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Erbsen richtig anbauen im Gewächshaus

Erbsen richtig anbauen im Gewächshaus

Gewächshauskultur für die kühle Saison

Erbsen richtig anbauenim Gewächshaus

Ein Gewächshaus macht Erbsen nicht zur Sommerkultur. Es schenkt dem kühlel liebenden Gemüse einen früheren Auftakt, verlässlichere Bedingungen und genügend Schutz, um die Übergangszeit für eine lange, süße Ernte zu nutzen.

I. Die kühle Ouvertüre

Die beste Erbsenkultur unter Glas wird nicht durch Wärme zu Höchstleistungen gedrängt. Sie entsteht aus Zurückhaltung: einem kühlen Wurzelraum, feuchtem, aber luftführendem Boden, früh montierter Rankhilfe, bewegter Luft und regelmäßiger Ernte. Stimmen diese Elemente, nutzen Erbsen das Gewächshaus elegant, während Tomaten, Paprika und Gurken noch auf ihren Einsatz warten.

Das Gewächshaus als Saisonverlängerung nutzen

In vielen österreichischen Gärten sind Erbsen eine Kultur des Vorfrühlings und Frühjahrs. Unter Glas kann die Aussaat beginnen, während Freilandbeete noch kalt, regennass oder nicht bearbeitbar sind. Ziel ist kein tropischer Innenraum, sondern ein geschütztes, gut belüftetes Beet, in dem sich die Pflanzen früh etablieren und vor anhaltender Sommerwärme ausreifen können.

Ein ungeheiztes Gewächshaus ist dafür besonders geeignet. Es mildert Wind und kalten Schlagregen, schützt junge Pflanzen vor abrupten Wetterwechseln und bietet einen trockenen Platz für Bodenvorbereitung und Rankhilfe. An sonnigen Tagen erwärmt es sich jedoch überraschend schnell. Deshalb gehört konsequentes Lüften bereits ab den ersten echten Blättern zur Kulturführung.

Direktsaat für einen ruhigen Start

Erbsen reagieren empfindlich auf unnötige Wurzelstörungen. Ein tiefes Gewächshausbeet oder ein großzügiges Pflanzgefäß mit sicherem Wasserabzug eignet sich besser als kleine Anzuchttöpfe. Bei der Direktsaat wachsen die Wurzeln sofort am späteren Standort ein; Netz oder Reisig können noch vor den ersten suchenden Ranken bereitstehen.

Ist eine Vorkultur wegen Mäusen, Schnecken oder anhaltend nasser Beeterde nötig, verwenden Sie tiefe Multitopfplatten und pflanzen sehr jung aus. Setzen Sie den vollständigen Wurzelballen ein, ohne ihn aufzureißen. Die Wurzeln dürfen weder kreisen noch austrocknen. Sobald das Beet geeignet ist, bleibt die Direktsaat die einfachste Methode.

Eine kurze Saison bewusst gestalten

Planen Sie Erbsen als gezielte Kultur der Übergangszeit, nicht als dauerhafte Belegung. Ein klar gegliedertes Haus wechselt ohne Unordnung von Erbsen zu wärmeliebendem Fruchtgemüse. Eine passende räumliche Grundlage bietet das Klassisches Aluminium-Gewächshaus.

Reservieren Sie eine helle, gut lüftbare Längsseite für Erbsen und frühe Salate. Die wärmsten zentralen Flächen bleiben frei, damit dort beim Saisonwechsel Tomaten, Paprika, Gurken oder andere Sommerkulturen einziehen können.

II. Die passende Stimme

Schal-, Marker-, Zucker- und Zwergformen verlangen jeweils einen eigenen Platz im Gewächshaus.

Alle gehören zur Art Pisum sativum, liefern jedoch unterschiedliche Ernten und beanspruchen den Raum verschieden. Entscheiden Sie zuerst, was später auf den Teller kommen soll. Prüfen Sie danach Wuchshöhe, Reifezeit, Rankbedarf und Pflückzugang. In kleinen Häusern ist eine übersichtliche Pflanzenarchitektur wertvoller als eine unruhige Mischung vieler Sorten.

