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Koriander anbauen / Cilantro im Gewächshaus

Koriander anbauen / Cilantro im Gewächshaus
Bloomcabin Anbaunotizen · Österreich

Koriander anbauen / Cilantro im Gewächshaus

Ein rasches einjähriges Kraut, zwei unterschiedliche Endpunkte: Kühl kultiviert und jung geschnitten liefert es frisches Cilantro. Darf es blühen und trocknen, entstehen warme, aromatische Koriandersamen.

Die grüne Ernte

Cilantro ist die schnelle, frische Seite.

Cilantro ist Coriandrum sativum in seiner Nutzung als zartes Blattkraut. Im Gewächshaus ist die Ernte angenehm unmittelbar: Säen Sie eine kurze Reihe direkt aus, warten Sie auf kräftige Rosetten und schneiden Sie nur die Menge, die zeitnah in die Küche kommt. Vor dem Kochen, Trocknen oder langen Lagern ist das charakteristische Aroma am lebendigsten.

  • Ziel: wiederholte Ernten zarter Blätter.
  • Beste Methode: dichte, kurze und überlappende Aussaatsätze.
  • Klimatische Priorität: heiße Wurzeln und stehende Luft vermeiden.
  • Kulturrhythmus: wenige produktive Wochen statt einer dauerhaften Einzelpflanze.
Die Gewürzernte

Koriander ist die langsame, würzige Seite.

Koriander ist dieselbe Pflanze, darf jedoch Stängel bilden, helle Dolden öffnen und runde Früchte ausreifen lassen. Das Laub wird feiner, während sich der Zweck in der Küche verändert. Statt Blütenstiele zu bekämpfen, geben Sie ausgewählten Pflanzen ausreichend Raum, schützen die reifenden Dolden vor Samenverlust und sorgen für einen trockenen Abschluss.

  • Ziel: aromatische, vollständig reife Samen.
  • Beste Methode: weite Abstände und ungehinderte Luftbewegung.
  • Klimatische Priorität: Wärme ist während der Samenreife eher tolerierbar.
  • Kulturrhythmus: ein vollständiger Lebenszyklus.
Blattroute
Jung schneiden.
Samenroute
Aufwachsen lassen.

Diese Trennung ist die grundlegende Entscheidung im Gewächshaus. Eine Cilantro-Reihe darf dicht stehen und wiederholt beerntet werden; eine Reihe für Koriandersamen braucht dagegen Platz. Wer von jeder Pflanze gleichzeitig möglichst viele Blätter und Samen erwartet, erhält häufig von beidem zu wenig. Teilen Sie Beet, Pflanztrog oder Tisch deshalb bewusst auf. Schon ein schmaler, beschrifteter Streifen genügt. Halten Sie die Blatternte mit kleinen Folgeaussaaten in Bewegung, während die Samenpflanzen nach Beginn der Streckung weitgehend unberührt bleiben.

Vor dem ersten Grün

Säen Sie für die gewünschte Ernte.

Direktsaat ist meist der sauberste Weg, weil Koriander eine empfindliche Pfahlwurzel bildet und unnötige Störungen schlecht verträgt. Verwenden Sie frisches Saatgut sowie ein feinkrümeliges, gut drainierendes Substrat oder ein sorgfältig vorbereitetes Beet. Wenn Sie in einzelnen Gefäßen vorziehen, müssen diese ausreichend tief sein; setzen Sie die Jungpflanzen sehr früh und mit vollständig erhaltenem Wurzelballen um.

01

Saatgut passend zum Ziel auswählen

Für die Blattnutzung eignen sich Sorten, die als langsam schießend oder ausdrücklich für die Blatternte beschrieben werden. Diese Eigenschaft verlängert das nutzbare Zeitfenster, macht die Pflanzen aber nicht unempfindlich gegen sommerliche Gewächshauswärme. Für die Samenernte sind gewöhnliche Koriandersorten geeignet. Achten Sie auf zuverlässige Herkunft, das gewünschte Aroma und eine Wuchshöhe, die zum verfügbaren Platz passt. Frisches Saatgut und ein nachvollziehbar beschrifteter Bestand sind wichtiger als eine lange Sortenliste.

02

Eine flache, feste Saatrille ziehen

Säen Sie ungefähr 1 bis 2 cm tief. Decken Sie die Samen gleichmäßig ab und drücken Sie die Oberfläche nur leicht an, damit guter Kontakt zum Substrat entsteht. Wässern Sie anschließend mit einer feinen Brause, ohne das Saatgut in Mulden oder dichte Gruppen zu schwemmen. Im Gewächshausbeet sind kurze Querreihen besonders praktisch: Sie lassen sich gezielt gießen, abschnittsweise schneiden und nach der Ernte einzeln räumen und neu bestellen.

