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Weiße Fliegen im Gewächshaus: erkennen und gezielt bekämpfen

Weiße Fliegen im Gewächshaus: erkennen und gezielt bekämpfen

Gewächshausgesundheit / Integrierter Pflanzenschutz

Weiße Fliegen im Gewächshaus: erkennen und gezielt bekämpfen

Der helle Schwarm zeigt nur einen Teil des Problems. Wirksame Kontrolle beginnt auf der verborgenen Blattunterseite, wo Eier und junge Stadien bereits entlang der Adern sitzen.

01 / Die sichtbare Unruhe

Die weiße Wolke zeigt nur den vorderen Rand des Befalls.

Berühren Sie eine Tomate, Gurke, Melanzani, Paprika oder üppige Zierpflanze, steigt mitunter eine kleine weiße Wolke aus dem Laub. Das ist ein klares Warnzeichen, doch die erwachsenen Tiere bilden nur den mobilen Teil der Population. Eier, frisch geschlüpfte Wanderlarven und spätere, fest anhaftende Jungstadien bleiben auf den Blattunterseiten zurück. Sie erklären, warum nach einer scheinbar erfolgreichen Maßnahme Tage oder Wochen später erneut Tiere auffliegen können.

Weiße Fliegen, fachlich Mottenschildläuse, saugen Pflanzensaft. Starker Befall kann Blätter aufhellen, Wachstum bremsen und die Pflanzen schwächen. Auffälliger ist im privaten Gewächshaus häufig der Honigtau: ein klebriger Glanz auf Blättern, Früchten, Töpfen, Arbeitstischen oder dem Boden, auf dem sich dunkle Rußtaupilze ansiedeln können. Bei manchen Arten, etwa Bemisia sind zusätzlich besondere Risiken möglich. Die passende Reaktion hängt deshalb von Kultur, Weißfliegenart, Befallsstärke und einem eventuell geplanten Nützlingseinsatz ab.

Ein gut gegliedertes Gewächshaus verschafft Ihnen einen entscheidenden Vorteil: Es ist ein klar begrenzter Kulturraum, der gezielt kontrolliert, gereinigt, gelüftet und gepflegt werden kann. In einem dauerhaften Modell wie dem Klassisches Aluminium-Gewächshaus wird die Blattkontrolle idealerweise Teil der Gieß-, Schnitt- und Lüftungsroutine – nicht erst eine Notfallmaßnahme bei sichtbaren Schäden.

02 / Bestimmen vor Eingreifen

Lesen Sie die Blattunterseite.

Eine Handlupe mit etwa zehnfacher Vergrößerung macht aus einem unklaren Schädlingsbild eine stadienbasierte Entscheidung. Aussehen und Entwicklungstempo variieren nach Art, Kultur, Temperatur und Gewächshausklima; die Kontrolllogik bleibt jedoch verlässlich.

Beginnen Sie mit mehreren Pflanzen und Blättern, nicht mit dem Blatt, das gerade bequem erreichbar ist. Suchen Sie entlang der Adern, an zartem Neuaustrieb sowie unter reifen Blättern in dichten Beständen. Weiße Fliegen verteilen sich selten gleichmäßig: Eine einzelne üppige Pflanze kann als Brutstätte dienen, während eine benachbarte Pflanze zunächst nur Erwachsene oder frische Eier trägt.

Eier

Winzig, oft bogenförmig nahe den Blattadern.

Wanderlarve

Nach dem Schlupf kurz beweglich.

Festsitzende Jungstadien

Flach, hell und fest unter dem Blatt.

Erwachsene

Weiß bepudert; fliegen bei Berührung auf.

Ein Blatt, vier Beobachtungen: Nutzen Sie diese Übersicht zur Orientierung und bestätigen Sie den Befund anschließend an mehreren Pflanzen im gesamten Kulturblock.

