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Pflanzgefässe mit Reservoir im Gewächshaus richtig beurteilen

Pflanzgefässe mit Reservoir im Gewächshaus richtig beurteilen

Gewächshausbewässerung

Ein Pflanzgefäss mit Reservoir kann Wasser für die Wurzelzone zwischenspeichern, nimmt Ihnen die Kontrolle über Feuchte und Abfluss aber nicht ab. Im Gewächshaus ist das besonders wichtig, wenn Töpfe auf Pflaster, Platten oder Beton stehen: Überschüssiges Wasser kann dort nicht überall ungehindert versickern. Es kann unter dem Gefäss stehen bleiben, in Fugen laufen oder den Arbeitsbereich erreichen. Vergleichen Sie deshalb nicht nur das angegebene Reservoirvolumen, sondern auch den Wasserweg zum Substrat, den Überlauf, die Erreichbarkeit beim Nachfüllen und die Möglichkeit, die Wurzelzone zu kontrollieren.

Orangerie-Gewächshaus von aussen

Vor dem Kauf beachten 1

Wie Wasser aus dem Reservoir zur Wurzelzone gelangt

Bei einem Pflanzgefäss mit Reservoir liegt der Wasservorrat unter oder neben dem Substrat, oft in einem getrennten Einsatz. Feuchtigkeit gelangt über einen Docht, eine Kapillarmatte oder einen dafür vorgesehenen Kontakt zum durchwurzelten Bereich. Das Wasser steht nicht zwangsläufig im ganzen Topf bis an die Wurzeln. Damit der Nachschub funktioniert, müssen Kontaktweg, Einbauhöhe und Substrat zusammenpassen. Ein Reservoir ist deshalb nicht einfach ein Untersetzer mit zusätzlichem Volumen, sondern Teil einer Bauweise, deren Details den Wassertransport bestimmen. Je nach Modell lassen sich Einsatz oder Docht entnehmen; das erleichtert die Kontrolle, wenn Wasser nicht wie erwartet ankommt.

Die Bezeichnung Selbstbewässerung steht nicht für eine einheitliche Konstruktion. Bei einem Dochtsystem überbrückt ein saugfähiger Streifen den Abstand zwischen Vorrat und Substrat. Andere Gefässe nutzen Substratbereiche, die durch Öffnungen eines Einsatzes bis ins Wasser reichen. Entscheidend ist, welche Bereiche gemäss Anleitung Wasserkontakt haben sollen und welche darüber liegen müssen. Eine Schnittzeichnung hilft, diese Unterschiede zu erkennen; ein Foto des bepflanzten Gefässes zeigt sie meist nicht. Prüfen Sie auch, ob Docht oder Einsatz separat zugänglich sind oder ob zur Kontrolle die ganze Pflanze herausgenommen werden müsste. Wenn Sie Gefässe für ein geräumiges Gewächshaus vergleichen, ist diese Zugänglichkeit besonders bei mehreren Reihen wichtig. Die Orangerie wird mit Flächen von 47 bis 70 m² geführt. Für die Gefässwahl zählt jedoch der geplante Arbeitsbereich: Ein von oben erreichbarer Einsatz und ein seitlicher Zugang stellen unterschiedliche Anforderungen an die Anordnung der Töpfe.

Reservoirvolumen und Nachfüllbedarf vergleichen

Das angegebene Volumen sagt, wie viel Wasser der Vorrat aufnehmen kann, aber nicht, wie lange er reicht. Der Verbrauch hängt von Pflanzenart, Entwicklungsphase, Blattmasse, Substratmenge, Temperatur, Sonneneinstrahlung und Lüftung ab. An warmen, hellen Tagen kann ein Gefäss schneller Wasser benötigen als bei kühlerem oder schattigem Wetter; zwei gleichartige Töpfe müssen deshalb nicht gleich oft nachgefüllt werden. Zudem kann das nutzbare Volumen unter der gesamten Reservoirkammer liegen, wenn nur bis zu einer Füllmarkierung oder Überlaufhöhe gefüllt werden darf. Fragen Sie, worauf sich eine Literangabe bezieht. Ein grösserer Vorrat ist nicht automatisch besser, wenn der Wasserweg nicht zur Pflanze und zum Substrat passt.