Schal- und MarkerbsenHier wächst die Hülse für die Erbsen im Inneren. Pflücken Sie, wenn sie rund und gut gefüllt, aber noch frischgrün und zart ist. Rasches Auslösen bewahrt die Süße.
KefenDie flachen, essbaren Hülsen werden geerntet, bevor die Samen sichtbar anschwellen. Ihr früher Pflückzeitpunkt und die knackige Textur passen zu Salaten, Wokgerichten und Rohkost.
ZuckererbsenPflücken Sie die Hülsen prall, glänzend und saftig, bevor sie faserig werden. Für kleine Gewächshäuser sind sie attraktiv, weil jede Ernte ohne Auslösen direkt verwendbar ist.
ZwergformenKompakte Pflanzen werden sortenabhängig häufig etwa 40 bis 90 cm hoch und reifen konzentrierter ab. Sie eignen sich für niedrige Bereiche, vordere Beetränder und Häuser, in denen die Fläche rasch wieder frei werden soll.

III. Die Aussaatkadenz

Säen Sie in kühlen, bearbeitbaren und zuverlässig drainierenden Boden.

Erbsensamen keimen bereits bei niedrigen Temperaturen, doch das Auflaufen wird mit etwas wärmerem Boden zügiger. Verwechseln Sie einen sonnigen Nachmittag nicht mit geeigneten Bedingungen im Wurzelraum: Kalte, dauerhaft nasse Erde fördert Fäulnis und lückenhaften Aufgang. Der richtige Auftakt ist ein Beet, das sich bearbeiten lässt, beim Drücken nicht schmiert und nach dem Gießen wieder oberflächlich abtrocknet.

Pflanzenreste entfernen und Drainage prüfen.
Etwa 3 cm tief säen und gründlich angießen.
Boden gleichmäßig feucht halten.
Rankhilfe fertigstellen und früh lüften.
Optional eine kurze zweite Reihe säen.

Vorbereiten, ohne zu überdüngen. Entfernen Sie alte Wurzeln und abgefallenes Laub, beheben Sie erkennbare Verdichtungen und arbeiten Sie nur bei Bedarf eine maßvolle Menge reifen Kompost oberflächlich ein. Ein Beet, das zuvor stark zehrende Sommerkulturen getragen und regelmäßig Dünger erhalten hat, kann bereits gut versorgt sein. Jede Erbsenaussaat mit einem Volldünger zu begleiten, ist weder nötig noch sinnvoll.

Direkt und gleichmäßig säen. Legen Sie die Samen ungefähr 3 cm tief und mit einem zur Sorte passenden Abstand in eine klare Reihe; die Angaben der Saatgutpackung bleiben maßgeblich. Drücken Sie die Erde anschließend vorsichtig an, damit ein guter Feuchtekontakt entsteht. Gießen Sie einmal durchdringend an, statt die Oberfläche mit vielen kleinen Wassergaben ständig nass zu halten.

Kühles Wetter gibt den Takt vor. In einem kühlen Gewächshaus kann die Keimung länger dauern. Graben Sie nicht schon nach wenigen Tagen nach den Samen, sofern keine Überflutung, Fraßspur oder andere deutliche Störung erkennbar ist. Gewünscht ist ein feuchter und zugleich sauerstoffreicher Wurzelraum – niemals ein wassergesättigtes Beet.

Die Rankhilfe steht vor der Ranke. Kurz nach dem Auflaufen suchen die Ranken nach feinen Strukturen zum Festhalten. Eine früh fertiggestellte Stütze vermeidet spätere Eingriffe im Wurzelbereich und hält Beet, Weg und Pflanzenwand von Beginn an geordnet.

Maßvoll nachsäen. Zwei oder drei kurze Aussaaten im Abstand von etwa sieben bis vierzehn Tagen können die Ernte eleganter verlängern als eine einzige übergroße Reihe. Beenden Sie die Nachsaat, sobald die kommenden Wochen voraussichtlich anhaltende Gewächshauswärme bringen, bevor der jüngste Satz gut blühen und Hülsen bilden kann.