Die Übersicht unterstützt die Kontrolle, ersetzt aber keine sichere Bestimmung. Die sehr kleinen Eier können sich während ihrer Entwicklung verändern. Die erste Larve bewegt sich nur kurz, bevor sie einen Saugplatz wählt. Nachfolgende Stadien ähneln flachen, hellen oder durchscheinenden Schildchen, weil sie fest an der Unterseite haften. Erwachsene sind leicht wahrnehmbar, zeigen aber lediglich den fliegenden Anteil der Population.

Achten Sie neben den Tieren auf weitere Spuren: frischen Honigtau, Rußtau, helle Saugstellen, abgestreifte Häute, leere Puppenhüllen und eine zunehmende Zahl anhaftender Nymphen. Erwachsene Gewächshausmottenschildläuse halten ihre Flügel häufig vergleichsweise flach, während viele Bemisia-Tiere eher dachförmig wirken können. Das ist nur ein Hinweis im Feld; spätere Jungstadien bieten meist eine bessere Grundlage für die Artbestimmung. Bei wertvollen Kulturen, ungewöhnlichen Symptomen oder einem geplanten spezialisierten Nützlingsprogramm sollten Sie ein scharfes Foto anfertigen und fachliche Beratung oder den Nützlingsanbieter einbeziehen.

03 / Nicht den falschen Gast behandeln

Weiße Fliegen und andere kleine Gewächshausflieger unterscheiden

Weiße Fliegen

Bei Berührung: Ein kleiner weißer Schwarm steigt aus dem Laub auf.

Hier bestätigen: An Blattunterseiten, besonders am jungen Austrieb, mit Eiern und flachen, anhaftenden Jungstadien.

Typischer Hinweis: Honigtau und später dunkler Rußtau bei steigendem Befallsdruck.

Trauermücken

Dunkle, schlanke, mückenähnliche Tiere fliegen vor allem über feuchtem Substrat. Ihre Larven leben im Kultursubstrat und erscheinen nicht als flache Schilde unter den Blättern.

Thripse

Schmale, gelbliche bis dunkle Insekten; typisch sind silbrige Saugspuren, verformtes Wachstum und kleine dunkle Kotpunkte statt einer weißen, mehlig wirkenden Wolke.

Geflügelte Blattläuse

Meist größer und deutlich birnenförmig, häufig mit sichtbaren Hinterleibsröhrchen. Kolonien fallen gewöhnlich an Triebspitzen, jungen Blättern und Stängeln auf.

Die Bestimmung verändert jede weitere Entscheidung. Eine Klebetafel kann alle vier Gruppen erfassen; nur das umgedrehte Blatt zeigt jedoch Eier und festsitzende Jungstadien der Weißen Fliege. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein gegen Trauermücken, Blattläuse oder Thripse gewähltes Mittel ein Weißfliegenproblem sicher und wirksam löst.

04 / Beobachtung wiederholbar machen

Gehen Sie jede Woche dieselbe Kontrollroute.

Zufällig entdeckte Schädlinge sind besser als gar keine Kontrolle, zeigen aber nicht, ob sich eine Population ausbreitet, konzentriert oder zurückgeht. Legen Sie eine kurze, feste Route entlang wahrscheinlicher Eintritts- und Befallszonen fest: Türen und Lüftungsöffnungen, neu eingebrachte Pflanzen, dichte Kulturblöcke, obere Triebe, untere Blätter sowie Unkräuter und Pflanzenreste. Nehmen Sie eine Lupe mit und führen Sie einfache Notizen, die Sie dauerhaft beibehalten können.

1

Eingang

Tür, Lüftung und Neuzugänge prüfen.

2

Befallsherde

Pflanzen mit auffliegenden Erwachsenen markieren.

3

Obere Krone

Junge Triebe und frische Eier.

4

Untere Krone

Reife Blätter und Nymphen.

5

Bodenzone

Unkräuter, Töpfe und Pflanzenreste.