03

Blatt- und Samenpflanzen anders setzen

Für einen dichten Blattbestand säen Sie relativ eng und vereinzeln später auf etwa 4 bis 6 cm zwischen den Pflanzen. Für kräftige Samenpflanzen sind ungefähr 20 bis 25 cm sinnvoll. Der größere Abstand bringt Licht an die Basis und schafft Raum für verzweigte Blütenstiele. Lassen Sie auch zwischen den Reihen genügend Platz, damit Sie ernten, gießen und die Bestände kontrollieren können, ohne das Laub ständig zu berühren.

04

Warten, ohne zu fluten

Die Keimung kann besonders in kühlem Substrat zwei bis drei Wochen beanspruchen. Halten Sie die Oberfläche gleichmäßig feucht, aber niemals gesättigt. Eine transparente Abdeckung ist in einem trockenen Gewächshaus höchstens bis zum Auflaufen hilfreich und muss danach rasch entfernt werden. Junge Pflanzen sollen nicht in stiller, feuchter Luft stehen. Beschriften Sie jede Reihe mit Saatdatum und geplantem Endpunkt: Blatt oder Samen. So erkennen Sie später sofort, welcher Bestand geschnitten werden darf.

Das Gewächshaus-Paradox

Viel Licht geben, ohne Hitze entscheiden zu lassen.

Der geschützte Raum puffert kalte Nächte und starken Regen, doch seine Wärme kann Koriander rasch zur Blüte treiben. Das Kraut bevorzugt helle, eher frische Bedingungen. In der Praxis bedeutet das: reichlich Licht, ein gemäßigtes Tagesklima, zuverlässige Lüftung und ein Wurzelraum, der sich nicht wiederholt stark aufheizt. Messen Sie die Temperatur auf Pflanzenhöhe statt unter dem Dach. Beobachten Sie zugleich Bodenfeuchte und Blattspannung, denn ein einzelner Messwert beschreibt das Mikroklima im Bestand nicht vollständig.

Licht

Geben Sie Koriander einen hellen Standort. In heißen Monaten ist leichter Schatten ab Mittag besser als ein ganztägig dunkler Platz. Pflanzen, die sich zu einer schattigen Ecke strecken, bilden blasse, schwache Stiele.

Temperatur

Für die Blattproduktion ist ein frisches, ausgeglichenes Klima wichtiger als maximale Wärme. Öffnen Sie bei sonnigem Wetter frühzeitig. Große Hitze, trockene Wurzeln und lange Tage beschleunigen gemeinsam das Schossen.

Luftbewegung

Öffnen Sie Dachfenster und Tür an warmen Tagen rechtzeitig. In windstillen Ecken kann ein kleiner Umluftventilator helfen. Bewegte Luft ist ein Teil der Kulturführung und kein bloßes Komfortzubehör.

Wasser

Gießen Sie vorzugsweise morgens direkt auf das Substrat. Das Laub sollte vor dem Abend abtrocknen. Dauerhaft nasse Oberflächen und stehende Luft fördern weiches Wachstum und Probleme an Keimlingen.

Fünf Stufen des Schossens

Das Blattfenster in fünf Signalen

01Rosette
Jetzt schneiden
02Mitte hebt sich
Ernten
03Feines Laub
Entscheiden
04Dolden
Festlegen
05Samenansatz
Trocknen

Stadien lesen, ruhig handeln. Eine niedrige Rosette mit breiten, gelappten Grundblättern ist die beste Phase für den ersten Schnitt. Hebt sich die Mitte, ernten Sie noch einmal, ohne das Wachstumszentrum zu zerstören, und säen parallel den Ersatzbestand. Schmale, farnartige obere Blätter zeigen, dass die Pflanze ihre Energie zunehmend in die Höhe lenkt. Sobald verzweigte Blütenstiele und helle Dolden erscheinen, fällt die endgültige Entscheidung: räumen oder als Samenpflanze behalten. Später wechseln die runden Früchte von Grün zu Strohfarben und Beige; die Blatternte ist dann beendet. Schossen entsteht nicht durch einen einzigen Fehler. Lange Tage, hohe Temperaturen, trockener Wurzelraum, starke Konkurrenz und das natürliche Alter wirken zusammen. Lüften Sie früher, schattieren Sie harte Mittagssonne leicht, gießen Sie vor dem Welken und beginnen Sie den nächsten Satz, bevor der aktuelle Bestand erschöpft ist.

