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Chrysanthemen im Gewächshaus: Wuchs und Blüte planen

Chrysanthemen im Gewächshaus: Wuchs und Blüte planen

Pflanzen im Gewächshaus

Ob kompakte Topfchrysantheme oder langstielige Schnittblume: Sorte, Tageslänge und Kulturziel bestimmen, wann die Blüten erscheinen und welche Stützen nötig sind. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie den Blühtermin rückwärts planen, Licht gezielt beeinflussen und Platz sowie Lüftung auf den Bestand abstimmen.

Klassisches Gewächshaus aus Aluminium

Kulturziel und Sorte festlegen

Bei Chrysanthemen im Gewächshaus beginnt die Planung mit dem Kulturziel: Soll eine kompakte Topfchrysantheme für den Herbst entstehen oder sollen langstielige Pflanzen zum Schnitt wachsen? Für Töpfe zählen ein gleichmässiger Aufbau und die gewünschte Blütenfülle; bei Schnittblumen sind Stiellänge, gerader Wuchs und Erntezeitpunkt entscheidend. Garten-, Topf- und Schnittchrysanthemen unterscheiden sich in Wuchsform und oft auch in ihrer Reaktion auf die Tageslänge. Sortenname und Kulturhinweise auf dem Etikett sind deshalb ein besserer Ausgangspunkt als die Sammelbezeichnung Chrysantheme. Notieren Sie zudem die erwartete Endhöhe und ob Sie Saatgut, Jungpflanzen oder bewurzelte Stecklinge einsetzen. Eine dicht verzweigte Sorte für viele Topfblüten ist nicht automatisch für lange Schnittstiele geeignet. Aus Kulturziel und Sortenbeschreibung ergeben sich Kulturzeit, Platzbedarf und voraussichtlicher Stützbedarf.

Leiten Sie die Pflanzenzahl aus dem Kulturziel und dem verfügbaren Platz ab. Bei Topfware müssen Gefässe später erreichbar bleiben; bei Schnittkulturen beanspruchen Beete, Reihen und Pflegewege Platz. Die Produktseite des Bloomcabin Prestige Gewächshauses nennt Varianten von 3,77 bis 28,08 m². Für die Bestandsplanung kommt es darauf an, welcher Teil dieser Fläche nach Abzug der Wege und Arbeitsbereiche tatsächlich verfügbar ist. Berücksichtigen Sie auch einen Platz zum Zwischenstellen, etwa wenn Sie Töpfe für die Pflege aus einer Reihe nehmen. Der Zugang mit Giesskanne oder Schlauch und der Weg für die Ernte müssen frei bleiben. Bei unterschiedlichen Sorten oder Altersstufen hilft eine klare Kennzeichnung der einzelnen Pflanzengruppen, die im Gartenbau als Sätze bezeichnet werden. Geben Sie jedem Satz eine eindeutige Bezeichnung und verwenden Sie diese auch im Kulturplan. So lassen sich Pflanzenzahl, Standort und Pflegeaufzeichnungen zuordnen, selbst wenn Töpfe später umgestellt werden. Entscheiden Sie bereits bei der Planung, ob Sie eine grössere einheitliche Gruppe oder mehrere kleinere Sätze mit verschiedenen Blühterminen pflegen möchten.

Den Blühtermin rückwärts planen

Markieren Sie zuerst den Tag, an dem die Blüten geöffnet sein sollen, nicht nur das Ende der Kultur. Chrysanthemen durchlaufen je nach Startmaterial eine Anwachs- und Aufbauphase, die Blüteninduktion und die Entwicklung der Knospen. Diese Abschnitte lassen sich nicht für alle Sorten mit derselben Dauer ansetzen: Reaktionszeit, Pflanzenalter und Temperaturverlauf beeinflussen den Ablauf. Legen Sie auch fest, ob der Zieltermin für die erste offene Blüte oder für den Höhepunkt der Blüte gilt; bei gestaffelter Ernte macht das einen Unterschied. Verwenden Sie die Kulturangaben des Jungpflanzen- oder Saatgutlieferanten als Grundlage. Prüfen Sie bei einer genannten Zeitspanne, welches Anfangs- und Endstadium gemeint ist. Die Dauer vom Beginn der Kurztagsbehandlung bis zur Blüte ist nicht mit der gesamten Kulturzeit ab Pflanzung gleichzusetzen. Bei Topfpflanzen zählt zusätzlich, wie lange der Aufbau der gewünschten Krone dauern soll. Tragen Sie diese Phasen getrennt ein, damit im Plan keine Zeit für das Anwachsen oder den gewünschten Pflanzenaufbau fehlt.