Kontrollieren Sie in einem kleinen Bestand eine aussagekräftige Auswahl jeder Kultur, statt immer nur die Pflanze neben der Tür anzusehen. In einem größeren Gewächshaus teilen Sie die Fläche in Kulturblöcke und prüfen in jedem Block dieselbe Zahl an Referenzpflanzen. Notieren Sie Datum, Kultur, Standort, Erwachsenenflug, vorhandene Jungstadien, Honigtau sowie Behandlungen oder Nützlingsfreisetzungen. Eine konsequente Methode ist wertvoller als ein erfundener allgemeiner Schwellenwert.

Widmen Sie üppigen, geschützten oder schwer erreichbaren Pflanzen besondere Aufmerksamkeit. Weiße Fliegen können sich in einer hinteren Ecke oder unter einem dichten Gurkendach unbemerkt vermehren. Markieren Sie einige Befallsherde diskret, damit Sie beim nächsten Rundgang dieselben Pflanzen vergleichen. Auch eine saubere Referenzpflanze ist hilfreich: Sie zeigt, ob sich der Befall ausweitet oder lediglich ältere Schäden weiterhin sichtbar sind.

05 / Gelb kontrolliert auswerten

Gelbtafeln überwachen – sie heilen nicht.

Das Signal lesen

Trend

Nur Erwachsene; verborgene Stadien bleiben am Blatt.

Bei jedem Rundgang dieselbe Methode

  1. Jede Tafel nummerieren.
  2. Position und Kulturzone beibehalten.
  3. Immer dieselbe Fläche zählen.
  4. Datum und Ergebnis notieren.

Erwachsene Weiße Fliegen werden von Gelbtafeln angezogen. Bei konsequenter Anwendung zeigen die Tafeln eine Neuankunft, die relative Flugaktivität und den Trend nach einer Maßnahme. Sie beweisen jedoch nicht, dass Eier, Wanderlarven oder fest anhaftende Nymphen aus dem Pflanzenbestand verschwunden sind. Behandeln Sie jede Tafel als Messinstrument innerhalb eines Kontrollprogramms, niemals als eigenständige Methode zur vollständigen Beseitigung.

Platzieren Sie die Tafeln von Kontrolle zu Kontrolle in denselben Zonen, nahe der jeweiligen Kultur, jedoch nicht mitten im Blattwerk. Passen Sie die Höhe nachvollziehbar an das Pflanzenwachstum an. Zählen Sie immer die gesamte Vorderseite oder dasselbe markierte Quadrat; ein Wechsel der Zählfläche macht den Saisonvergleich wertlos. Ersetzen Sie Tafeln, wenn Staub, Kondenswasser, Pflanzenreste oder zahlreiche Fänge die Oberfläche verdecken, und vergleichen Sie nur Karten vom gleichen Standort.

In einem kleinen privaten Gewächshaus erzählen eine nummerierte Tafel nahe dem Eingang und weitere Tafeln in klar getrennten Kulturzonen meist mehr als eine zufällig aufgehängte Einzelkarte. Verbinden Sie jede Zählung mit einer Blattkontrolle. Weniger Erwachsene sind ermutigend; frische Wanderlarven oder viele lebende, festsitzende Stadien zeigen jedoch, dass die Population weiterbesteht. Hängen Sie Tafeln so, dass sie Nützlingsfreisetzungen nicht unnötig beeinträchtigen und Spritzwasser oder starke Verschmutzung die Beobachtung nicht verfälschen.

06 / Verborgene zeitliche Struktur

Warum ein Eingriff nie alle Weißen Fliegen trifft

Populationen im Gewächshaus durchlaufen ihre Stadien nicht in einem sauber synchronisierten Kreislauf. Erwachsene legen weiterhin Eier, während ältere Nymphen fest am Blatt haften und eine weitere Gruppe gerade schlüpft. Warme, geschützte Bedingungen können die Entwicklung beschleunigen und zugleich die Überlappung verstärken. Eine Maßnahme, die offene Erwachsene oder bewegliche Larven erreicht, kann deshalb Eier oder geschützte spätere Stadien zurücklassen.

