heißen Monaten ist eine leichte Schattierung auf der sonnigen Seite besser als vollständiger Lichtentzug. Vor allem die milde Morgensonne bleibt wertvoll; in dunklen Ecken entstehen dagegen lange, blasse und wenig stabile Stiele.

Temperatur

Für die Blatternte sind milde Tage und kühlere Nächte günstig. Mit zunehmender Hitze verkürzt sich das Blattfenster deutlich. Vermeiden Sie vor allem einen aufgeheizten Wurzelraum und starke Temperatursprünge; frühzeitiges Lüften ist wirksamer als eine späte Notfallreaktion.

Luftbewegung

Öffnen Sie Dachfenster und Tür an warmen Tagen früh, sodass ein sanfter Durchzug entsteht. In windstillen Ecken kann ein kleiner Umluftventilator unterstützen. Bewegte Luft ist keine dekorative Ergänzung, sondern hält das Pflanzengewebe trockener und gleicht Temperaturunterschiede aus.

Wasser

Gießen Sie möglichst morgens direkt auf das Substrat. Das Laub sollte vor dem Abend abtrocknen. Dauerhaft nasse Oberflächen in Verbindung mit warmer, stehender Luft fördern weiches Wachstum und erhöhen das Risiko für Blatt- und Keimlingsprobleme.

Vom Blatt zur Blüte

Das Erntefenster in fünf Signalen

01Rosette
Jetzt schneiden
02Mitte hebt sich
Großzügig ernten
03Feines Laub
Ziel wählen
04Blütendolden
Festlegen
05Samenansatz
Trocknen

Entwicklungsstufen lesen und handeln. Eine niedrige, rundliche Rosette ist das beste Stadium für die Blatternte. Sobald sich die Mitte hebt, schneiden Sie großzügig, lassen aber den Vegetationspunkt stehen. Schmaleres, fein gefiedertes Oberlaub zeigt, dass die Pflanze ihre Energie zunehmend in Höhe und Blüte lenkt. Erscheinen verzweigte Stiele und Dolden, müssen Sie entscheiden: Entfernen Sie die ersten Ansätze, um eventuell noch etwas Blattzeit zu gewinnen, oder lassen Sie die markierten Pflanzen konsequent zur Samenernte weiterwachsen. Später werden die zunächst grünen Früchte gelblich, strohfarben und hellbraun; dann ist die Blatternte beendet. Schossen hat selten nur eine Ursache. Lange Tage, Hitze, trockene Wurzeln, stark schwankende Wassergaben, dichter Stand, Wurzelstörungen und die normale Reife der Pflanze wirken zusammen. Lüften Sie früher, schattieren Sie intensive Nachmittagssonne leicht, gießen Sie vor dem Welken und ernten Sie rechtzeitig. Vor allem aber säen Sie die nächste Partie, bevor der bestehende Satz erschöpft ist.

Eine frische Reihe ist die beste Versicherung

Planen Sie einen Rhythmus statt eines Einzeltermins.

Eine große Aussaat erzeugt einen kurzen Überfluss. Kleine Portionen im Abstand von zwei bis drei Wochen schaffen den nützlicheren Rhythmus: junge Blätter, erntereife Rosetten, eine bereits keimende Ersatzreihe und eine bewusst ungeschnittene Partie für Blüte und Gewürzsaat.

Beispielhafter SaisonverlaufMärAprMaiJunJulAug
Satz A · BlattSaat und junge Blätter
Satz B · Blattkräftige Blatternte
Satz C · BlattSaat und junge Blätter
Satz D · Blattkräftige Blatternte
Reservierte Partie · Samenblühen, reifen, trocknen
Jungblatt- und Ersatzfenster Erntefenster für Blattgrün bewusst erhaltener Samenbestand

Dieser Kalender zeigt ein Prinzip, kein starres Versprechen. An der Küste und in Norddeutschland kann die frühe Entwicklung nach lichtarmen Wochen langsamer beginnen, während milde Lagen am Oberrhein schon ab Mai mit raschem Schossen rechnen müssen. Im Gewächshaus sind erste Aussaaten häufig ab Ende Februar oder März sinnvoll, sobald das Licht tragfähig ist. Während großer Sommerhitze wird das Blattfenster kurz; dann helfen sehr gute Lüftung und leichte Schattierung, oder Sie pausieren und beginnen Ende August erneut. Ohne Zusatzlicht wächst Koriander im deutschen Winter meist zu schwach für eine zuverlässige Blatternte.