Erbsenwurzel aktive Knöllchen pflanzliche Zucker

Wurzelzucker versorgen passende Rhizobien; aktive Knöllchen unterstützen die Ernährung der Erbse.

IV. Austausch im Wurzelraum

Erbsen sind Leguminosen, aber keine kostenlose Düngerfabrik.

Erbsenwurzeln können mit passenden Rhizobium-Bakterien Knöllchen bilden. In dieser Partnerschaft liefert die Pflanze energiereiche Zucker; die Bakterien machen Luftstickstoff für die Erbse nutzbar. Wuchsen an diesem Standort lange keine Erbsen oder verwandten Leguminosen, kann eine geeignete Rhizobien-Impfung sinnvoll sein. Das gilt besonders für neu eingefüllte Beete oder Substrate ohne entsprechende Kulturgeschichte. Die Impfung ersetzt allerdings weder gutes Saatgut noch Drainage und eine sorgfältige Wasserführung.

Die wichtige Einordnung: Die Knöllchen versorgen zunächst die lebende Erbsenpflanze. Eine Reihe Erbsen düngt benachbarte Kulturen nicht automatisch und sofort.

Zu viel Stickstoff kann üppiges, weiches Blattwachstum fördern, während Blüte und Hülsenansatz zurückbleiben. Arbeiten Sie reifen Kompost nur maßvoll ein und düngen Sie nicht routinemäßig nach. In langjährig genutzten Gewächshausbeeten können wiederholte Kompost-, Mist- und Flüssigdüngergaben rasch zu einem Überschuss führen. Kräftige, nicht übergrüne Pflanzen mit gutem Blütenansatz benötigen gewöhnlich keinen weiteren Stickstoffschub.

Wer die Knöllchenbildung prüfen möchte, kann nach einigen Wochen eine entbehrliche Pflanze vorsichtig ausheben. Fehlen Knöllchen, ist eine hohe Stickstoffgabe dennoch nicht die erste Antwort. Kontrollieren Sie zunächst Bodenfeuchte, Drainage, Wurzelgesundheit, Temperatur und gegebenenfalls die Eignung sowie Frische des Impfpräparats. Gelbe, kümmerliche Bestände verlangen eine Diagnose des Wurzelraums – nicht bloß mehr Dünger.

V. Duett mit Rankhilfe

Geben Sie den Ranken etwas Feines zum Greifen.

Erbsen klettern mit zarten Ranken, nicht mit kräftigen windenden Trieben. Ein grober Pfosten allein bietet kaum Halt. Ranknetz, verzweigtes Reisig, schmale Zweige oder eng geführte Schnüre schaffen die feinen Kanten, die eine Erbsenpflanze tatsächlich greifen kann.

Kompakt

Zwerg- und Buscherbsen

Etwa 40–90 cm. Niedriges Reisig, Schnüre oder Netz.

Rankhilfe

Schon bei der Aussaat montieren.
Etwa 5–10 cm Maschenweite wählen.
Abstand zu Verglasung und Wand lassen.

Kletternd

Hohe Erbsen

Ab 150 cm. Vertikales Netz mit bequemem Pflückzugang.

Zwerg- und Buschformen

Kompakte Pflanzen wirken anfangs oft standfest. Mit voller Hülsenlast, nach dem Gießen oder beim Streben zum Licht kann die Reihe dennoch auseinanderfallen. Niedrige, verzweigte Reisigäste, ein Netz von etwa 40 bis 90 cm Höhe oder zwei straffe Schnüre reichen meist aus. Ziel ist keine starre grüne Wand, sondern aufrechte Pflanzen, saubere Hülsen und genügend Luft zwischen Blattwerk und Boden.

  • Vorderen Beetrand oder niedrigeren Hausbereich reservieren.
  • Wege für häufige Pflückgänge freihalten.
  • Nur bei großzügiger Luftführung in breiten Gruppen pflanzen.