Arbeiten Sie vom Zieltermin rückwärts und tragen Sie die erwartete Knospenentwicklung, den Beginn einer nötigen Lichtsteuerung und den Pflanztermin ein. Bei mehreren Blühdaten sind getrennte Sätze sinnvoll, deren Starttermine Sie nach den Sortenangaben staffeln können. So verteilen sich Pflege und Ernte, statt dass alle Pflanzen gleichzeitig bereitstehen. Halten Sie geplante und tatsächlich erreichte Termine getrennt fest: Sorte, Pflanzdatum, Beginn der Kurztagsphase und erster geöffneter Blütenstand bilden dafür die Grundlage. Ergänzen Sie, welcher Satz zu welchem Zeitpunkt welchen Bereich belegt. Die Produktseite des Geräumigen Gewächshauses nennt Varianten von 47 bis 70 m². Für mehrere Sätze ist neben dieser Grössenordnung auch die zeitliche Belegung wichtig: Ein noch blühender Bestand kann Fläche beanspruchen, die im Plan bereits für die nächste Pflanzung vorgesehen ist. Berücksichtigen Sie deshalb auch die Ernte und das anschliessende Räumen der Fläche im Kalender. Nach der ersten Kultur zeigen die tatsächlichen Daten, welche Abschnitte des Plans angepasst werden müssen.

Wie die Nachtlänge die Blüte steuert

Viele Kultur-Chrysanthemen, darunter zahlreiche Topf- und Schnittsorten, bilden Blüten nach einer ausreichend langen, ununterbrochenen Nacht. Darum gelten sie als Kurztagpflanzen. Der Begriff bedeutet nicht, dass die Pflanzen möglichst wenig Tageslicht erhalten sollen: Für kräftigen Wuchs brauchen sie weiterhin ausreichend Licht. Entscheidend für die Blüteninduktion ist, wie lange die Dunkelphase anhält und ob sie durch Licht unterbrochen wird. Eine Beleuchtung mitten in der Nacht kann die für die Pflanze wirksame Nacht verkürzen und die Blüte beeinflussen, auch wenn sie nicht als starkes Wachstumslicht dient. Welche kritische Tages- oder Nachtlänge gilt, hängt von Sorte und Entwicklungsstadium ab. Übernehmen Sie deshalb keine Einstellung ohne Bezug zur jeweiligen Sorte; eine Pflanze kann bei langen Tagen gut wachsen, ohne dass die Blütenbildung ausgelöst wird.

Im natürlichen Jahreslauf kann die abnehmende Tageslänge eine Herbstblüte geeigneter Sorten begünstigen. Soll eine Sorte während langer Sommertage blühen, kann eine gezielte Verdunkelung nötig sein; im Winter lässt sich die Blüte mancher Sorten mit einer Nachtunterbrechung hinauszögern, wenn weiteres vegetatives Wachstum gewünscht ist. Das sind Beispiele für unterschiedliche Kulturziele, keine universelle Schaltregel. Führen Sie mehrere Sorten mit abweichender Reaktion, planen Sie ihre Lichtsteuerung getrennt. Die Produktübersicht Gewächshäuser aus Aluminium nennt Varianten von 3,77 bis 28,08 m²; die Flächenangabe macht jedoch keine Aussage über eine eingebaute Lichtsteuerung oder eine geeignete Zonierung. Prüfen Sie diese Punkte separat und richten Sie sich bei konkreten Reaktionszeiten nach den Angaben zur jeweiligen Sorte.