Blatternte

So schneiden, dass noch ein Austrieb bleibt.

ÄUSSERE STIELELEICHTER REIHENSCHNITTNICHT INS HERZ
Türkise Markierungen zeigen produktive Schnitte. Die rote Linie kennzeichnet den Vegetationspunkt, den Sie für einen weiteren Austrieb erhalten müssen.

Drei gute Arten der Ernte

  1. Selektiver Schnitt: Nehmen Sie zuerst die äußeren Stiele und lassen Sie die Mitte weiter aufblättern. Diese Methode eignet sich besonders für einzelne Handvoll, die unmittelbar in der Küche verwendet werden.
  2. Leichter Reihenschnitt: Schneiden Sie eine dichte, junge Reihe oberhalb des Vegetationspunktes und lassen Sie eine kurze, noch belaubte Basis stehen. Das geht schnell und sauber, funktioniert aber nur bei vitalen, ausreichend versorgten Pflanzen.
  3. Nie ins Herz: Ein harter Schnitt direkt auf Bodenhöhe beendet den Satz. Das ist beim vollständigen Räumen einer alten Reihe richtig, nicht jedoch, wenn Sie einen weiteren Austrieb erwarten.
Aroma bewahren: Ernten Sie morgens oder während eines anderen kühlen Tagesabschnitts, sobald das Laub trocken ist. Waschen Sie die Stiele möglichst erst unmittelbar vor der Verwendung. Kurzfristig bleiben sie locker in einem Glas mit wenig Wasser und an einem kühlen Platz frisch. Überschüsse frieren Sie besser gehackt und portionsweise ein. Beim Trocknen verlieren die Blätter einen großen Teil ihrer hellen, zitrusartigen Aromaspitze.

Eine durchdachte Anordnung erleichtert diese Routine. Platzieren Sie Blattkoriander an der Vorderkante eines Pflanztisches oder nahe der Tür, damit Schneiden, Gießen und Nachsäen bequem bleiben. Hinweise zu nutzbarer Fläche, Luftführung und einer klar organisierten Kräuterzone finden Sie beim Klassisches Aluminium-Gewächshaus.

Der warme, trockene Abschluss

Eine Partie blühen lassen. Dann geduldig bleiben.

Sobald Sie sich für die Samenernte entschieden haben, beenden Sie dort die regelmäßigen Blattschnitte. Die Pflanzen bilden luftige, flache Dolden mit hellen Blüten und anschließend grüne, runde Früchte. Blühender Koriander kann im Gewächshaus bleiben, solange er jüngere Blattpartien nicht beschattet und die Luft frei zirkuliert. Bei geöffneten Türen oder Fenstern erreichen Schwebfliegen und andere nützliche Insekten die Blüten. Halten Sie die Lüftung großzügig, damit Laub und Fruchtstände nach dem Gießen rasch trocknen. Stützen Sie hohe Pflanzen bei Bedarf behutsam, ohne die empfindlichen Dolden wiederholt zu bewegen.

01Grün
02Farbwechsel
03Teilweise trocken
04Im Beutel trocknen
05Reinigen und lagern
  1. Grün: Die weichen Früchte füllen sich noch und besitzen noch nicht das trockene, warme Gewürzaroma. Lassen Sie sie an der Pflanze weiterreifen.
  2. Farbwechsel: Beobachten Sie, wie die Dolden von Grün zu Gelblich-Beige, Stroh und Hellbraun wechseln. Da sie nacheinander blühen, verläuft auch die Reife ungleichmäßig. Kontrollieren Sie den Bestand regelmäßig.
  3. Teilweise trocken: Sobald ein großer Teil der Dolden strohfarben bis hellbraun ist, schneiden Sie die ganzen Stiele an einem trockenen Vormittag, bevor die ersten Früchte massenhaft ausfallen.
  4. Im Beutel trocknen: Hängen Sie die Stiele kopfüber in einen sauberen Papierbeutel oder eine andere luftdurchlässige Umhüllung. Der Ort sollte trocken, warm und gut belüftet sein; der Beutel fängt gelöste Samen zuverlässig auf.
  5. Reinigen und lagern: Reiben Sie vollständig trockene Dolden vorsichtig aus, trennen Sie Pflanzenreste ab und bewahren Sie die ganzen Samen in einem dicht schließenden Glas vor Wärme und direktem Licht geschützt auf.