Die zentrale Konstruktion

Befestigen Sie das Netz an eigenen Pfosten, stabilen Bodenankern oder geeigneten belastbaren Punkten – nicht an der Verglasung. Die Konstruktion sollte sich beim Kulturende gemeinsam mit den trockenen Ranken leicht entfernen lassen. Zwischen Pflanzenwand und Gewächshausseite muss genügend Raum für Luftaustausch, Reinigung und einen gelegentlichen Griff hinter das Laub bleiben.

Hohe Klettererbsen

Für Sorten ab etwa 150 cm eignen sich ein vertikales Ranknetz oder eine beidseitig zugängliche Erbsenwand. Stellen Sie die Hilfe so auf, dass Sie zumindest von einer Seite bequem pflücken können, ohne Laub gegen feuchte Scheiben zu drücken. Eine luftige Längsseite ist ideal, sofern sie im österreichischen Frühjahr ausreichend Licht erhält.

  • Laub von Dachfenstern und Öffnungsmechanismen fernhalten.
  • Abnehmbare Rankhilfen erleichtern den sauberen Kulturwechsel.
  • Kräftige Triebe dürfen den wichtigsten Gewächshausweg nicht in eine Sackgasse verwandeln.

Ein Gewächshaus mit Dachfenstern und stabilem Rahmen erleichtert die saisonale Raumplanung. Das Klassisches Aluminium-Gewächshaus schafft eine klare Grundlage für eine gut belüftete Erbsenreihe und den späteren Wechsel zu wärmeliebenden Kulturen.

Gießen Sie tief genug für die Wurzeln. Lüften Sie früh genug, damit das Laub trocken bleibt.

Erbsen brauchen gleichmäßige Feuchtigkeit, besonders während Blüte und Hülsenfüllung. Im Gewächshaus übernimmt kein Regen diese Aufgabe; beobachten Sie daher den Wurzelraum statt eines starren Gießkalenders. Prüfen Sie die Erde einige Zentimeter unter der Oberfläche. Beginnt sie dort abzutrocknen, gießen Sie bodennah und durchdringend. Häufige oberflächliche Spritzer fördern flache Feuchte, erreichen aber die tieferen Wurzeln kaum.

Eine Tropfleitung, ein langsam geführter Schlauch oder eine Gießkanne unterhalb des Blätterdachs ist besser als Überkopfberegnung. Nasses Laub in stehender Luft erhöht den Krankheitsdruck. Öffnen Sie an hellen Vormittagen rechtzeitig Dachfenster und nutzen Sie die Tür für einen sanften Luftaustausch. Vermeiden Sie dabei einen kalten, harten Luftstrahl direkt über frisch gekeimten Pflanzen.

Eine dünne Mulchschicht kann im Bodenbeet sinnvoll sein, sobald sich die Erde im Frühjahr erwärmt hat und die Pflanzen etabliert sind. Sie bremst Verdunstung und vermindert Spritzwasser an unteren Blättern. Halten Sie Material von den Stängeln fern. Bei Gefäßkultur sind großes Erdvolumen, freie Abzugslöcher und das konsequente Entleeren stehenden Wassers wichtiger als eine dicke Mulchauflage.

Für eine passende Hausgröße, klare Kulturzonen und gut nutzbare Lüftungsflächen bietet das Sortiment an Aluminium-Gewächshäusern von Bloomcabin eine praktische Orientierung, bevor Beet, Laufweg und Rankhilfe dauerhaft festgelegt werden.

VI. Von der Blüte zur Hülse

Die Blüten sind selbstfertil – entscheidend ist das Gewächshausklima.

Erbsen sind überwiegend Selbstbestäuber und nicht in derselben Weise wie manche Fruchtgemüse auf Insektenverkehr angewiesen. Das macht sie zu einer verlässlichen Gewächshauskultur, solange die Luft gemäßigt bleibt und der Wurzelraum nicht zwischen Trockenheit und Sättigung schwankt. Sobald Blüten erscheinen, sind Handbestäubung oder starke Düngergaben unnötig. Bewahren Sie stattdessen jene Bedingungen, unter denen Blüten halten und junge Hülsen ungestört wachsen.