Notieren Sie in der ersten Nutzungsphase das Nachfülldatum, die ungefähr eingefüllte Menge und den Zustand der Wurzelzone. Unterscheiden Sie dabei zwischen einer vollständigen Füllung und dem blossen Ergänzen eines Restvorrats. Nur vergleichbare Beobachtungen ergeben einen brauchbaren Richtwert. Notieren Sie auch besonders warme Tage oder eine deutlich gewachsene Pflanze, statt aus einer einzelnen Füllung eine feste Reichweite abzuleiten. Für eine Gruppe von Gefässen ist ausserdem wichtig, wie Sie das Wasser heranbringen: Reicht die Giesskanne für eine Runde, und lässt sie sich an jedem Füllschacht bequem ansetzen? Bei der Einrichtung eines klassischen Gewächshauses aus Aluminium können Sie den Nachfüllweg im Grundriss einzeichnen. Planen Sie nicht nur den Standplatz der Töpfe, sondern auch den Platz zum Abstellen und Anheben der Kanne. Ein grosser Vorrat spart wenig Aufwand, wenn jede Füllung umständlich ist. Nach einem Wechsel der Bepflanzung sollten Sie die bisher beobachtete Reichweite neu beurteilen.

Vor dem Kauf beachten 2

Überlauf auf Pflaster, Platten und Beton

Klären Sie, ob das Gefäss einen Überlauf hat und wie hoch dessen Öffnung liegt. Ein Überlauf begrenzt den Wasserstand nur, solange er frei ist und das Wasser abfliessen kann. Eine tief liegende, verschliessbare Entleerungsöffnung erfüllt dagegen eine andere Aufgabe: Über sie lässt sich der Vorrat gezielt ablassen. Verwechseln Sie diese beiden Funktionen nicht. Manche Gefässe besitzen beide Öffnungen, andere nur eine davon. Aus einem sichtbaren Stöpsel lässt sich deshalb noch nicht ableiten, wie die Füllhöhe begrenzt wird. Eine Maximalmarkierung sollte gut sichtbar sein und zur beschriebenen Nutzung passen. Falls ein Schlauchanschluss vorhanden ist, muss die Anleitung erklären, welchem Zweck er dient und welche Verbindung vorgesehen ist. Prüfen Sie die Stellung von Verschlüssen vor dem Befüllen anhand dieser Angaben.

Auf Beton oder dicht verlegten Platten kann Wasser stehen bleiben; auf Pflaster hängt die Versickerung unter anderem von Fugen und Untergrund ab. Verlassen Sie sich deshalb nicht darauf, dass ein Überlauf unbemerkt im Boden verschwindet. Prüfen Sie am vorgesehenen Standort, wohin austretendes Wasser tatsächlich gelangt. In einem Wandgewächshaus verdient auch der Bereich entlang der angrenzenden Wand Aufmerksamkeit: Ein verdeckter Auslass kann Wasser in einen schlecht erreichbaren Zwischenraum leiten. Das ist eine Frage der Aufstellung, keine zugesicherte Eigenschaft des Gewächshausmodells. Ein Auffangbehälter sollte sich entnehmen lassen, ohne den bepflanzten Topf versetzen zu müssen. Seine nutzbare Kapazität muss zur Wassermenge passen, die beim Befüllen oder Entleeren anfallen kann. Ein Schlauch benötigt einen bestätigten Anschluss und einen geeigneten Ablauf; eine lose angesetzte Verbindung ist kein verlässlicher Ableitungsweg. Beobachten Sie den ersten Befüllvorgang, damit eine ungünstige Abflussrichtung früh sichtbar wird.

Substrat und Wurzelzone auf Feuchtigkeit prüfen

Wurzeln brauchen neben Feuchtigkeit auch Luft in den Poren des Substrats. Steht Wasser dauerhaft zu hoch oder ist die Mischung sehr fein und verdichtet, kann der untere Bereich lange nass bleiben, während die Oberfläche schon trockener wirkt. Umgekehrt kann ein unterbrochener Docht oder ein ungeeignetes Substrat verhindern, dass Wasser aus dem Reservoir nach oben gelangt. Wählen Sie die Mischung nach den Bedürfnissen der Pflanze und den Angaben des Gefässherstellers. Lockere, strukturstabile Substrate verhalten sich anders als kompakte Erde; eine pauschale Rezeptur für alle Pflanzen und Reservoirsysteme gibt es nicht.