Eine junge Reihe ist die beste Reserve

Säen Sie einen Rhythmus, kein Einzelereignis.

Eine große Aussaat schafft einen kurzen Überfluss und danach oft nur Blütenstiele. Kleine Wiederholungen im Abstand von zwei bis drei Wochen ergeben den nützlicheren Rhythmus: junge Blätter, erntereife Reihen, nachwachsenden Ersatz und eine bewusst für Samen reservierte Gruppe.

BeispielsaisonMärAprMaiJunJulAug
Satz A · BlattSaat und Jungblatt
Satz B · Blattvolle Blatternte
Satz C · BlattSaat und Jungblatt
Satz D · Blattvolle Blatternte
Reservierte Reihe · Samenblühen, reifen, trocknen
Jungblatt- und Ersatzfenster Fenster für Blatternte bewusst erhaltener Samenbestand

Dieser Kalender zeigt ein Muster, kein starres Versprechen. Im Wiener Becken, im Burgenland und in günstigen Lagen der Oststeiermark kann die geschützte Aussaat häufig im März beginnen. Im Alpenvorland, in inneralpinen Tälern und in höheren Lagen warten Sie auf die tatsächliche Bodenerwärmung und schützen junge Reihen bei kalten Nächten mit Vlies. Ab Mai wird im Osten besonders konsequente Lüftung wichtig. In rauen Lagen kann sich das gesamte Fenster nach hinten verschieben; gemessene Bedingungen im Bestand sind wichtiger als der Monatsname.

Blatternte

So schneiden, dass ein weiterer Austrieb bleibt.

ÄUSSERE STIELELEICHTER REIHENSCHNITTNICHT INS HERZ
Die produktiven Schnitte liegen außen oder oberhalb der Verzweigung. Das Pflanzenzentrum bleibt als Regenerationspunkt unversehrt.

Drei gute Erntemethoden

  1. Selektiver Schnitt: Nehmen Sie zuerst äußere Stiele und lassen Sie die Mitte weiterwachsen. Diese Methode eignet sich für kleine, regelmäßig benötigte Küchenportionen.
  2. Leichter Reihenschnitt: Kürzen Sie eine dichte, vitale Jungreihe oberhalb des Wachstumspunktes und lassen Sie eine kurze, sichtbar belaubte Basis stehen. Das ist schnell und ordentlich, funktioniert aber nur bei gesunden Pflanzen.
  3. Kein Herzschnitt: Ein harter Schnitt direkt am Boden beendet den Bestand. Das ist beim Räumen einer überalterten Reihe sinnvoll, nicht wenn ein weiterer Austrieb erwartet wird.
Aroma bewahren: Ernten Sie morgens nach dem Abtrocknen des Taus oder zu einer anderen kühlen Tageszeit. Spülen Sie die Blätter möglichst erst kurz vor der Verwendung. Im Kühlschrank bleiben die Stiele locker und leicht feucht eingeschlagen. Überschüsse frieren Sie besser klein portioniert ein, denn beim Trocknen verliert Cilantro viel von seinem frischen, charakteristischen Duft.

Eine durchdachte Anordnung erleichtert die tägliche Ernte. Platzieren Sie Blattkoriander am gangseitigen Beetrand oder vorne auf dem Pflanztisch, wo Sie bequem schneiden und die Bodenfeuchte prüfen können. Für klar gegliederte Blatt- und Samenbereiche eignet sich ein Klassisches Aluminium-Gewächshaus.

Der warme, trockene Abschluss

Eine Reihe blühen lassen. Dann geduldig werden.

Sobald Sie sich für die Samenernte entschieden haben, beenden Sie die regelmäßigen Blattschnitte. Die Pflanze entwickelt luftige, weiße bis zart rosige Dolden und anschließend runde, zunächst grüne Früchte. Die Blüten sind essbar und ziehen Bestäuber an, wenn Türen und Fenster offenstehen. Sorgen Sie für großzügige Lüftung, damit Blütenstände und Laub nach dem Gießen rasch trocknen. Wasser gehört weiterhin an den Boden, nicht über die Dolden. In einem sehr geschlossenen Haus erleichtern regelmäßig geöffnete Lüftungen den Zugang für Insekten und verhindern zugleich feuchte Stauwärme.