Warten Sie nicht, bis jede einzelne Dolde an der Pflanze dunkelbraun geworden ist. Im warmen Gewächshaus können die frühesten Früchte bereits ausfallen, während spätere noch grün sind. Schneiden Sie, wenn die Mehrheit deutlich die Farbe wechselt, und lassen Sie die Trocknung anschließend geschützt abschließen. Mahlen Sie die Samen erst kurz vor dem Kochen, damit ihr warmes, zitrusartig-holziges Aroma möglichst lange erhalten bleibt.

Ruhig und gezielt korrigieren

Typische Probleme als Ursache und Reaktion lesen.

Pflanzen schossen schon bei 12–15 cm

Wahrscheinliche Ursache: ein heißer Wurzelraum, plötzliche Temperaturspitzen, Trockenstress, starke Wasserschwankungen oder eine zu lange hinausgezögerte Ernte.

Reaktion: Öffnen Sie Fenster und Tür früher, schattieren Sie die intensivste Nachmittagssonne leicht und gießen Sie, bevor die Pflanzen welken. Säen Sie sofort eine neue kleine Partie. Das Entfernen eines frühen Blütenstiels kann etwas Zeit gewinnen, doch eine Folgesaat ist verlässlicher als der Versuch, einen schossenden Bestand dauerhaft zurückzusetzen.

Blasse, schwache und gestreckte Blätter

Wahrscheinliche Ursache: zu wenig Licht, ein überfüllter Bestand oder dauerhaft nasses Substrat, das die Funktion der Wurzeln einschränkt.

Reaktion: Stellen Sie Gefäße an einen helleren Platz, dünnen Sie dichte Reihen aus und lassen Sie die obere Substratschicht vor dem nächsten Gießen leicht abtrocknen. Düngen Sie erst zurückhaltend, nachdem Licht, Luft und Wasserführung korrigiert wurden. Zu viel Nährstoff fördert zwar rasches, aber oft weiches und wenig aromatisches Wachstum.

Gelbe Unterblätter und eine müde Mitte

Wahrscheinliche Ursache: vernässte Erde, Sauerstoffmangel an den Wurzeln oder ein alter Bestand, der sich natürlicherweise auf die Blüte vorbereitet.

Reaktion: Kontrollieren Sie Abzugslöcher, Untersetzer und die Struktur der Beeterde. Verringern Sie bei Nässe die Gießhäufigkeit und räumen Sie überalterte Pflanzen, statt sie in einen weiteren Schnittzyklus zu zwingen. Für das nächste Erntefenster ist eine frische Aussaat die bessere Grundlage.

Blattläuse sammeln sich an jungen Spitzen

Wahrscheinliche Ursache: weiches, üppiges Wachstum und ein geschütztes Gewächshausklima, in dem sich zunächst unbemerkte Schädlinge rasch etablieren können.

Reaktion: Kontrollieren Sie zweimal wöchentlich besonders die Blattunterseiten und jungen Triebe. Isolieren oder entfernen Sie stark befallene Pflanzen, spülen Sie kleine Kolonien vorsichtig mit Wasser ab und verbessern Sie die Luftbewegung. Gelbtafeln können geflügelte Tiere anzeigen, ersetzen aber nicht die direkte Pflanzenkontrolle. Falls ein Pflanzenschutzmittel erwogen wird, darf nur ein in Deutschland für die betreffende Anwendung an essbaren Kräutern zugelassenes Produkt exakt nach Kennzeichnung eingesetzt werden.

Keimlinge kippen an der Erdoberfläche um

Wahrscheinliche Ursache: Auflaufkrankheiten, begünstigt durch Überwässerung, altes Substrat, mangelnde Sauberkeit, zu dichte Saat oder warme, unbewegte und dauerhaft feuchte Luft.

Reaktion: Entsorgen Sie betroffene Sämlinge, reinigen Sie die verwendeten Gefäße und beginnen Sie mit frischem Substrat neu. Säen Sie weniger dicht und wässern Sie die Erde, statt das Laub ständig zu benetzen. Schließen Sie das Gewächshaus am Abend nicht mit nassen Oberflächen und feuchtwarmer Luft.