Beurteilen Sie die Feuchtigkeit nicht nur anhand der Oberfläche oder des Füllstands. Kontrollieren Sie, soweit die Bauart es zulässt, das Substrat in der Wurzelzone und am Topfboden. Bleibt es dort ständig nass, prüfen Sie Füllhöhe, Überlauf und Substrat. Ist der Wurzelballen trotz vollem Reservoir trocken, lohnt sich ein Blick auf Dochtkontakt und Einbau. Fragen Sie bereits beim Kauf, wie diese Kontrolle bei einem bepflanzten Gefäss möglich ist. Ein herausnehmbarer Einsatz hilft wenig, wenn sich eine grosse Pflanze später kaum anheben lässt. Auch das nutzbare Substratvolumen verdient Aufmerksamkeit: Die Aussenmasse enthalten gegebenenfalls den Vorratsraum und entsprechen nicht dem verfügbaren Wurzelraum. Bei der Stellplanung für ein Aluminium-Gewächshaus der Limited Edition sollten Sie daher die Masse des ganzen Gefässes eintragen, bei der Pflanzenauswahl dagegen den tatsächlich nutzbaren Pflanzraum berücksichtigen. So vergleichen Sie nicht versehentlich zwei gleich grosse Aussentöpfe mit deutlich unterschiedlichem Platz für die Wurzeln.

Orangerie-Gewächshaus mit Gartenansicht

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Füllöffnung, Anzeige und Reinigung beurteilen

Ein Wasserstandsanzeiger zeigt üblicherweise den Vorrat, nicht die Feuchtigkeit im Wurzelraum. Ein Schwimmer kann klemmen, eine Sichtöffnung kann durch Ablagerungen schlechter lesbar werden und eine Markierung sagt nicht, ob Wasser gleichmässig ins Substrat gelangt. Prüfen Sie deshalb, ob die Anzeige vom Gang aus ablesbar und die Füllöffnung erreichbar ist, wenn alle Gefässe am vorgesehenen Platz stehen. Ein leicht sichtbarer Füllstand ist praktisch, ersetzt aber keine Kontrolle der Wurzelzone. Achten Sie auch darauf, ob sich ein Einsatz entnehmen lässt und ob die Anleitung beschreibt, wie der Vorratsraum gereinigt oder entleert wird.

Prüfen Sie an einem leeren Gefäss, ob sich die Anzeige frei bewegen lässt und die Markierungen eindeutig zuordnen lassen. Eine Skala ist nur dann nützlich, wenn die Anleitung erklärt, welche Stellung zum Nachfüllen auffordert und welche die zulässige Höchstfüllung bezeichnet. Für die Reinigung zählt nicht allein die Grösse der Füllöffnung: Können Sie den Vorratsraum einsehen, vollständig entleeren und nach Herstellervorgabe erreichen? Ein enger Schacht kann zum Einfüllen ausreichen, für das Entfernen von Rückständen aber ungeeignet sein. Fragen Sie nach dem dafür vorgesehenen Vorgehen, bevor Sie das Gefäss bepflanzen. Wenn Sie den Innenraum eines T-Modell-Gewächshauses planen, berücksichtigen Sie auch die Blickrichtung auf die Anzeigen. Eine nach hinten gedrehte Skala bleibt schlecht ablesbar, selbst wenn der Gang breit ist. Prüfen Sie die Erreichbarkeit mit der üblichen Giesskanne und bedenken Sie, dass Blätter den Zugang später verdecken können.

Standfläche, Auffangschalen und Wege einplanen

Auch ein befestigter Boden ist nicht automatisch eben und frei von Hindernissen. Prüfen Sie, ob jeder Topf stabil steht, ob Füsse oder Untersetzer richtig aufliegen und ob eine Kante den Überlauf blockiert. Ein gefülltes Reservoir und nasses Substrat machen das Gefäss schwerer. Stellen Sie es nur auf ein Regal oder eine Bank, deren zulässige Belastung für den vorgesehenen Einsatz belegt ist. Improvisierte Erhöhungen können die Stabilität verschlechtern oder den Ablauf verdecken. Türen, Lüftungsöffnungen und die üblichen Arbeitswege sollten frei bleiben, damit Sie Gefässe erreichen und bei Bedarf umstellen können.