Wann Lichtsteuerung im Gewächshaus nötig ist

Zusätzliche Lichtsteuerung ist nicht automatisch nötig. Wenn natürliche Tageslänge, Sorte und gewünschte Blüte zusammenpassen, kann der Saisonverlauf genügen. Sie wird wichtig, wenn der Blühtermin bewusst ausserhalb des üblichen saisonalen Fensters liegen soll oder Pflanzen vorzeitig blühen würden. Bei langen Tagen kann eine Verdunkelung den Tag verkürzen und die Blütenbildung anstossen; bei kurzen Tagen kann photoperiodisches Zusatzlicht als Tagverlängerung oder Nachtunterbrechung den Blühbeginn verzögern. Die geeignete Methode richtet sich nach der Reaktionsgruppe und dem Entwicklungsziel. Lichtsteuerung kann einen Termin beeinflussen, ersetzt aber nicht die übrige Kulturführung: Pflanzenalter und Temperatur wirken ebenfalls auf den Ablauf. Halten Sie sich bei konkreten Schaltzeiten an die Sortenangaben statt an einen pauschalen Kalender.

Unterscheiden Sie photoperiodisches Licht von Beleuchtung, die bei schwachem Tageslicht die Photosynthese unterstützen soll. Für eine Nachtunterbrechung kann ein anderes Lichtniveau genügen als für zusätzliches Wachstumslicht; die Anforderungen sind nicht austauschbar. Eine Verdunkelung muss die gesamte Kulturzone ausreichend abdunkeln, denn Lichteinfall durch Spalten oder nächtliche Beleuchtung kann das Signal stören. Beurteilen Sie deshalb nicht nur einen einzelnen Topf, sondern auch die Randbereiche und die Pflanzen nahe dem Zugang. Legen Sie fest, wann die Verdunkelung geschlossen und wieder geöffnet werden soll, und berücksichtigen Sie diese Zeiten bei der täglichen Pflege. Giessen, Kontrollgänge und das Umstellen von Pflanzen sollten mit der vorgesehenen Dunkelphase vereinbar sein. Halten Sie unbeabsichtigte Unterbrechungen im Kulturprotokoll fest, damit sich spätere Abweichungen einordnen lassen. Gleichzeitig darf die Verdunkelung die Lüftung nicht unbemerkt einschränken oder Wärme stauen. Die Produktseite zum Wandgewächshaus nennt 3,69 bis 14,34 m²; Verdunkelung und Beleuchtung sind damit nicht belegt. Prüfen Sie für die konkrete Ausführung, wie sich die geplante Kulturzone abdunkeln lässt und ob Zugänge sowie Lüftungsöffnungen dabei nutzbar bleiben.

Klassisches Gewächshaus mit Glas

Pflanzfläche, Reihen und Arbeitswege bemessen

Setzen Sie den Pflanzabstand nicht ohne Rücksicht auf Sorte und Kulturform aus einer pauschalen Tabelle fest. Jungpflanzen brauchen Raum bis zur ausgewachsenen Krone; zu dicht stehende Bestände beschatten sich, lassen sich schlechter kontrollieren und erschweren das Giessen. Bei Schnittblumen sind Reihen für Pflege, Stützung und Ernte wichtig; bei Topfchrysanthemen muss jedes Gefäss erreichbar bleiben. Planen Sie einen Weg, der auch nach dem Breitenwachstum frei bleibt, und prüfen Sie, ob Pflanzen von beiden Seiten erreichbar sind. Berücksichtigen Sie dabei die erwartete Endgrösse und nicht nur den Platz, den die Jungpflanzen am Pflanztag einnehmen. Sortenbeschreibung und Kulturziel helfen, den Abstand passend festzulegen.

Zeichnen Sie zunächst die Innenfläche mit Türen, Tischen, Beeten und festen Einbauten ein; erst dann zählen Sie die Stellplätze. Eine Nische, die auf dem Grundriss frei aussieht, kann für den Zugang zu Pflanzen oder die Pflege der Stützen wichtig sein. Die Flächenangabe der Aluminiumgewächshäuser Limited Edition reicht von 3,77 bis 28,08 m². Sie sagt allein nichts über die nutzbare Reihenbreite oder eine konkrete Türöffnung aus. Vergleichen Sie dafür die Innenmasse der jeweiligen Ausführung mit Ihrem Plan. Ein freier Pflegeweg erleichtert das Giessen, Umstellen und Ernten und verhindert, dass Pflanzen in hinteren Reihen bei der Kontrolle übersehen werden.