Die praktische Antwort besteht nicht darin, Produkte wahllos häufiger oder stärker anzuwenden. Planen Sie die Nachkontrolle bereits bei der ersten Entscheidung ein: Verkleinern Sie das Reservoir, bestimmen Sie die verbleibenden Stadien, nutzen Sie bei Bedarf kompatible biologische oder zugelassene Kontaktmaßnahmen und kehren Sie zu denselben Pflanzen zurück, bevor die nächste Welle an Dynamik gewinnt.

Überlappende Populationswellen

Erwachsene legen Eier ab.
Wanderlarven suchen einen Saugplatz.
Nymphen bleiben; neue Erwachsene schlüpfen.

Die versetzten Wellen erinnern an die Praxis: Bei fast jeder Kontrolle sind mehrere Stadien gleichzeitig vorhanden. Nachkontrollen gehören daher von Anfang an in den Plan. Zeitpunkte möglicher Wiederholungen richten sich nach Kultur, Temperatur, Befallsverlauf und den verbindlichen Angaben des konkreten Produktetiketts – nicht nach einem pauschalen Spritzplan aus dem Internet.

07 / Das Reservoir verkleinern

Isolieren, gezielt entfernen und leichte Eintrittswege begrenzen

Neuzugänge absondern

Halten Sie neue Gemüse-, Kräuter- und Zierpflanzen zunächst getrennt. Bewegen Sie das Laub vorsichtig, drehen Sie mehrere Blätter um und prüfen Sie auch dichtes inneres Wachstum; Weiße Fliegen werden häufig mit Pflanzen eingeschleppt.

Stark belastete Blätter entfernen

Ist der Befall örtlich begrenzt, entfernen Sie nur stark besiedelte Blätter, die die Pflanze entbehren kann. Verschließen Sie das Material, bevor Sie es durch das Gewächshaus hinaustragen.

Zwischenwirte beseitigen

Unkräuter, Sämlinge, überwinterte Kübelpflanzen und Erntereste können Weiße Fliegen zwischen Kulturen erhalten. Reinigen Sie Bereiche unter Arbeitstischen und rund um Töpfe.

Entfernung bedeutet Auswahl, nicht radikalen Blattverlust. Zu starkes Entlauben kann Gurken, Tomaten, Paprika oder Melanzani schwächen, ihre Erholung verlangsamen und Früchte beziehungsweise empfindliches Gewebe freilegen. Konzentrieren Sie sich auf Blätter mit dichten Gruppen von Eiern und Nymphen. Eine stark befallene, entbehrliche Einzelpflanze kann vollständig entfernt werden, wenn sie als wesentliche Quelle erwachsener Tiere dient. Entsorgen Sie alles geschlossen und niemals in einem offenen Behälter im Gewächshaus.

Ausschluss wirkt am besten vor der Etablierung. Feinmaschige Insektenschutzlösungen an Öffnungen können den Zuflug reduzieren, müssen im österreichischen Sommer aber mit ausreichender Luftbewegung und der Gefahr von Hitzestau abgewogen werden. Schließen Sie Türen zügig, stellen Sie befallene Pflanzen nicht in den Eingangsbereich und vermeiden Sie eine überstellte Übergangszone, in der Neuzugänge ungeprüft warten. Die Klassisches Aluminium-Gewächshaus unterstützt Sie dabei, Zugang, Lüftung und Arbeitszonen für eine regelmäßige Pflanzenpflege sinnvoll zu planen.

Saubere Verglasung, freie Wege und geordnete Arbeitsflächen sind im integrierten Pflanzenschutz keine bloßen Schönheitsdetails. Sie verbessern die Sicht auf Honigtau, erleichtern den Zugang zu Blattunterseiten und erlauben feste Positionen für Gelbtafeln. Wenn Sie mehr Raum für eine anspruchsvolle Sammlung oder klar getrennte Kulturblöcke planen, entdecken Sie die Aluminium-Gewächshaus mit Blick auf Zugänglichkeit, Pflegewege und zuverlässige Luftzirkulation.