Lange, kühle Frühlingstage unterstützen Blüte und Hülsenansatz. Ein Gewächshaus kann sich an sonnigen Nachmittagen jedoch genau in dieser empfindlichen Phase rasch überhitzen. Öffnen Sie vor dem Temperaturanstieg, nicht erst danach. Bei einzelnen ungewöhnlich heißen Tagen kann eine leichte außenliegende Schattierung helfen. Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, ohne fehlende Lüftung durch übermäßiges Gießen kompensieren zu wollen.

Gute Luftführung bleibt auch bei einer selbstfertilen Kultur wichtig. Sie verkürzt die Blattnässe, reduziert Kondensfeuchte in dichtem Laub und erleichtert es, erste Anzeichen von Mehltau, Fäulnis oder Schädlingsbefall früh zu erkennen.

Die essbare Entwicklung

1. Blüte
Kühle Luft und gleichmäßige Bodenfeuchte.
2. Junge Hülse
Die schmale Hülse beginnt sich zu strecken.
3. Flache Hülse
Ideales Erntestadium für Kefen.
4. Gefüllte Hülse
Stadium für Zucker- oder Schalerbsen.

Der Pflückzeitpunkt beeinflusst die Qualität unmittelbar. Kefen werden faserig, wenn die Samen stark anschwellen. Zuckererbsen verlieren knackige Süße, sobald die Hülse matt und zäh wird. Bei Schal- und Markerbsen nimmt der Stärkeanteil mit fortschreitender Reife zu. Häufiges Pflücken hält die Pflanze produktiv, solange die Temperaturen günstig bleiben.

Kontrollieren Sie die Pflanzen während der Haupternte täglich oder alle zwei Tage. Nach einer hellen, warmen Phase können Hülsen rasch vom idealen in ein überreifes Stadium wechseln. Pflücken Sie ruhig und regelmäßig, bringen Sie die Ernte aus der Sonne und lassen Sie unreife Hülsen an der Pflanze weiterwachsen.

VII. Das Crescendo der Wärme

Wenn das Haus wärmer wird, verlangen Erbsen einen Planwechsel.

13–18 °CGleichmäßiges Wachstum und zarte Hülsen.
20–25 °CFrüh lüften und Feuchte beobachten.
Über 25 °CDen saisonalen Auszug vorbereiten.

Bei etwa 13 bis 18 °C entwickeln sich Erbsen meist ausgeglichen, Blüten bleiben weniger unter Stress und die Hülsen zart, sofern die Bodenfeuchte stimmt. Ab etwa 20 °C braucht das Haus mehr Aufmerksamkeit: Lüften Sie früher, prüfen Sie den Wurzelraum und pflücken Sie regelmäßig. Die Pflanzen können weiterhin tragen, doch ihr Spielraum gegenüber Hitze und Trockenheit wird kleiner.

Bei wiederholt deutlich über 25 °C, besonders während der Blüte, steigt das Risiko für abgeworfene Blüten und zähere Hülsen. Schattierung kann die Sonneneinstrahlung mildern, Lüftung starke Spitzen begrenzen und gründliches Gießen Trockenstress vermeiden. Keine dieser Maßnahmen macht Erbsen jedoch zur Sommerkultur. Bleibt das Haus regelmäßig heiß, ist ein sauberes Kulturende sinnvoller als der Versuch, einen erschöpften Bestand weiterzutreiben.

VIII. Zugabe der Ernte

Pflücken Sie nach der Hülse, nicht nach dem Kalender.

Erbsen zeigen sich am großzügigsten, wenn sie regelmäßig gepflückt und rasch gekühlt werden. Nehmen Sie während der Haupternte täglich oder alle zwei Tage eine kleine Schüssel mit ins Gewächshaus. Halten Sie den Trieb mit einer Hand fest und lösen Sie die Hülse mit der anderen. Einhändiges Ziehen kann flache Wurzeln lockern oder Ranken aus der Stütze reißen.

Ernten Sie möglichst am kühlen Morgen und legen Sie die Hülsen nicht in die Sonne. Nach dem Pflücken nimmt die Süße rasch ab und Stärke tritt stärker hervor. Verwenden Sie die Ernte zeitnah oder kühlen Sie sie sofort; bei Schal- und Markerbsen ist der Unterschied besonders deutlich.