Stützen und ausreichende Innenhöhe einplanen

Nicht jede Chrysantheme braucht dasselbe Stützsystem. Kompakte Topfsorten bleiben je nach Wuchsform ohne Netz stabil; lange Schnittsorten können von einem Führungsgitter oder einzelnen Stäben profitieren. Richten Sie die Stütze früh ein, bevor sich Triebe neigen, und führen Sie das Wachstum locker durch das Gitter. Prüfen Sie die Führung regelmässig, damit sich die Stängel nicht verfangen und Bänder sie nicht einengen. Kontrollieren Sie dabei auch die weniger gut sichtbaren Triebe im Inneren des Bestands. Das Netz soll die Stängel stützen und darf die Blütenstände nicht zusammendrücken. Sortenangaben zu Endhöhe und Verzweigung helfen bei der Wahl des Systems und beim Zeitpunkt des Einbaus. Überlegen Sie ausserdem, wie Sie einzelne Pflanzen später erreichen: Ein gemeinsames Netz verbindet die Pflege mehrerer Pflanzen miteinander, während sich einzeln gestützte Töpfe getrennt handhaben lassen. Bei einer Topfkultur sollte deshalb vorab klar sein, ob die Pflanzen bis zur Blüte an ihrem Platz bleiben oder für Pflege und Präsentation bewegt werden müssen.

Für die Auswahl des Gewächshauses ist neben der Fläche die nutzbare Innenhöhe entscheidend: Ein Bestand mit hohen Stängeln braucht genügend Raum für Pflanzen und Stützen sowie Zugang zu den oberen Pflanzenteilen. Hängen oder befestigen Sie ein Netz nicht ungeprüft am Gewächshausrahmen; zulässige Befestigungsmöglichkeiten müssen aus den Unterlagen des Herstellers hervorgehen. Die Produktseite des T-Modell Gewächshauses Orangerie nennt Varianten von 16,52 bis 30 m². Diese Flächenspanne gibt keine Auskunft über die lichte Höhe oder geeignete Befestigungspunkte. Prüfen Sie die entsprechenden Angaben für die konkrete Ausführung, bevor Sie das Stützsystem festlegen. Ein frei stehendes Stützsystem kann eine andere Planung erfordern als eine Befestigung am Gewächshaus.

Temperatur und Lüftung auf die Sorte abstimmen

Die Temperatur beeinflusst sowohl das vegetative Wachstum als auch die Blütenentwicklung. Ein nützliches Beispiel ist die Wärmeverzögerung: Bei wärmeempfindlichen Chrysanthemensorten können hohe Temperaturen die Blüteninduktion verzögern, statt den Blühtermin einfach vorzuziehen. «Wärmer bedeutet früher» ist daher keine verlässliche Regel. Richten Sie Sollwerte nach Sorte und Lieferantenangaben aus. Ein Min-Max-Thermometer auf Pflanzenhöhe hilft, den Verlauf im Bestand einzuordnen; Messwerte an der Tür oder ausserhalb des Gewächshauses beschreiben das Mikroklima der Pflanzen nur bedingt. Notieren Sie auffällige Tag- und Nachtschwankungen zusammen mit der Knospenentwicklung, damit Sie Abweichungen nicht allein dem Kalender zuschreiben.

Regelmässige Lüftung hilft, überschüssige Wärme und feuchte Luft abzuführen. Achten Sie auf Kondenswasser, dauerhaft feuchte Blätter und stehende Luft in dichtem Bestand; Lüften ersetzt jedoch weder passende Abstände noch eine gleichmässige Bewässerung. Entscheidend ist, dass die Öffnungen im Alltag erreichbar sind und zur geplanten Kulturfläche passen. Die Produktübersicht des Pyramidengewächshauses nennt Varianten von 5,53 bis 18,9 m². Die Flächenangabe sagt nichts über Anzahl, Position oder Wirkung der Lüftungsöffnungen aus. Prüfen Sie diese Angaben bei der konkreten Ausführung, statt aus der Modellbezeichnung auf die Lüftung zu schliessen. Beobachten Sie nach einer Änderung der Lüftung, wie sich Temperatur und Feuchte im Bestand entwickeln.