08 / Biologische Kontrolle früh beginnen

Nützlinge wirken durch Timing, nicht durch Magie

Parasitoide und Räuber

Gegen die Gewächshausmottenschildlaus ist die Schlupfwespe Encarsia formosa ein bewährter biologischer Gegenspieler. Ihr Einsatz ist besonders bei niedrigem bis frühem Befallsdruck sinnvoll, sofern lang anhaltende, unverträgliche Pflanzenschutzmittelrückstände die Freisetzung nicht beeinträchtigen. Bei manchen Bemisia-Befällen kann eine andere Parasitoidenstrategie erforderlich sein, beispielsweise mit einer geeigneten Eretmocerus-Art. Ein spezialisierter Nützlingsanbieter oder eine fachkundige Beratung kann den Gegenspieler passend zu Weißfliegenart, Kultur, Temperaturbereich, Befallsstärke und Gewächshausgröße auswählen.

Auch Räuber können einen Beitrag leisten. Florfliegenlarven, bestimmte Marienkäfer und andere generalistische Gegenspieler fressen möglicherweise Eier oder junge Stadien, sind aber nicht beliebig mit einem Parasitoidenprogramm austauschbar. Fragen Sie deshalb nicht nach dem universell besten Nützling, sondern nach einem Organismus, der zu Schädling, Kultur, Populationsdichte, Gewächshausklima und bisheriger Produktanwendung passt.

Prüfen Sie dunkle Nymphen auf Parasitierungszeichen, bevor Sie jedes verfärbte Stadium entfernen. Von Encarsia formosa parasitierten ältere Stadien der Gewächshausmottenschildlaus können dunkel bis schwarz werden. Eine runde Austrittsöffnung spricht für einen geschlüpften Parasitoiden; eine unregelmäßige oder T-förmige Öffnung eher für die Weiße Fliege. Lupe und verlässliche Bestimmungshilfe schützen Ihre eingeführten Helfer vor versehentlicher Entfernung.

Biologische Kontrolle ist ein Programm, keine dekorative Freisetzung. Sie verlangt regelmäßiges Scouting, korrekte Artbestimmung, geeignete Umweltbedingungen und ausreichend Geduld. Auch der Zugang zählt: Eine Anordnung, bei der Sie Blattunterseiten prüfen, durch Kulturblöcke gehen und Nützlinge gleichmäßig verteilen können, ist hilfreicher als ein eindrucksvoller, aber unerreichbarer Pflanzendschungel. Inspiration für einen dauerhaft gut nutzbaren Kulturraum bietet die Klassisches Aluminium-Gewächshaus mit übersichtlichen Wegen und gut erreichbaren Pflanzenflächen.

09 / Werkzeug und Stadium aufeinander abstimmen

Kontrolle besteht aus mehreren Toren, nicht aus einem Produkt

Hygiene
Entfernt stark befallenes Laub und Reservoirs.
Gelbtafeln
Messen die Aktivität fliegender Erwachsener.
Nützlinge
Bauen mit der Zeit anhaltenden Befallsdruck ab.
Kontaktmaßnahmen
Erfordern direkte Benetzung der Blattunterseiten.

Hygiene und Entfernung können ganze Gruppen von Eiern und anhaftenden Stadien beseitigen, wenn stark belastete Blätter, Unkräuter, Pflanzenreste oder einzelne Pflanzen aus dem Gewächshaus gebracht werden. Verbleibende Tiere an anderen Stellen der Kultur werden dadurch nicht erreicht.Gelbtafeln erkennen und dokumentieren fliegende Erwachsene, bilden aber die Jungstadien nicht vollständig ab.Parasitoide und Räuber können früh eingesetzt und vor schädlichen Rückständen geschützt eine dauerhafte Unterdrückung aufbauen. Sie benötigen jedoch eine passende Artenwahl, geeignete Bedingungen und Zeit.Kontaktmaßnahmen treffen offene Erwachsene oder Jungstadien nur dort, wo die Anwendung sie tatsächlich erreicht.