Zeitplanung für Deutschland

Das Gewächshaus mildert das Klima – es ersetzt es nicht.

Der Kalender von Koriander verschiebt sich innerhalb Deutschlands spürbar. Die geschützte Konstruktion gibt Ihnen mehr Kontrolle, hebt die Vorliebe der Pflanze für helles, mildes Wetter aber nicht auf. Lichtangebot, kalte Nächte, Wind und sommerliche Wärme sollten den Takt bestimmen.

Küste und Norden

Die geschützte Direktsaat beginnt nach dunklen, kalten Wochen häufig etwas später als im milden Süden. Dafür bleibt Koriander im späten Frühjahr oft länger blattig. Nutzen Sie sonnige Vormittage, halten Sie das Haus nach Frostnächten zunächst geschlossen und lüften Sie, sobald es sich erwärmt. Bei kaltem Wind brauchen junge Sämlinge Schutz; vermeiden Sie zugleich kalte Dauernässe im Wurzelraum. Ohne zusätzliche Wärme und Pflanzenbeleuchtung ist eine kräftige Winterernte nicht verlässlich.

Mitte und Höhenlagen

Frühe Sätze gelingen unter Glas gut, wenn Licht, Wasser und Lüftung zusammenpassen. Nach Frostnächten ist kein tropischer Wärmeschub nötig; lassen Sie den Bestand kontrolliert in den Tag starten. Von Juni bis August kann auch ein unbeheiztes Gewächshaus am Nachmittag heißer als die Außenluft werden. Stellen Sie Blattpartien dann nahe an gut belüftete Bereiche, schattieren Sie bei Bedarf leicht und säen Sie nur kleine Mengen. Eine zweite verlässliche Blattphase beginnt nach den heißesten Wochen.

Oberrhein und warme Lagen

Starten Sie früh und rechnen Sie bereits ab Mai mit einer beschleunigten Blüte. Lüften Sie großzügig, schattieren Sie intensive Sonnenseiten leicht und konzentrieren Sie die Blatternte auf Vorfrühling, Frühling und Spätsommer. Im Hochsommer ist eine Pause häufig sinnvoller als der ständige Kampf gegen das Schossen. Eine ausgewählte Samenpartie kann die geschützte, luftige Wärme dagegen nutzen, um ihre Früchte trocken auszureifen. Gießen Sie weiterhin gleichmäßig, aber halten Sie reifende Dolden möglichst trocken.

Für eine konzentrierte Kräuterzone auf kleiner Fläche eignet sich das Aluminium Mini-Wand-Gewächshaus. Auch dort gilt: tiefe Gefäße sind für die Pfahlwurzel besser als flache Schalen, und Lüftung hat Vorrang vor Wärmestau. Für größere, gestaffelte Reihen bietet das Klassisches Aluminium-Gewächshaus einen hellen und gut organisierbaren Kulturraum.

Fragen von der Kräuterbank

FAQ zu Koriander im Gewächshaus

Kann Koriander ganzjährig im Gewächshaus wachsen?

Mit frostfreier Kultur und zusätzlicher Pflanzenbeleuchtung ist das prinzipiell möglich. Ohne Zusatzlicht ist der deutsche Winter jedoch meist zu dunkel für eine kräftige, fortlaufende Blattproduktion. In einem kalten, unbeheizten Gewächshaus verlangsamt sich das Wachstum deutlich; in einem überhitzten Sommerhaus schießen die Pflanzen schnell. Nutzen Sie den geschützten Raum daher vor allem für einen frühen Start, verlässliche Frühjahrs- und Herbstsätze sowie die geschützte Samenreife. Behandeln Sie Koriander als Folgefrucht, nicht als dauerhafte Einzelpflanze.

Wie lange braucht Koriander zum Keimen?

Planen Sie unter geeigneten Bedingungen ungefähr zwei bis drei Wochen ein. Kühles Substrat kann das Auflaufen verzögern. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber nie vernässt, und graben Sie nicht wiederholt nach dem Saatgut. Unterschiedliche Saattiefe oder schwankende Feuchte führen häufig zu ungleichmäßiger Keimung.