Wasser, Nährstoffe und Pflanzenhygiene

Giessen Sie nach dem tatsächlichen Feuchtezustand des Substrats und nicht starr nach Kalender. Töpfe trocknen unterschiedlich schnell, etwa je nach Topfgrösse, Standort und Pflanzenmasse; kontrollieren Sie deshalb mehrere Gefässe und sorgen Sie dafür, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann. Die Wurzelzone soll gleichmässig versorgt sein, denn Staunässe und längere Austrocknung belasten die Pflanzen. Bei der Düngung zählen Ausgangssubstrat, Entwicklungsphase und Sortenhinweise. Mehr Dünger beschleunigt die Blüte nicht; ein Überangebot, besonders an Stickstoff, kann den vegetativen Wuchs fördern und das Verhältnis von Laub zu Blüten verschieben. Prüfen Sie daher erst die Nährstoffversorgung, bevor Sie die Menge erhöhen.

Entfernen Sie abgefallene Blätter und abgestorbene Pflanzenteile regelmässig, und kontrollieren Sie junge Triebe sowie Blattunterseiten auf Veränderungen. Nasses Laub und organische Reste können den Krankheitsdruck erhöhen; giessen Sie deshalb möglichst in die Wurzelzone und halten Sie Arbeitsflächen ordentlich. Werden ungewöhnliche Flecken oder Schädlinge sichtbar, bestimmen Sie zuerst die Ursache, statt wahllos Mittel einzusetzen. Wer Materialien getrennt lagern möchte, kann die Flächenaufteilung entsprechend planen: Die Produktseite Gewächshaus mit integriertem Lager beschreibt ein Modell mit Lagerbereich und nennt Varianten von 5,52 bis 28,08 m². Die Gesamtfläche verrät aber nicht, wie viel Platz für die Kultur bleibt; planen Sie Lager- und Stellfläche getrennt.

Gewächshaus mit Accoya-Lagerbereich

Kulturverlauf dokumentieren und anpassen

Ein Kulturprotokoll macht aus einem ungefähren Blühplan eine Grundlage für die nächste Runde. Halten Sie Sorte, Herkunft des Pflanzmaterials, Pflanzdatum, Beginn einer Lichtsteuerung, erste sichtbare Knospen und Blühbeginn fest. Notieren Sie auch Temperaturverläufe auf Bestandshöhe, auffällige Feuchte und besondere Unterbrechungen der Dunkelphase. Bei mehreren Sorten hilft eine getrennte Zeile oder ein eigenes Blatt je Charge, damit die Beobachtungen nicht durcheinandergeraten. Ein Foto aus gleicher Perspektive ergänzt die Angaben zu Wuchshöhe, Verzweigung und Standfestigkeit. So verlassen Sie sich am Saisonende nicht allein auf den Eindruck, ob die Pflanzen «früh» oder «spät» geblüht haben.

Vergleichen Sie nach der Blüte den geplanten und tatsächlichen Termin. War die Blüte zu früh oder zu spät, prüfen Sie zuerst Sortenreaktion, Startdatum und Lichtführung; bei schwachem Wuchs können zusätzlich Temperatur, Lichtmenge, Abstand und Wasserversorgung eine Rolle spielen. Trennen Sie in den Aufzeichnungen Beobachtung und Vermutung: «Erste Blüte sieben Tage später als geplant» beschreibt das Ergebnis, während eine vermutete Ursache zunächst offenbleibt. Prüfen Sie dann, welche Abweichungen im Protokoll tatsächlich festgehalten wurden. Ändern Sie beim nächsten Satz möglichst nur eine Bedingung gezielt und dokumentieren Sie die Änderung, statt gleichzeitig Lichtsteuerung, Abstand und Versorgung anzupassen. Notieren Sie auch, welche Bedingungen unverändert bleiben sollten. So wird der Vergleich nachvollziehbarer, ohne eine einzelne Beobachtung vorschnell als Beweis zu behandeln. Ein Kulturverlauf ist noch keine allgemeingültige Regel, aber mehrere sauber dokumentierte Sätze zeigen, wie die gewählte Sorte im eigenen Gewächshaus reagiert. Leiten Sie daraus Anpassungen für diese Sorte ab und gleichen Sie sie mit ihren Kulturangaben ab.