Kontaktwirkung verlangt echte Benetzung

Zugelassene Seifen-, Öl- und andere Kontaktprodukte wirken nur bei unmittelbarem Kontakt. Da Weiße Fliegen überwiegend unter den Blättern sitzen, entscheiden Anwendungstechnik, Kulturverträglichkeit, Temperatur, Wasserstress und Etikettangaben über das Ergebnis. Sprühen von oben über ein dichtes Blätterdach bleibt häufig unvollständig. Wenn das Etikett eine Probebehandlung vorsieht oder Unsicherheit zur Verträglichkeit besteht, testen Sie zunächst wenige Blätter. Improvisieren Sie keine Mischungen und ersetzen Sie ein geprüftes Produkt nicht durch Haushaltsgeschirrspülmittel.

Bei essbaren Kulturen muss das aktuell gültige Etikett ausdrücklich zur Pflanze oder Kulturgruppe, zum Schaderreger und zum Einsatzgebiet passen. Befolgen Sie alle Vorgaben zu Aufwandmenge, Anwendung, Wartezeit, persönlicher Schutzausrüstung, Wiederbetreten und Schutz von Nützlingen. Maßgeblich ist in Österreich das Pflanzenschutzmittelregister des BAES. Eine Eignung für Haus- und Kleingärten bedeutet nicht automatisch eine Zulassung für jede Gemüse-, Kräuter- oder Zierpflanzenkultur.

10 / Chemische Entscheidungen bleiben bedingt

Zugelassene Mittel zurückhaltend und dokumentiert einsetzen

Einen verantwortbaren universellen Spritzplan für private Gewächshäuser gibt es nicht. Verfügbarkeit, aktuelle Zulassung, Kultur, Weißfliegenart, Pflanzengröße, Befallsstadium und vorhandene Nützlinge verändern die Entscheidung. Lesen Sie vor jeder Anwendung das vollständige, aktuelle Etikett. Kultur, Schaderreger und Einsatzgebiet müssen von der Zulassung umfasst sein; Anwendungsvorgaben, Einschränkungen, Abstände, Wartezeiten und Sicherheitshinweise sind exakt einzuhalten. Prüfen Sie den Zulassungsstatus stets neu, weil sich Einträge ändern können.

Ist ein Insektizid tatsächlich begründet, sollten Sie nicht über mehrere Weißfliegengenerationen ausschließlich dasselbe Wirkprinzip wiederholen und lediglich den Markennamen wechseln. Resistenzmanagement verlangt eine bedarfsgerechte, dokumentierte Auswahl kompatibler Wirkprinzipien nach Produktangaben und fachlicher Empfehlung. Weiße Fliegen, besonders manche Bemisia-Populationen, können Resistenzen entwickeln. Halten Sie deshalb jede Anwendung vollständig fest. So lassen sich spätere Entscheidungen nachvollziehbar treffen und zukünftige Freisetzungen von Nützlingen besser vor schädlichen Rückständen schützen.

Holen Sie fachliche Hilfe, wenn ein korrekt behandelter Befall hoch bleibt, die Artbestimmung unsicher ist, ungewöhnliche Pflanzensymptome auftreten oder frühere Anwendungen einen Nützlingseinsatz erschweren. Ein belastbares integriertes Programm verwendet chemische Maßnahmen nur gezielt. Sie ersetzen weder Blattkontrolle und Hygiene noch saubere Benetzung, Dokumentation und stadiengerechte Nachkontrolle.

11 / Der Beweis folgt nach dem Eingriff

Beurteilen Sie die Erholung an neuen Blättern und Trends

Eine Entfernung, Behandlung oder Nützlingsfreisetzung kann das Gewächshaus unmittelbar ruhiger erscheinen lassen. Das ist erfreulich, aber noch kein Abschluss. Erholung wird sichtbar, wenn dieselbe Kontrollroute weniger Erwachsene auf vergleichbaren Gelbtafeln, weniger frische Eier und Wanderlarven an jungen Blättern, weniger lebende Nymphen und weniger neuen Honigtau zeigt. Alter Rußtau, Saugschäden und leere Hüllen können nach erfolgreicher Eindämmung sichtbar bleiben. Suchen Sie daher nach neuen Befunden, statt zu erwarten, dass jede Pflanze nach einer Maßnahme sofort makellos aussieht.