01Grün
02Farbwechsel
03Teilweise trocken
04Im Sack trocknen
05Reinigen und lagern
  1. Grün: Frische Früchte sind noch weich und besitzen nicht das warme, nussig-zitrische Profil vollständig gereifter Koriandersamen. Lassen Sie sie weiter an der Pflanze reifen.
  2. Farbwechsel: Beobachten Sie, wie die Dolden von Grün zu Strohfarben, Beige und Hellbraun wechseln. Die Reife verläuft innerhalb einer Pflanze nicht gleichmäßig; kontrollieren Sie daher regelmäßig.
  3. Teilweise trocken: Sobald ein großer Teil der Samen hellbraun, fest und trocken wirkt, schneiden Sie ganze Stiele bei trockenem Wetter ab, bevor die ersten Früchte ins Beet fallen.
  4. Im Sack trocknen: Binden Sie kleine Stielbündel locker und hängen Sie sie kopfüber in einen sauberen Papiersack. Ein trockener, gut belüfteter Ort unterstützt die Nachreife; der Sack fängt ausfallende Samen auf.
  5. Reinigen und lagern: Reiben Sie vollständig trockene Dolden behutsam aus, entfernen Sie Pflanzenreste und füllen Sie die ganzen Samen in ein gut schließendes, lichtgeschütztes Glas. Mahlen Sie erst vor der Verwendung.

Warten Sie nicht darauf, dass jede einzelne Dolde an der Pflanze dunkelbraun wird. In einem warmen Gewächshaus können die frühesten Samen bereits ausfallen, während spätere noch grün sind. Schneiden Sie, wenn die Mehrheit deutlich die Farbe wechselt, und lassen Sie den Abschluss geschützt im Papiersack erfolgen. Kunststoffbeutel sind ungeeignet, weil sie Restfeuchte einschließen.

Ruhig und gezielt korrigieren

Häufige Probleme als Ursache und Antwort lesen.

Pflanzen schießen schon bei 10–15 cm

Wahrscheinliche Ursache: ein heißer Wurzelraum, plötzliche Wärmespitzen, Trockenstress oder eine Reihe, die zu lange ohne Schnitt stehen blieb.

Antwort: Öffnen Sie Lüftungen früher, entlasten Sie die stärkste Mittagssonne mit leichter Schattierung und gießen Sie, bevor die Pflanzen welken. Säen Sie sofort einen neuen Satz. Das Entfernen eines frühen Blütenstiels kann etwas Zeit gewinnen, doch eine Folgeaussaat ist verlässlicher als der Versuch, einen alternden Bestand dauerhaft zurückzusetzen.

Blasse, schwache und gestreckte Blätter

Wahrscheinliche Ursache: zu wenig Licht, ein übermäßig dichter Bestand oder nasses Substrat, das die Wurzelfunktion einschränkt.

Antwort: Stellen Sie Gefäße an einen helleren Platz, vereinzeln Sie gedrängte Pflanzen und lassen Sie die obersten Zentimeter des Substrats vor dem nächsten Gießen antrocknen. Düngen Sie erst sparsam, nachdem Licht, Wasser und Luft stimmen. Eine stark stickstoffbetonte Versorgung erzeugt zwar üppiges, aber weiches Wachstum und verbessert das Aroma nicht.

Gelbe Unterblätter und eine müde Mitte

Wahrscheinliche Ursache: dauerhaft gesättigtes Substrat, Sauerstoffmangel im Wurzelraum oder ein alter Bestand, der sich auf natürliche Weise der Blüte nähert.

Antwort: Prüfen Sie Abzugslöcher, Beetstruktur und Gießabstände. Reduzieren Sie nicht die Wassermenge pro Gabe, sondern die Häufigkeit, wenn der Wurzelraum zu lange nass bleibt. Räumen Sie überalterte Pflanzen, lockern Sie die oberste Erdschicht und nutzen Sie eine frische Aussaat für das nächste Erntefenster.

Blattläuse sitzen an jungen Triebspitzen

Wahrscheinliche Ursache: weiches, üppiges Wachstum und ein geschütztes Gewächshausklima, in dem kleine Populationen zunächst unbemerkt bleiben.