Auffangschalen können Tropf- oder Überlaufwasser sammeln, ersetzen aber nicht die Begrenzung des Wasserstands im Reservoir. Wenn ihr Rand den Auslass überdeckt oder angesammeltes Wasser bis zur Öffnung reicht, kann die vorgesehene Entwässerung beeinträchtigt werden. Prüfen Sie deshalb die Kombination aus Gefäss und Schale, nicht beide Teile getrennt. Eine passende Schale muss ausserdem entnehmbar bleiben und darf nicht in den Gang ragen. Markieren Sie auf dem Grundriss neben dem Topfumriss die tatsächliche Stellfläche mit Schale sowie den Platz für die Pflege der ausgewachsenen Pflanze. Beim Vergleich mit einem Pyramidengewächshaus sind dafür die konkreten Innenmasse und die Lage der Zugänge hilfreicher als die Gesamtfläche allein. Prüfen Sie bei jeder Gewächshausform auch, ob Pflanzen und Gefässe an ihrem geplanten Platz genügend Höhe haben. Schwere Gefässe sollten sich kontrollieren und reinigen lassen, ohne dass Sie sie bei jeder Kontrolle anheben müssen.

Vor dem Kauf beachten 4

Gefässe einrichten und zuerst im kleinen Umfang testen

Folgen Sie beim Einrichten der Anleitung des konkreten Gefässes. Sie sollte erklären, wie der Einsatz sitzt, bis zu welcher Markierung Wasser eingefüllt wird und ob das Substrat beim Pflanzen zunächst von oben angefeuchtet werden soll. Ein junger Wurzelballen hat nicht automatisch Kontakt zu den Bereichen, die aus dem Reservoir versorgt werden. Je nach System kann deshalb anfangs eine andere Bewässerung nötig sein als bei einer gut eingewurzelten Pflanze. Auch ein Docht muss wie vorgesehen sitzen und Kontakt zum Substrat haben. Füllen Sie nicht über die angegebene Maximalhöhe. Prüfen Sie beim ersten Befüllen Anzeige, Verbindungen und allfälligen Wasseraustritt. Ein Leck oder unerwartet früh austretendes Wasser ist ein Anlass, den Einbau zu kontrollieren; es beweist für sich allein noch nicht, dass der Einsatz falsch sitzt.

Beginnen Sie möglichst mit einem Gefäss oder einer kleinen Gruppe und beobachten Sie Füllstand, Substrat und Pflanze unter den tatsächlichen Bedingungen. Testen Sie mit der vorgesehenen Pflanze und Mischung, nicht nur mit Wasser im leeren Behälter. Der leere Test zeigt vor allem, ob der Vorratsraum dicht ist und die Anzeige arbeitet; er belegt noch nicht, dass die Versorgung des Substrats funktioniert. Vergleichen Sie im späteren Betrieb möglichst ähnliche Pflanzen und Standorte. Ändern Sie bei Problemen jeweils nur einen Punkt, damit die Wirkung einer Anpassung erkennbar bleibt. Geben Sie Dünger nur nach den Angaben für Gefäss, Pflanze und Düngemittel in den Vorrat. Wenn Sie ein Gewächshaus mit eingebautem Lager in Betracht ziehen, planen Sie den Testplatz im Anbaubereich und die Aufbewahrung unbenutzter Teile getrennt. Halten Sie Anleitung, Ersatzdochte und ausgebaute Verschlüsse so zusammen, dass sie dem richtigen Gefäss zugeordnet bleiben.

Wasserstand und Wurzelzone regelmässig kontrollieren

Ein einfacher Kontrollrhythmus verhindert, dass die Reservoiranzeige zur einzigen Entscheidungsgrundlage wird. Prüfen Sie zunächst zu ähnlichen Tageszeiten den Füllstand, die Feuchtigkeit in der Wurzelzone und den Zustand des Gefässbodens. Notieren Sie Nachfüllungen und auffällige Veränderungen. Eine trockene Oberfläche kann bei feuchtem Substrat weiter unten täuschen; ein voller Vorrat beweist umgekehrt nicht, dass Wasser an die Wurzeln gelangt. Vergleichen Sie bei mehreren Pflanzen möglichst Gefässe derselben Bauart, statt Beobachtungen von einem Topf ungeprüft auf alle zu übertragen.