Führen Sie die Routine auch bei sinkendem Befallsdruck fort. Ein robustes Gewächshaus ist nicht völlig frei von zufliegenden Insekten; entscheidend ist, dass ein kleiner Befund erkannt wird, bevor er den gesamten Bestand erfasst. Freie Wege, ein fester Platz für Lupe und Aufzeichnungen, vernünftige Lüftung und Zugang zu den hinteren Pflanzen machen aus guten Vorsätzen eine dauerhaft ruhige Gartenpraxis.

FAQ / Österreichische Gewächshausgärten

Häufige Fragen zu Weißen Fliegen

Beseitigen Gelbtafeln Weiße Fliegen vollständig aus meinem Gewächshaus?

Nein. Gelbtafeln fangen und überwachen erwachsene Tiere und können deren Flugaktivität etwas reduzieren. Eier, Wanderlarven und anhaftende Stadien unter den Blättern beseitigen sie jedoch nicht zuverlässig. Nutzen Sie die Tafeln zur Früherkennung und Trendmessung, immer gemeinsam mit direkten Kontrollen der Blattunterseiten.

Muss ich jede befallene Pflanze sofort entsorgen?

Nicht unbedingt. Isolieren Sie die Pflanze zunächst, prüfen Sie Befallsstärke und vorhandene Entwicklungsstadien und entfernen Sie nur stark besiedeltes Laub, das sie entbehren kann. Eine schwer befallene, ersetzbare Einzelpflanze aufzugeben, kann sinnvoll sein, wenn sie eine bedeutende Quelle erwachsener Tiere für den übrigen Bestand darstellt.

Warum kehren Weiße Fliegen nach dem Spritzen zurück?

Meist waren mehrere Stadien gleichzeitig vorhanden. Eine Kontaktmaßnahme gegen offene Erwachsene erreicht Eier oder geschützte Nymphen nicht zwingend im gleichen Ausmaß; mangelhafte Benetzung der Unterseiten lässt weitere Tiere zurück. Auch Unkräuter, neu eingebrachte Pflanzen oder der Zuflug durch offene Bereiche können den Befall erneut aufbauen.

Kann ich nach einer Behandlung noch Nützlinge einsetzen?

Möglicherweise. Die Verträglichkeit hängt vom konkreten Produkt, Wirkstoff, Anwendungsdatum, Rückstandsverhalten, der Kultur und dem vorgesehenen Nützling ab. Halten Sie Anwendungen fest und fragen Sie den Nützlingsanbieter vor der Freisetzung. Breit wirksame oder lang anhaltende Produkte können Parasitoide und Räuber erheblich beeinträchtigen.

Sind Tomaten, Gurken, Paprika und Melanzani besonders gefährdet?

Weiße Fliegen können an diesen Kulturen auftreten, ihre Vitalität mindern und Früchte sowie Blätter mit Honigtau verschmutzen. Auch Bohnen, Kräuter und zahlreiche Zierpflanzen kommen als Wirte infrage. Verwenden Sie bei essbaren Pflanzen ausschließlich kulturbezogen zugelassene Produkte und befolgen Sie sämtliche Anwendungs-, Sicherheits- und Wartezeitangaben.

Wie oft sollte ich auf Weiße Fliegen kontrollieren?

Während des aktiven Wachstums ist eine mindestens wöchentliche, konsequent ausgeführte Kontrolle sinnvoll; Befallsherde, Neuzugänge oder steigende Gelbtafelfänge verdienen kürzere Beobachtungsabstände. Entscheidend ist eine wiederholbare Methode, die Veränderungen sichtbar macht. Ein allgemeiner Kontrollrhythmus ersetzt niemals die verbindlichen Wiederholungsangaben eines zugelassenen Produkts oder eine fachliche Empfehlung.

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