Antwort: Kontrollieren Sie zweimal wöchentlich Blattunterseiten und junge Spitzen. Isolieren Sie stark befallene Topfpflanzen, spülen Sie kleine Kolonien gezielt mit Wasser ab und verbessern Sie die Luftbewegung. Gelbtafeln können zufliegende Tiere anzeigen, ersetzen aber nicht die Pflanzenkontrolle. Bevor weitere Maßnahmen erwogen werden, bestimmen Sie den Schädling sicher und beachten Sie die aktuellen österreichischen Hinweise für essbare Kräuter. Vermeiden Sie eine pauschale Überdüngung, die erneut besonders weiches Gewebe erzeugt.

Keimlinge kippen am Boden um

Wahrscheinliche Ursache: Umfallkrankheit, begünstigt durch Überwässerung, belastetes Substrat, mangelnde Hygiene oder dauerhaft feuchte, stehende Luft.

Antwort: Entfernen Sie betroffene Keimlinge, reinigen Sie wiederverwendete Gefäße und beginnen Sie in frischem, lockerem Substrat neu. Säen Sie weniger dicht, wässern Sie direkt am Boden und lüften Sie nach dem Gießen. Schließen Sie das Gewächshaus abends nicht als feuchte Kammer, besonders wenn eine kalte Nacht bevorsteht.

Zeitfenster für Österreich

Das Gewächshaus mildert das Klima, ersetzt es aber nicht.

Der Korianderkalender unterscheidet sich zwischen warmen Beckenlagen, spät erwachenden Tälern und rauen Höhenlagen deutlich. Die geschützte Konstruktion schafft Kontrolle, ändert aber nicht die Vorliebe der Pflanze für helles, frisches Wetter. Bodentemperatur, Nachtkälte, Feuchte und tatsächliche Einstrahlung bestimmen den Takt.

Wiener Becken und Osten

Im Wiener Becken, im Burgenland und in günstigen Lagen der Oststeiermark sind frühe Aussaaten unter Schutz häufig ab März möglich. Ab Mai rücken Lüftung und eine kühlere Position für die Blatternte in den Vordergrund. Beginnen Sie Samenreihen im Frühjahr oder sehr frühen Sommer, damit die Reife möglichst nicht in feucht-kühle Herbsttage fällt.

Alpenvorland und Alpentäler

Starten Sie nach der tatsächlichen Erwärmung des Bodens. Bei klaren, kalten Nächten schützt ein Vlies die jungen Reihen, ohne sie in feuchte Stauwärme einzuschließen. Das ungeheizte Gewächshaus verlängert die Blattphase im Frühjahr, macht die Kontrolle nach Frostnächten aber nicht überflüssig. Für Samen brauchen die Pflanzen einen rechtzeitigen Start sowie einen luftigen, trockenen Ausklang.

Höhere und raue Lagen

Setzen Sie von April bis Juli auf mehrere kleine Blattsätze und planen Sie eine Reserveaussaat ein. Für Samen wählen Sie den sonnigsten geschützten Bereich und lassen nur wenige kräftige Pflanzen stehen. Kommt der Herbst früh, schneiden Sie beige werdende Dolden bei trockenem Wetter und lassen sie im Papiersack nachreifen. Im Winter wächst Koriander ohne zusätzliche Wärme und Beleuchtung meist nur sehr langsam.

Für einen großzügigen, dauerhaft gegliederten Kräuter- und Gemüsebereich bietet das geräumige Classic Plus 385 Gewächshaus Platz für getrennte Blatt- und Samenreihen. Eine klare Beetaufteilung und gut erreichbare Gießwege lassen sich ebenso in einem Klassisches Aluminium-Gewächshaus.

Fragen aus dem Kräuterbeet

Koriander im Gewächshaus: FAQ

Wächst Cilantro ganzjährig im Gewächshaus?

Ein Gewächshaus verlängert die Saison, garantiert aber keine gleichmäßige Ganzjahresernte. In einem ungeheizten österreichischen Haus bremst schwaches Winterlicht das Wachstum deutlich; im Hochsommer kann aufgestaute Wärme das Schossen beschleunigen. Die zuverlässigsten Blattfenster liegen häufig im Frühjahr und Herbst. Behandeln Sie Cilantro als Folgefrucht mit mehreren kurzen Sätzen, nicht als ausdauernde Einzelpflanze. Für Winterernten wären je nach Standort zusätzliche Wärme und Beleuchtung erforderlich.

Wie lange braucht Koriander zum Keimen?

Rechnen Sie je nach Saatgut und Bedingungen mit ungefähr zwei bis drei Wochen. Kühles Substrat kann das Auflaufen verzögern. Halten Sie das Saatbett gleichmäßig feucht, aber nicht nass, und graben Sie nicht wiederholt nach den Samen. Unterschiedliche Tiefe oder ungleichmäßige Wasserversorgung führen häufig zu einem gestaffelten Auflaufen.