Licht, Wärme und Luftbewegung unterscheiden sich innerhalb eines Gewächshauses. Ein Gefäss nahe einer sonnigen Scheibe kann sich anders verhalten als eines im Schatten oder bei einer Tür. Eine abnehmende Wassermenge im Reservoir kann durch Pflanzenaufnahme und Verdunstung entstehen, aber auch durch ein Leck. Bei auffallend schnellem Absinken lohnt sich daher zusätzlich der Blick auf Boden und Verbindungen. Wenn Sie Gefässe in einem Prestige-Gewächshaus anordnen, kennzeichnen Sie ihre Standplätze auf einer einfachen Skizze und nummerieren Sie die Töpfe. So lassen sich Beobachtungen später einem bestimmten Standort zuordnen, auch wenn die Bepflanzung wechselt. Für die laufende Kontrolle reichen kurze Notizen zu Füllstand, Nachfüllmenge und Auffälligkeiten. Prüfen Sie nach dem Umstellen zunächst häufiger, statt den bisherigen Rhythmus unverändert zu übernehmen. Ebenso verdient ein plötzlich kaum noch sinkender Wasserstand Aufmerksamkeit, wenn die Pflanze zugleich welkt oder das Substrat trocken bleibt.

Weitere Ansicht des Orangerie-Gewächshauses

Vor dem Kauf beachten 5

Wurzelwachstum und Rückstände im Reservoir

Mit zunehmendem Wachstum können Wurzeln je nach Konstruktion durch Öffnungen des Einsatzes bis in den Vorratsraum gelangen. Das ist nicht bei jedem System eine Fehlfunktion; entscheidend ist, ob die Bauweise dafür vorgesehen ist. Fragen Sie beim Kauf, welche Bereiche frei bleiben müssen und wie sie später kontrolliert werden können. Wurzeln oder eingeschwemmte Substratreste können beispielsweise einen engen Ablauf behindern oder bewegliche Teile einer Anzeige stören. Eine unplausible Anzeige muss deshalb nicht immer einen veränderten Wasserbedarf bedeuten. Prüfen Sie zugängliche Teile nach Anleitung, ohne am Wurzelballen zu ziehen oder den Einsatz gewaltsam zu lösen. Bei einem fest durchwurzelten Gefäss lässt sich eine gründliche Kontrolle unter Umständen erst beim Umtopfen oder nach dem Ende der Kultur durchführen.

Im Vorratsraum können sich mit der Zeit Substratreste, Ablagerungen und ein Belag an den Oberflächen sammeln. Bei der Düngung ist zudem zu beachten, dass gelöste Salze mit dem Wasser ins Substrat gelangen und dort zurückbleiben können. Ein sinkender Wasserstand ist deshalb kein Grund, bei jedem Nachfüllen erneut Dünger zuzusetzen. Halten Sie sich an die Anwendungshinweise und klären Sie, ob das System eine Bewässerung von oben mit anschliessendem Ablaufen überschüssigen Wassers vorsieht. Auf befestigtem Boden muss auch dieses Wasser aufgefangen oder geeignet abgeleitet werden. Für die Reinigung sind die vom Gefässhersteller beschriebenen Verfahren massgebend; verwenden Sie nicht beliebige Entkalker oder Desinfektionsmittel. Zwischen zwei Kulturen bietet ein entleertes Gefäss Gelegenheit, Vorratsraum, Anzeige und Wasserwege gründlich zu prüfen und verschlissene, dafür vorgesehene Teile zu ersetzen.

Wichtige Merkmale beim Kauf gegenüberstellen

Vergleichen Sie die Gefässe anhand einer kurzen Liste: nutzbares Reservoirvolumen, klare Maximalfüllhöhe, sichtbarer oder erklärter Überlauf, Zugang zum Nachfüllen, Trennung von Vorrat und Substrat sowie Reinigungsmöglichkeit. Ergänzen Sie Angaben zum passenden Substrat und dazu, ob der Hersteller eine Erstbewässerung oder Düngung über den Vorrat beschreibt. Fragen Sie nach einer technischen Skizze und Gebrauchsanleitung, wenn Überlauf, Füllweg oder Kontakt zum Substrat in der Beschreibung offenbleiben. Vermerken Sie auch, ob nötige Teile wie Docht, Anzeige oder Dichtung in der Anleitung als austauschbar aufgeführt sind. Aussenansichten reichen für diese Beurteilung nicht.