Muss man Koriandersamen vor der Aussaat teilen?

Die runde Kornfrucht enthält meist zwei Teilfrüchte und kann vorsichtig geteilt werden; für eine zuverlässige Hausgartenkultur ist das jedoch nicht notwendig. Deutlich wichtiger sind frisches Saatgut, gleichmäßige Saattiefe, behutsames Gießen und ein lockeres Substrat. Zermahlen Sie die Früchte nicht, denn beschädigte Teilfrüchte keimen schlechter oder gar nicht.

Wie tief muss ein Gefäß für Koriander sein?

Verwenden Sie ein Gefäß mit offenem Abzugsloch und mindestens etwa 20 cm nutzbarer Tiefe, damit sich die Pfahlwurzel entwickeln kann. Ein breiter Trog ist meist praktischer als viele kleine Töpfe: Darin lassen sich kurze Reihen anlegen, nach Ernteziel beschriften und zeitlich versetzt nachsäen. Vermeiden Sie stehendes Wasser im Untersetzer und verwenden Sie strukturstabiles, gut drainiertes Substrat.

Kann Koriander neben Tomaten wachsen?

Ja, sofern Sie seinen eigenen Klimabedarf berücksichtigen. Der Tomatenbereich ist im Sommer häufig der hellste und heißeste Teil des Gewächshauses, wodurch Koriander schneller schießt. Platzieren Sie die Kräuter deshalb eher am kühleren Rand, nahe einer guten Luftbewegung, aber nicht in einem stark austrocknenden Durchzug. Halten Sie die Sätze jung, gießen Sie gleichmäßig und lassen Sie hohe Tomaten den Koriander nicht vollständig beschatten.

Wann sind Koriandersamen erntereif?

Ernten Sie, wenn der Großteil der Dolden von Grün zu Stroh, Beige oder Hellbraun gewechselt hat und die Früchte fest statt weich wirken. Schneiden Sie die Stiele, bevor die frühesten Samen bei Berührung ausfallen. Lassen Sie die Ernte anschließend in einem Papierbeutel oder einer anderen luftdurchlässigen Umhüllung vollständig trocknen.

Quellen und weiterführende Hinweise

Praktische Grundlagen dieses Leitfadens

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  1. DLR Rheinland-Pfalz – Anbauhinweise für Blattkoriander: deutsche Kultur- und Sortenhinweise mit besonderem Augenmerk auf Blattproduktion und Schossrisiko.
  2. Oregon State University Extension – Koriander anbauen: Hinweise zur doppelten Nutzung für Blätter und Samen, zur Aussaat und zur Reaktion auf Wärme.
  3. Utah State University Extension – Cilantro/Coriander im Garten: praktische Grundlagen zu Saattiefe, Pflanzenabständen, Bewässerung, Blüte und Trocknung der Samen.
  4. NC State Extension – Kulturprofil von Coriandrum sativum: botanisches Kulturprofil mit Standort-, Wuchs- und Verwendungshinweisen für Koriander.
  5. University of Wisconsin–Madison Extension – Cilantro und Koriander: Überblick über Lebenszyklus, Blatternte, Schossen, Blüte und Nutzung der reifen Früchte.
  6. Royal Horticultural Society – Koriander erfolgreich anbauen: praxisnahe Hinweise zu Aussaat, Pflege, wiederholter Ernte und saisonaler Kulturführung.

Passen Sie alle Empfehlungen an Gewächshaustyp, Sorte, Lichtangebot und die Bedingungen Ihres Standorts an. Für eine kompakte Lösung mit geschütztem Platz für tiefe Kräutertöpfe entdecken Sie das Aluminium Mini-Wand-Gewächshaus.

Weg zum Blatt

Frische wählen.

Reservieren Sie eine kurze Reihe, säen Sie die nächste Partie vor dem Erntehöhepunkt und machen Sie den ersten Schnitt zum Teil des Abendessens – nicht zu einer Aufgabe, die bis zum Schossen liegen bleibt.

Weg zum Samen

Würze wählen.

Geben Sie einigen kräftigen Pflanzen Raum zum Aufwachsen, lassen Sie die Dolden ruhig und luftig ausreifen und bewahren Sie die vollständig getrockneten Früchte im Glas auf. So begleitet das eigene Koriandergewürz Ihre Küche durch den Winter.

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