Soll man Koriandersamen vor der Aussaat teilen?

Es ist nicht zwingend notwendig. Die runde Frucht kann durch sehr leichtes Anreiben in ihre natürlichen Teilfrüchte zerfallen, darf aber nicht zu kleinen Fragmenten zermahlen werden. Frisches Saatgut, eine gleichmäßige Saattiefe, ein lockeres Saatbett und ruhiges Gießen sind für die Keimung meist wichtiger als diese Vorbehandlung.

Wie tief sollte ein Pflanzgefäß sein?

Wählen Sie ein Gefäß mit freien Abzugslöchern und ausreichend Tiefe für die Pfahlwurzel. Etwa 20 bis 25 cm Tiefe sind für eine kleine Pflanzung ein sinnvoller Orientierungswert. Ein breiter, tiefer Trog ist häufig praktischer als viele kleine Töpfe: Er nimmt kurze Reihen auf, hält die Feuchte ausgeglichener und lässt sich klar in aktuelle und folgende Aussaatsätze einteilen.

Kann Cilantro neben Tomaten wachsen?

Ja, wenn Sie den Standort nach den Bedürfnissen des Korianders wählen. Der Tomatenbereich ist im Sommer oft der hellste und heißeste Teil des Gewächshauses und kann die Blüte beschleunigen. Platzieren Sie Cilantro eher am kühleren Rand, nahe guter Luftbewegung, aber nicht in einem ständig austrocknenden Luftzug. Unter einem Regal oder an der Ostseite erhält die Reihe häufig ab Mittag willkommenen hellen Schatten.

Wann sind Koriandersamen erntereif?

Ernten Sie, wenn ein großer Teil der Dolden von Grün zu Strohfarben, Beige oder Hellbraun gewechselt hat und die Samen fest statt weich wirken. Schneiden Sie ganze Stiele ab, bevor die frühesten Früchte unbemerkt ins Beet fallen. Lassen Sie die Bündel anschließend kopfüber in einem sauberen Papiersack vollständig nachtrocknen.

Quellen und weitere Hinweise

Fachliche Grundlagen dieses Ratgebers

Mehr bei Bloomcabin: Gewächshaus-Setup und Pflege für Österreich · Gewächshaus-Garten in Österreich: Einsteiger-Guide · Bloomcabin blog

  1. Landwirtschaftskammer Oberösterreich – Koriander: österreichische Fachinformation zur Kultur, Entwicklung und Nutzung von Koriander als Gewürzpflanze.
  2. AGES – Blattläuse erkennen und vorbeugen: österreichische Informationen zur Bestimmung, Biologie und pflanzengesundheitlichen Einordnung von Blattläusen.
  3. Bio Forschung Austria – Bio-Saatgutproduktion: Hintergrundwissen zur österreichischen Saatgutproduktion sowie zur Kultur von Gewürz- und Saatgutpflanzen.
  4. Royal Horticultural Society – How to Grow Coriander: Hinweise zu Direktsaat, Folgeaussaat sowie Blatt- und Samenernte bei Koriander.
  5. Utah State University Extension – Cilantro/Coriander in the Garden: Angaben zu Saattiefe, Abständen, Wasserversorgung, Schossen und Reife der Samen.
  6. University of Minnesota Extension – Gemüse für die Herbsternte säen: Grundlagen zur zeitversetzten Sommeraussaat und Planung einer späteren Ernte.

Passen Sie alle Empfehlungen an Sorte, Gewächshaus und Mikroklima Ihres Gartens an. Für großzügig geplante, getrennte Kräuterbereiche entdecken Sie das geräumige Classic Plus 385 Gewächshaus.

Blattroute

Frische wählen.

Reservieren Sie eine kurze Reihe, notieren Sie das Saatdatum und säen Sie den nächsten Satz, bevor der aktuelle Bestand seinen Höhepunkt erreicht. So wird der erste Schnitt Teil des Abendessens und nicht bis zum Schossen aufgeschoben.

Samenroute

Würze wählen.

Geben Sie wenigen kräftigen Pflanzen Raum, lassen Sie die Dolden in Ruhe reifen und trocknen Sie sie luftig im Papiersack. Ein Glas eigener, ganzer Koriandersamen ist der langsame, duftende Abschluss der Gewächshaussaison.

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