KefenPflücken Sie lange, flache und glänzende Hülsen, bevor die Samen rund hervortreten. Sie sollen zart bleiben und an der Naht sauber brechen.
ZuckererbsenErnten Sie, wenn die Hülsen prall und knackig, aber noch glänzend sind. Werden sie matt, stark gewölbt oder faserig, wurde der beste Zeitpunkt überschritten.
Schal- und MarkerbsenPflücken Sie volle, gerundete und weiterhin frischgrüne Hülsen und lösen Sie die Samen rasch aus. Blasse oder runzelige Hülsen deuten auf fortschreitende Stärkeeinlagerung hin.
ErbsentriebeVon kräftigen Pflanzen können früh wenige zarte Spitzen geerntet werden. Schneiden Sie jedoch nicht wiederholt Triebe von Pflanzen, die später eine reiche Hülsenernte liefern sollen.
Kurze Folgesaat: Säen Sie eine zweite kurze Reihe sieben bis vierzehn Tage nach der ersten nur dann, wenn die kommenden Wochen noch kühle Wachstumsbedingungen erwarten lassen. Sobald sich das Gewächshaus regelmäßig deutlich über 25 °C erwärmt, übergeben Sie die Fläche besser an Basilikum, Gurken, Tomaten, Paprika oder eine andere wärmeliebende Kultur, statt von Erbsen eine unpassende Sommerzugabe zu verlangen.

IX. Das saubere Kulturende

Geordnet abschließen und Raum für den nächsten Satz schaffen.

Wenn die Ernte nachlässt und die Wärme gewinnt, schneiden Sie die Triebe knapp über dem Boden ab, statt das gesamte Wurzelsystem gewaltsam herauszuziehen. Das schont die Beetstruktur; feine gesunde Wurzeln können sich im Boden zersetzen. Entfernen Sie Laub und Rankreste zügig. Bei Mehltau, Fäulnis oder starkem Lausbefall gehört das Material in Österreich besser in die Biotonne beziehungsweise die kommunale Grünabfuhr als auf einen einfachen kalten Gartenkompost.

Prüfen Sie die Rankhilfe, entfernen Sie abgefallene Blätter aus Ecken und kontrollieren Sie Bewässerungsleitungen, bevor die Sommerkultur einzieht. Waren die Erbsen in diesem Beet wiederholt krank, wechseln Sie die Pflanzenfamilie und untersuchen Sie Boden sowie Wasserführung. Mehr Kompost oder Dünger löst weder eine schlechte Drainage noch wiederkehrenden Krankheitsdruck.

Fragen vom Pflanztisch

FAQ zu Gewächshauserbsen

Gedeihen Erbsen im ungeheizten Gewächshaus?

Ja. Ein ungeheiztes Gewächshaus ist oft ideal, weil es Schutz und früher bearbeitbaren Boden bietet, ohne die dauerhaft hohen Temperaturen, die Erbsen schlecht vertragen. Säen Sie, sobald die Erde locker und nicht wassergesättigt ist. Junge Pflanzen verkraften leichte Fröste besser als Blüten und frisch angesetzte Hülsen; bei Frostprognosen können ein geschlossenes Haus und vorübergehend aufgelegtes Vlies helfen.

Brauchen Gewächshauserbsen Bestäuber?

In der Regel nicht. Erbsen sind überwiegend Selbstbestäuber. Wichtiger als Insektenverkehr sind kühle, stabile Bedingungen und gesundes Laub. Lüften Sie dennoch regelmäßig, damit Hitze und Kondensfeuchte Blüte, Hülsenansatz und Pflanzengesundheit nicht beeinträchtigen.

Wie oft muss ich Erbsen im Gewächshaus gießen?

Ein fixer Rhythmus ist ungeeignet, weil Sonne, Bodenart, Gefäßgröße und Lüftung variieren. Prüfen Sie einige Zentimeter unter der Oberfläche und gießen Sie durchdringend, sobald der Wurzelraum abzutrocknen beginnt. Während Blüte und Hülsenfüllung ist besondere Aufmerksamkeit nötig; dauerhaft gesättigt darf der Boden trotzdem nicht sein.