Ernte und Ende der Kultur mitplanen

Bei Schnittchrysanthemen richtet sich der Erntezeitpunkt danach, wie weit sich die Blüten für den vorgesehenen Zweck öffnen sollen; eine einzige Regel für alle Sorten und Verwendungen gibt es nicht. Legen Sie diesen Zielzustand bereits vor dem Pflanztermin fest, denn er beeinflusst den geplanten Blühtermin. Schneiden und transportieren Sie die Stiele so, dass Knospen und Blüten nicht gequetscht werden, und halten Sie das Stützsystem bis zur Ernte funktionsfähig. Bei Topfchrysanthemen ist ein gleichmässig entwickelter Bestand wichtig, wenn die Töpfe gemeinsam präsentiert werden sollen. Kontrollieren Sie vor dem Zieltermin auch weniger gut sichtbare Pflanzen, denn einzelne Triebe können sich später entwickeln als der übrige Bestand.

Nach dem letzten Schnitt oder dem Ende der Topfkultur sollten alte Blätter und Pflanzenreste nicht zwischen der nächsten Charge liegen bleiben. Reinigen Sie wiederverwendete Töpfe, Ablagen und Stützen passend zum Material und trocknen Sie sie, bevor sie erneut eingesetzt werden. Prüfen Sie zugleich, welche Pflanzen besonders spät oder ungleichmässig geblüht haben, und ergänzen Sie das Protokoll. Ein aufgeräumter Kulturplatz erleichtert die Vorbereitung des nächsten Satzes und macht sichtbar, ob Wege, Stellflächen oder Stützen angepasst werden müssen. So beginnt die nächste Kultur nicht mit einer Vermutung, sondern mit konkreten Erfahrungen zu Sorte, Tageslänge und Standort im eigenen Gewächshaus.

Häufige Fragen

Brauchen Chrysanthemen im Gewächshaus künstliches Licht?

Nicht immer. Wenn die natürliche Tageslänge zum Blühwunsch und zur Sorte passt, kann sie genügen. Für eine gezielte Verschiebung des Blühtermins kann photoperiodisches Zusatzlicht oder eine Verdunkelung nötig sein. Dieses Licht ist nicht automatisch dasselbe wie zusätzliche Beleuchtung für kräftiges Wachstum.

Wie lange dauert es ab Beginn der Kurztagsphase bis zur Blüte?

Eine allgemeingültige Dauer gibt es nicht. Sorte, Reaktionsgruppe, Entwicklungsstand und Temperatur beeinflussen, wann Knospen erscheinen und sich öffnen. Orientieren Sie sich an den Kulturangaben des Lieferanten und notieren Sie den tatsächlichen Verlauf für spätere Pflanzungen.

Kann ich verschiedene Chrysanthemensorten gemeinsam kultivieren?

Ja, wenn ihre Wuchsform, Reaktionszeit und Lichtansprüche zusammenpassen. Sorten mit unterschiedlichen Blühterminen oder abweichender Reaktion auf die Tageslänge lassen sich besser in getrennten Sätzen oder Lichtzonen planen.

Wann sollte ich Chrysanthemen stützen?

Richten Sie Stützen ein, bevor sich Triebe neigen. Ob einzelne Stäbe oder ein Führungsgitter sinnvoll sind, hängt von Sorte, Endhöhe und Kulturziel ab. Kontrollieren Sie die Führung während des Wachstums, damit Bänder und Netze die Stängel nicht einengen.

Welche Temperatur brauchen Chrysanthemen?

Ein einheitlicher Sollwert ist für alle Sorten nicht verlässlich. Die Temperatur beeinflusst Wachstum und Blütenentwicklung; bei wärmeempfindlichen Sorten können hohe Temperaturen die Blüteninduktion verzögern. Richten Sie sich nach den Sortenangaben und beobachten Sie den Temperaturverlauf auf Pflanzenhöhe.

Ein verlässlicher Chrysanthemen-Blühtermin entsteht aus dem Zusammenspiel von Sortenreaktion, Entwicklungszeit, Licht und Temperatur. Wer diese Faktoren zusammen mit Stützung, Arbeitswegen und Lüftung plant, kann den Bestand besser führen und unerwartete Verzögerungen schneller einordnen. Die Angaben zur gewählten Sorte bleiben dabei entscheidend: Sie machen aus einer allgemeinen Kulturidee einen konkreten Plan für Topf- oder Schnittchrysanthemen im eigenen Gewächshaus.

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