Ordnen Sie die Merkmale nach dem Aufstellort und der geplanten Kultur. Auf einer Fläche, auf der Wasser stehen bleiben kann, hat ein nachvollziehbarer Auffang- oder Ableitungsweg Vorrang. Eine gut sichtbare Füllmarkierung allein schützt nicht vor verschüttetem Wasser, einem Leck oder einer versehentlichen Überfüllung. Lässt sich der Wasseraustritt am vorgesehenen Platz nicht beherrschen, ist ein anderer Stellplatz oder ein anderes Gefäss sinnvoller als ein bloss grösserer Vorrat. Berücksichtigen Sie auch den Zustand bei ausgewachsener Pflanze: Bleiben Füllschacht, Anzeige und Ablauf dann erreichbar? Ein kleineres, gut zugängliches Modell kann im Alltag praktischer sein, sofern sein Wurzelraum für die Pflanze ausreicht. Die beste Wahl ergibt sich aus dieser Kombination von Pflanzraum, Wasserweg und Handhabung, nicht aus der grössten Literangabe.

Häufige Fragen

Sind Pflanzgefässe mit Reservoir auf Beton oder Pflaster geeignet?

Grundsätzlich ja, sofern das Gefäss stabil steht und austretendes Wasser aufgefangen oder geeignet abgeleitet werden kann. Auf Beton kann Wasser stehen bleiben; bei Pflaster hängt die Versickerung von Fugen und Untergrund ab. Prüfen Sie den tatsächlichen Abfluss am Stellplatz und halten Sie den Überlauf zugänglich. Der Auffangbehälter muss zur möglichen Wassermenge passen. Fehlt ein Überlauf, sollten die Anleitung und eine eindeutige Füllbegrenzung erklären, wie das System vor Überfüllung geschützt wird.

Brauche ich für ein Reservoirgefäss ein spezielles Substrat?

Das hängt von der Bauweise und der Pflanze ab. Das Substrat muss zum vorgesehenen Wassertransport passen; eine verdichtete oder sehr feine Mischung kann sich anders verhalten als ein strukturstabiles Substrat. Folgen Sie den Angaben des Gefässherstellers und den Kulturhinweisen für die Pflanze. Eine einzige Mischung, die für alle Reservoirsysteme geeignet ist, gibt es nicht.

Wie oft muss ich das Reservoir nachfüllen?

Dafür gibt es keinen allgemeinen Zeitabstand. Pflanzenart, Entwicklungsphase, Substratvolumen, Licht, Wärme und Lüftung beeinflussen den Verbrauch. Beobachten Sie beim Einrichten Füllstand und Wurzelzone und notieren Sie, wann Sie nachfüllen. Erst aus diesen Beobachtungen ergibt sich ein Richtwert für Ihr Gewächshaus; ändern sich Standort oder Bedingungen, kann sich auch der Bedarf ändern.

Was kann ich prüfen, wenn das Reservoir voll, das Substrat aber trocken ist?

Kontrollieren Sie zuerst, ob Docht oder Kapillarmatte richtig sitzen und Kontakt zum Substrat haben. Prüfen Sie auch, ob die verwendete Mischung für das System vorgesehen ist und ob der Einsatz korrekt eingebaut wurde. Ein voller Vorrat belegt nicht, dass Wasser bis zur Wurzelzone gelangt. Beurteilen Sie die Feuchte deshalb an mehr als der Oberfläche und folgen Sie bei nötigen Anpassungen der Anleitung des Herstellers.

Kann ich den Überlauf an eine Gewächshausrinne anschliessen?

Nur wenn das Gefäss einen dafür vorgesehenen Anschluss hat und die Kompatibilität mit dem konkreten Ableitungsweg geklärt ist. Aus einem sichtbaren Ablauf lässt sich nicht automatisch auf einen passenden Anschluss schliessen. Ohne bestätigte Verbindung ist ein geeigneter, erreichbarer Auffangbehälter die nachvollziehbarere Lösung. Prüfen Sie ausserdem, wohin das Wasser gelangt und ob der Ablauf bei der gewählten Aufstellung frei bleibt.

Ein Reservoirgefäss ist dann sinnvoll gewählt, wenn Wasservorrat, Substrat und Wurzelraum zusammenpassen und überschüssiges Wasser auf dem befestigten Gewächshausboden einen klaren Weg hat. Prüfen Sie die Bauweise, bevor Sie sich auf eine Füllanzeige oder eine Literangabe verlassen. Mit einem kleinen Praxistest und regelmässigen Kontrollen erkennen Sie, ob das Gefäss unter Ihren Bedingungen zuverlässig arbeitet.

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