Soll ich Erbsen stickstoffreich düngen?

Nicht standardmäßig. Erbsen können mit passenden Rhizobien stickstoffbindende Knöllchen bilden; zu viel verfügbarer Stickstoff fördert häufig Blattmasse statt einer ausgewogenen Blüten- und Hülsenbildung. Nutzen Sie reifen Kompost maßvoll und beheben Sie konkrete Mängel gezielt. Bei gelben Pflanzen sollten zunächst Wurzeln, Drainage, Feuchtigkeit und Temperatur geprüft werden.

Welche Rankhilfe eignet sich für Zuckererbsen im Gewächshaus?

Verwenden Sie ein vertikales, straff gespanntes Netz mit ungefähr 5 bis 10 cm Maschenweite oder dicht verzweigte, standfeste Reisigzweige. Montieren Sie die Hilfe bereits bei der Aussaat. Sie muss stabil, am Kulturende abnehmbar und so positioniert sein, dass Sie pflücken können, ohne Laub gegen Wand oder Verglasung zu drücken.

Warum werden meine Erbsenhülsen zäh?

Zähe Hülsen entstehen häufig durch Hitze, ungleichmäßige Wasserversorgung oder zu spätes Pflücken. Ernten Sie Kefen flach, Zuckererbsen glänzend und knackig sowie Schalerbsen voll, aber noch frischgrün. Regelmäßiges Pflücken ist daher nicht nur Erntearbeit, sondern ein wesentlicher Teil der Qualitätskontrolle.

Quellen und weiterführende Lektüre

Fachlich fundierte Orientierung

Mehr bei Bloomcabin: Gewächshaus-Setup nach dem Aufbau · Gewächshaus-Garten Guide für Österreich · Monatsguide für Gewächshauskulturen in Österreich

  1. Land Steiermark – Winterkultur bei Erbsen möglich: österreichischer Fachkontext zur saisonalen Erbsenkultur und zur Nutzung kühler Anbaufenster.
  2. University of Minnesota Extension – Growing peas in home gardens: Erbsentypen, Temperaturbereich, Bodeneigenschaften, Düngung, Rankhilfen, Wasserführung und Pflückreife.
  3. Oregon State University Extension – Commercial Vegetable Production Guides: Rhizobien, Stickstoffbindung und fachliche Kulturhinweise für Erbsen.
  4. Cornell Cooperative Extension – Peas: Unterschiede zwischen Schal-, Zucker- und flachhülsigen Erbsen sowie Hinweise zu Wuchshöhe, Pflückstadium und Rankhilfe.
  5. Utah State University Extension – Peas in the Garden: Wasserbedarf während Blüte und Hülsenfüllung sowie Folgen übermäßiger Stickstoffgaben und Hinweise zur Kulturführung.
  6. UC Davis Postharvest Research – Snow and Snap Pea Pods: Qualitätsmerkmale, Reifestadien und Nacherntehinweise für essbare Erbsenhülsen.
  7. Land Steiermark – Fachinformation zur Erbsen-Winterkultur: lokale Einordnung früher und saisonal angepasster Erbsenkulturen unter österreichischen Bedingungen.

Finale

Reservieren Sie einen kühlen Platz für die erste süße Ernte.

Erbsen verlangen weniger Wärme als eine Sommerkultur und belohnen gutes Timing mit Hülsen, die oft schon auf dem Weg zur Küche gegessen werden. Gestalten Sie für die Übergangsmonate eine helle, luftige und gut erreichbare Beetreihe in einem Gewächshaus, das klare Kulturzonen und wirksame Dachlüftung unterstützt.

Klassisches Aluminium-Gewächshaus

Praktischer Hinweis: Legen Sie Erbsen an eine helle, lüftbare Längsseite, halten Sie den Pflückweg frei und reservieren Sie die wärmste zentrale Fläche für Kulturen, die sie wirklich benötigen.

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